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Neuburg

25.01.2021

Radwege in Neuburg: „Wenn man will, kann man viel erreichen“

An der Kreuzung Monheimer/Ingolstädter Straße hat die Stadt Neuburg im Sommer 2020 einen roten Fahrradstreifen angebracht, damit Autofahrer auf querende Radler aufmerksam gemacht werden.
Foto: Winfried Rein

Plus Über 1600 Bürger unterstützen die Forderungen der Neuburger Radaktivisten nach besseren Bedingungen für Radfahrer. Welche davon umgesetzt werden, entscheidet am Dienstag der Stadtrat.

Das selbst gesteckte Ziel ist mehr als erfüllt: 550 Menschen wollte die Aktionsgruppe „Fridays & Parents for Future“ aus Neuburg im Sommer vergangenen Jahres für ihre Online-Petition gewinnen, in der gefordert wird, Neuburg für Fußgänger und Radfahrer sicherer zu gestalten. Am Ende des halbjährigen Petitionszeitraums haben über 1600 Bürger dieses Ansinnen unterstützt. Eine Zahl, die der Stadtrat Neuburg nicht ignorieren will. Deshalb wird er in seiner nächsten Sitzung am morgigen Dienstag auch darüber sprechen, wie die Stadtverwaltung mit den Forderungen der Klimaschützer umgehen wird.

Oberster Ziel der Petition ist, dass alle Verkehrswege in Neuburg – von den Gehwegen über die Radwege bis hin zu den Straßen – neu überplant und in ein Gleichgewicht gebracht werden sollen. Dazu gehört nach Meinung der Future-Bewegung unter anderem eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung in der Neuburger Innenstadt auf 30 km/h und eine eigene Grünphase für Fußgänger und Radfahrer an der Kreuzung Ingolstädter/Monheimer Straße. Ideengeber dafür war Verkehrsexperte Prof. Heiner Monheim, der im Sommer das Radwegenetz in Neuburg unter die Lupe genommen hat.

Radwege in Neuburg: Bemühungen des Stadtrats sind erkennbar

Dass sich in Neuburg zuletzt einiges zugunsten der Radfahrer getan hat, erkennen die Aktiven von Fridays/Parents for Future durchaus an. „Bemühungen der Stadtspitze zur Verbesserung der Fahrradmobilität in Neuburg sind ohne Frage erkennbar“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dazu gehöre nicht nur der neue Radweg am Graben oder an der Grünauer Straße, sondern auch der einstimmige Beschluss des Neuburger Stadtrats für eine Geh- und Radwegbrücke über die Donau. Diese Entscheidung sei von vielen Neuburgern „begeistert aufgenommen“ worden.

Nicht nachvollziehbar sei ihrer Meinung nach in diesem Zusammenhang jedoch der Standpunkt von Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der zweiten Donaubrücke Priorität gegenüber einer Geh- und Radwegbrücke einzuräumen. „Wird damit die Umsetzung (...) auf nicht absehbare Zeit verschoben?“, unken die Klimaschützer. Im September hatte sich der Stadtrat für den Bau einer solchen grundsätzlich ausgesprochen. Standort, Nutzbarkeit (auch für Rettungsfahrzeuge?) und Kosten sind jedoch noch ungeklärt.

Forderung von Fridays for Future: Tempo 30 in der Neuburger Innenstadt

Unterstützung erhält die Radbewegung von Stadtrat und Verkehrsreferent Bernhard Pfahler. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h im Innenstadtbereich wäre auch für ihn wünschenswert. Allerdings sieht er die Umsetzung als problematisch an. „Für mich hängt alles mit der zweiten Donaubrücke zusammen“, sagte er auf Nachfrage der Neuburger Rundschau. Sollte ein Großteil des Verkehrs eines Tages um Neuburg herumgeleitet werden, gebe es auch für Tempo 30 in der Innenstadt eine größere Chance.

Bernhard Pfahler wird sich möglicherweise künftig intensiver mit den Interessen der Radfahrer in Neuburg auseinandersetzen. Denn der Stadtrat wird am Dienstag darüber entscheiden, ob er zum Fahrradbeauftragten ernannt werden soll. Damit würde die Stadt Neuburg einer der Forderungen der Radaktivisten nachkommen.

Huniar unterstützt die Forderung nach besseren Radwegen in Neuburg

Zu den Unterstützern gehört auch der ehemalige OB Neuburgs, Hans Günter Huniar. „Es geht um’s Wollen! Und wenn man will, kann man viel erreichen“, gibt er den Entscheidungsträgern mit auf den Weg und ergänzt: „Die Bereitschaft der Menschen, aufs Rad zu steigen und damit nicht nur für ihre Gesundheit, sondern auch für Klima-, Natur- und Umweltschutz aktiv zu werden, steigt beständig. Dazu muss man gute Rahmenbedingungen schaffen. Vor dieser Realität kann die Stadtspitze nicht weiter die Augen verschließen, sondern muss reagieren. Um Klimaziele zu erreichen, darf man den Klimaschutz nicht vernachlässigen.“

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