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Ingolstadt

11.06.2019

Prozess gegen Lehmann: Beweisaufnahme geht dem Ende zu 

Alfred Lehmann (mittig) mit seinen beiden Verteidigern Jörg Gragert (links) und Andreas von Mariassy (rechts).
Bild: Ulrich Wagner

Am Dienstag war im Korruptionsprozess gegen Ex-OB Lehmann zunächst aber sein früherer Kollege, Bürgermeister Albert Wittmann, als Zeuge geladen. 

Die Beweisaufnahme im Korruptionsprozess gegen Ingolstadts früheren Oberbürgermeister Alfred Lehmann geht allmählich ihrem Ende zu. Zwei weitere Verhandlungstage sind von Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl noch dafür vorgesehen. Am 24. Juli dann soll es die Plädoyers geben und – sollte nichts mehr dazwischenkommen – wird aller Voraussicht nach am 30. Juli das Urteil von der Großen Strafkammer verkündet werden.

Der frühere Rathaus-Chef muss sich dort seit Anfang März wegen Bestechlichkeit und Untreue verantworten. Wie ausführlich berichtet, geht es um den Verkauf von Grundstücken und Wohnungen, die in öffentlicher Hand waren. Im ersten Fall sind es ein gutes Dutzend Studentenappartements in einem Mannschaftsgebäude auf dem Gelände der früheren Pionierkaserne. Im zweiten Fall geht es um den Verkauf des Areals Altstadtkrankenhaus im Jahr 2012.

Ingolstadts Ex-OB Lehmann bestreitet die Vorwürfe vehement

Lehmann bestreitet die Vorwürfe vehement. Auch am Dienstag verlas er eine längere Erklärung, um die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Ingolstadt – in einer nicht ganz einfach zu durchschauenden Gemengelage – im Detail zu entkräften.

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Nachdem vor Wochen bereits der amtierende Oberbürgermeister Christian Lösel geladen gewesen war, trat am Dienstag in Sachen Studentenappartements und Pionierkaserne dann Bürgermeister Albert Wittmann in den Zeugenstand. Nochmals zum besseren Verständnis der Hintergrund:

Lehmann und sein inzwischen verstorbener Vater hatten 2011 insgesamt 16 Appartements in einem vormaligen Mannschaftsgebäude gekauft. Zu diesem Zeitpunkt war Lehmann nicht nur OB, sondern auch Verwaltungsratsvorsitzender der städtischen Industriefördergesellschaft (IFG). Er soll sich in dieser Funktion persönlich dafür eingesetzt haben, dass ein bestimmter Bauunternehmer den Zuschlag für die Immobilie erhält. Im Gegenzug habe Lehmann danach bei diesem günstig die Wohnungen erstanden und diese von ihm billiger ausgebaut bekommen.

Nächster Verhandlungstag am Landgericht Ingolstadt ist am 26. Juni

Lehmann hatte an einem der früheren Verhandlungstage vor Gericht gesagt, dass auch sein früherer Kollege Wittmann von dem Bauunternehmer die Wohnungen zum Kauf angeboten bekommen, dies aber abgelehnt habe. Und anschließend habe Wittmann, ihn – Lehmann – gefragt, ob er Interesse daran habe.

Wittmann bestätigte das so nicht. Er sagte aus, er habe am Rande eines Neujahrsempfanges von dem Bauunternehmer erfahren, dass er die Appartements kaufen und dann weiterveräußern wolle. Lehmann habe er – Wittmann – davon irgendwann nebenbei erzählt. Ob Lehmann dann damals Interesse an den Wohnungen gezeigt habe, daran könne er sich nicht erinnern.

Der Prozess wird am 26. Juni fortgesetzt. (kuepp)

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