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Neuburg

21.11.2019

Premiere bei der Aufstellung der Linken in Neuburg

Einige der Kandidaten für die Stadtrats- und Kreistagsliste präsentierten sich bei der Nominierungsversammlung der Linken in Neuburg. Unter ihnen der Neuburger OB Kandidat Michael Wittmair (links, Dritter von oben). 
Foto: Marcel Rother

Plus Zum ersten Mal stellt die Partei Die Linke in Neuburg einen Oberbürgermeisterkandidaten, der von den Bürgern gewählt werden kann. Was der plant.

Die Linke feierte bei ihrer Aufstellungsversammlung in der Rennbahn eine Premiere. Zum ersten Mal stellt die Partei einen Oberbürgermeisterkandidaten in Neuburg – und zwar einen, der von den Bürgern auch gewählt werden kann. Bislang wurden zwar bereits Kandidaten aufgestellt, allerdings scheiterten diese mit ihrer Partei an der Fünf-Prozent-Hürde und den in der Folge notwendigen Unterschriften. Sie standen daher nicht offiziell zur Wahl. Weil Die Linke bei der vergangenen Bundestagswahl in Bayern jedoch auf 6,1 Prozent kam, fällt diese Einschränkung weg und der Weg ist frei für den ersten „echten“ OB-Kandidaten der Linken in Neuburg.

Die Wahl fiel auf Michael Wittmair, 52, Kaufmann aus Neuburg. Der einzige Bewerber für das Amt wurde mit nur einer Gegenstimme von den zwölf anwesenden Stimmberechtigten gewählt und stellte bei der Aufstellungsversammlung sein Programm in Grundzügen vor. „Wir wollen die CSU und die Freien Wähler vor uns hertreiben“, versprach er vollmundig. Diese Parteien hätten in Neuburg zu einem Stillstand geführt, den es abzuschaffen gelte. Das Motto solle ,,Die Zeit ist reif!“ oder ,,Wiederaufbau“ heißen. Er sprach in diesem Zusammenhang die Verschuldung, den maroden Zustand der Infrastruktur und vernachlässigte Stadtviertel in Neuburg an.

Die Linke Neuburg: Dafür setzt sich der OB Kandidat ein

Konkret setzte sich Wittmair für neue Radwege, einen zentralen Busbahnhof sowie einen kostenlosen Stadtbus ein. Auch das Dauerthema Fußgängerzone wolle er anpacken. Ja, er wisse, es gibt Gutachten über das Für und Wider einer solchen Fußgängerzone. Von möglichen Problemen aber wolle er sich nicht abhalten lassen: „Wir sind eine Partei der Problemlösungen“, sagte er und sprach sich für eine attraktivere Innenstadt mit Fußgängerzone aus. Des weiteren möchte er sich für gut bezahlte Arbeitsplätze in Neuburg stark machen. „Bei Amtsantritt von OB Gmehling waren es noch 800 Menschen, die von Neuburg nach Ingolstadt gependelt sind, inzwischen sind es 2000“, kritisierte er. In Neuburg würden viele in prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, darum setze er sich für ein Stadtmarketing ein, das explizit Wirtschaftsförderung betreibt. So sollen mittelfristig Unternehmen und Arbeitsplätze mit guten Löhnen nach Neuburg geholt werden.

Die Linke Neuburg setzt auf OB Kandidat Michael Wittmair.
Foto: Marcel Rother

Zusammen mit dem OB Kandidaten Michael Wittmair wollen 16 weitere Kandidaten unter dem Label der Linken in den Stadtrat einziehen. Möglich macht das eine sogenannte offene Liste, auf der sich auch parteilose Personen oder Mitglieder anderer Parteien zur Wahl stellen können. Selbes gilt auch für den Kreistag. „Als echte Demokraten haben wir unsere Stadtrats- und Kreistagsliste für Parteifreie und andere demokratische Kräfte geöffnet“, sagte Wittmair. Denn: Demokratie funktioniere nur gemeinsam. Jüngster Kandidat auf der Liste für den Stadtrat und Kreistag etwa ist der 20 Jahre alte Informatikstudent Nico Borgsmüller. Als Mitglied der Piratenpartei will er nicht nur Sprachrohr der Jugend sein und sich für den Campus in Neuburg einsetzen, sondern sagte auch: „Eine Donaubrücke, die in Joshofen mitten durchs Vogelschutzgebiet läuft, wollen wir in der Form nicht haben.“

