Frühschoppen

03.09.2018

Politik im Zelt

A. Dobrinth

Alexander Dobrinth spricht über die EU, Asyl und Neid

Ein besonderes Gewicht hatte der politische Frühschoppen am Sonntagmorgen beim Ehekirchener Hochzeitsfest. Mitten im Wahlkampf nutzte die CSU die Gunst der Stunde und lud Alexander Dobrinth ein. Der ehemalige Verkehrsminister, der in der neuen Legislaturperiode Vorsitzender der CSU-Landesfraktion im Bundestag ist und bekannt als streitbarer Bayer in Berlin, wechselte in Ehekirchen zwischen gemäßigten und scharfen Tönen hin und her.

Vielleicht war es der Hochzeitsfeier geschuldet, dass Dobrinth mit christlichen Werten in seine Bierzeltrede einstieg. Diese urchristlichen Werte Bayerns müssten erhalten bleiben, so Dobrinth, der seiner Vorgängergeneration an CSU-Politikern dankte, die sich ein Stelldichein in Ehekirchen gegeben hatten: Rudolf Peterke und Eugen Freiherr von Redwitz hätten während ihrer Zeit im bayerischen Landtag viel für die Region getan.

Dann ging es ins Wahlkampf-Eingemachte: Die einzige Partei, die sich in Berlin wirklich für die bayerischen Interessen einsetze, sei die CSU. Und Horst Seehofer habe als Innenminister erreicht, was viele nicht zu hoffen gewagt hätten: In Brüssel gehe man das Problem der Asylpolitik an. Der CSU-Bundespolitiker warb für ein Europa, das zusammengehöre, auch wenn Großbritannien aus der EU austrete. Und auch die Verbundenheit zu den USA sei weit tiefer als nur die Tagespolitik des Präsidenten, die ohnehin zu sehr in Deutschland präsent sei.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Dobrinth zeigte sich aber auch als EU-Kritiker – oder besser als Kritiker von Ideen, die die deutsche Bevölkerung belasten würde. So lehnte er die Vereinheitlichung der Arbeitslosenversicherung, ein Vorschlag aus Frankreich, rundweg ab. „Deutsche Arbeiter sollen mit ihren Beiträgen die Arbeitslosigkeit in anderen Ländern bezahlen.“ Statt Steuererhöhungen, wie sie die SPD fordere, müsse man über die Abschaffung des Solidaritätszuschlags nachdenken, der lange ausgedient habe.

Schließlich kam Dobrinth zur Asylpolitik: „Wer unsere Gesellschaft ablehnt, wer sich nicht integriert oder kriminell wird, der hat sein Bleiberecht verloren.“ Wer das Gastrecht missbrauche, müsse Deutschland verlassen. Eine Zuwanderungspolitik müsse darauf hinwirken, dass Bewerber zuerst eine Ausbildung absolvieren, dann die Sprache in ihrem Land lernen und erst dann nach Deutschland kämen.

Die Bierzeltpolitik werde häufig kritisiert, so Dobrinth. Das aber sei oft der Neid, denn die bayerische Tradition bringe den Menschen und die Politik ganz eng zusammen.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Bild_1_Patrozinium_Burgheim.tif
Kirche

Zu Ehren St. Cosmas und Damian

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket