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Maria-Ward-Realschule

08.03.2016

Politikverdrossen? Von wegen!

Der Landtagsabgeordnete Karl Straub (rechts) richtete einen eindringlichen Appell an die Schüler: „Bleibt Demokraten!“.
Bild: Andreas Baumer

Der bayerische Landtagsabgeordnete Karl Straub stellt sich den Zehntklässlerinnen vor. Welche Antworten er auf knifflige Fragen fand

Für Politik und Demokratie will der Landtagsabgeordnete Karl Straub in der Aula der Maria-Ward-Realschule Neuburg werben. Doch schnell stellt sich heraus, dass er das Interesse der versammelten Zehntklässler am politischen Betrieb an diesem Montagmorgen nicht erst wecken muss.

Welchen bekannten Politiker könne er am wenigsten leiden? Was würde er anders als Angela Merkel machen, wenn er Bundeskanzler wäre? Und würde er lieber Ilse Aigner oder Markus Söder als Nachfolger von Horst Seehofer sehen? Das sind nur einige Fragen, auf die die Zehntklässler Antworten haben wollen und die politischen Sprengstoff bergen. Karl Straub antwortet sichtlich überrascht: „Ich hätte gedacht, dass das hier eine unpolitische Veranstaltung ist.“ Sprich: Er würde lieber über den Alltag eines Landtagsabgeordneten plaudern wollen als über parteipolitische Auseinandersetzungen.

Straub ist ein eher ungewöhnlicher Gast in Neuburg. Seine politische Heimat ist nicht die Ottheinrichstadt, sondern der benachbarte Stimmkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Mit seinen 44 Jahren gehört er zu den jüngeren Abgeordneten im Münchner Maximilianeum. Was mache ihm am meisten Spaß an seinem Beruf, fragt eine Schülerin. „Die Stimmkreisarbeit, die tägliche Arbeit mit den Bürgern vor Ort“, sagt der Politiker.

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Die heikleren Fragen umschifft oder entschärft Straub. Große Probleme habe er zurzeit vor allem mit einem Politiker, dem US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, sagt er. Zudem könne er sowohl mit Aigner als auch mit Söder an der CSU-Spitze gut leben. Und was die Kanzlerin betreffe, vertrete er eher die Position seines Parteichefs Horst Seehofer, der die Grenze sichern wolle. Die schiere Masse von Einwanderern überfordere gerade die Republik, warnt Straub. Doch ansonsten seien die Meinungsverschiedenheiten mit der CDU-Vorsitzenden gar nicht so groß, schiebt er hinterher. „Die Kanzlerin genießt meinen vollen Respekt“, schließt Straub.

Sein Appell ist an diesem Tag ohnehin ein anderer: Ja, Deutschland befinde sich gerade in einer fordernden Zeit, gibt Straub zu. „Doch lasst euch nicht von Rechts- oder Linksaußen anstecken, bleibt Demokraten!“, gibt er den Zuhörern mit auf den Weg.

Saskia Ferner muss davon wohl nicht mehr überzeugt werden. Politikverdrossen ist die Schülerin nicht. Sie höre regelmäßig Nachrichten und diskutiere mit Freunden über Politik, erzählt sie. Bisher hat sie ein gemischtes Bild von Politikern gehabt. Es gebe die einen, die immer schnell etwas sagten und dann kaum etwas verändern würden, und die anderen, die wirklich etwas bewirken wollten.

Franziska Huber aus Weichering hat vor allem die Asyldebatte verfolgt. Die Jugend, sagt sie, wisse schon, was im Land gerade so diskutiert würde. Allerdings kenne sie niemanden, der sich in einer Partei engagiere. Ihre beiden Freundinnen stimmen zu.

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