Die PARTEI steht nicht auf der Liste der Linken in Neuburg

Roland Keller, langjähriger Sprecher der Linken in Neuburg und ebenfalls Kandidat für den Stadtrat und Kreistag, begrüßt die Öffnung der Liste. Nur so könne ein dringend notwendiger Wandel in der Stadtpolitik erreicht werden. „Wir können nicht zufrieden sein mit der Stadtpolitik, es muss sich etwas ändern“, forderte er. Dazu zähle auch, dass „Tabuthemen“ in Angriff genommen würden. Neben der Fußgängerzone zählten dazu beispielsweise die Lärmbelästigung und die Umweltverschmutzung durch die Bundeswehr. Diesbezüglich sei seit Jahrzehnten nichts passiert. Einzig, dass die Partei Die PARTEI – trotz anfänglichen Interesses – letztlich doch von der Beteiligung an einer gemeinsamen Liste abgesehen habe, bedauere er.

Eva Bulling-Schröter, Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Region Ingolstadt, lobte die Listen und gab sich zuversichtlich: „Wir müssen vormachen, wie Menschen zusammenarbeiten können, die gemeinsame Interessen haben.“ In diesem Sinne sei es höchste Zeit, dass Die Linke in Lokalparlamente einziehe.

Die Liste der Linken für den Stadtrat Neuburg

  1. Michael Wittmair, Die Linke
  2. Gabriele Nava, Die Linke
  3. Stefanie Staudigl, Parteilos
  4. Manfred Wilhelm, Parteilos
  5. Sandy Grande, ÖDP
  6. Bernd Neuner, Piratenpartei
  7. Heidemarie Batram, Parteilos
  8. Elmar Hirster, Die Linke
  9. Wolfgang Bole, Die Linke
  10. Nico Borgsmüller, Piratenpartei
  11. Roland Keller, Die Linke
  12. Maximilian Seitz, Die Linke
  13. Klaus Batram, Parteilos
  14. Günter Sauer, Parteilos
  15. Alfred Reng, Parteilos
  16. Gerhard Schwind, Die Linke
  17. Winfried Glosser, Parteilos

Die Liste der Linken für den Kreistag Neuburg-Schrobenhausen

  1. Reinhold Deuter, Piratenpartei
  2. Gabriele Nava, Die Linke
  3. Monika Bichler, ÖDP
  4. Holger Geißel, ÖDP
  5. Petra Häusler, Die Linke
  6. Manfred Wilhelm, Parteilos
  7. Sandy Grande, ÖDP
  8. Nico Borgsmüller, Piratenpartei
  9. Stephanie Douda, Die Linke
  10. Alois Gardel, ÖDP
  11. Heidemarie Batram, Parteilos
  12. Michael Wittmair, Die Linke
  13. Wolfgang Bole, Die Linke
  14. Klaus Batram, Parteilos
  15. Bernd Neuner, Piratenpartei
  16. Roland Keller, Die Linke
  17. Günter Sauer, Parteilos
  18. Maximilian Seitz, Die Linke
  19. Manfred Häusler, Die Linke
  20. Elmar Hirster, Die Linke
  21. Alfred Reng, Parteilos
  22. Norman Glöckel, Parteilos
  23. Martin Fischer, ÖDP
  24. Reinhard Gailhofer, Parteilos
  25. Gerhard Schwind, Die Linke
  26. Winfried Glosser, Parteilos
  27. Gerd Elvers, Die Linke
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