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Lebenshilfe

10.11.2015

„Raum der Begegnung“

Bischof Gregor Maria Hanke (Mitte) und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiß (Zweiter von rechts) in der Telefonseelsorge Ingolstadt.
Bild: Agnes Pöschl/Telefonseelsorge Ingolstadt

Was vor 60 Jahren aus der „Ärztlichen Lebensmüdenbetreuung“ entstanden ist

Zum Auftakt ihres Jubiläumsjahrs „60 Jahre Telefonseelsorge in Deutschland“ haben der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiß die Stelle in Ingolstadt besucht. Sie nahmen damit teil an einem Aktionstag, an dem in ganz Deutschland evangelische und katholische Bischöfe die 105 Telefonseelsorge-Stellen besuchten, um sich von der Arbeit der knapp 8000 Ehrenamtlichen ein Bild zu machen.

Bischof Hanke zeigte sich laut Mitteilung der Diözese beeindruckt von dem Engagement, das neben den klassischen Telefongesprächen auch eine Chatberatung ermöglicht: „Telefonseelsorge ist wichtig als Raum der Begegnung. Die Menschen von heute brauchen diesen Raum, in den sie mit all ihren Sorgen und existenziellen Nöten eintreten können – es ist ein Weg der Heilung, den die Telefonseelsorge und die Ehrenamtlichen ganz konkret den Menschen anbieten.“

Im Zentrum des Besuchs der Bischöfe stand die Alltagswirklichkeit der Gespräche am Telefon und der Chatberatung und -seelsorge. Die hohe Inanspruchnahme des Angebots wurde ebenso angesprochen wie die große Bandbreite der Anliegen der Ratsuchenden. Themen wie tiefe Vereinsamung und Trauer begegnen den Ehrenamtlichen demnach nahezu ständig.

„Raum der Begegnung“

Beim Rundgang interessierten sich die Bischöfe besonders für die Gestaltung des Dienstes sowie dafür, wie die Ehrenamtlichen selbst mit belastenden Gesprächen umgehen. Regionalbischof Weiß betonte, wie wichtig es heutzutage sei, richtig hinzuhören: „Damit hat die Telefonseelsorge eine therapeutische Funktion, nämlich den Menschen zu helfen, die eigenen Gedanken zu klären und dann sorgfältiger miteinander zu reden. Da übernimmt sie für die Kirche auch einen Dienst an der Gesellschaft.“

Als Geburtsstunde gilt die Einrichtung einer privaten Telefonnummer für die „Ärztliche Lebensmüdenbetreuung“ 1956 in Berlin durch den evangelischen Pfarrer Klaus Thomas, der damit eine Idee aus England aufgriff. Bundesweit werden mittlerweile fast zwei Millionen Gespräche im Jahr geführt.

Die Telefonseelsorge Ingolstadt ist 22 Jahre alt. Sie wurde nach Absprachen zwischen dem katholischen Dekanat Ingolstadt und dem evangelischen Dekanatsbezirk Ingolstadt sowie dem Seelsorgeamt in Eichstätt am 10. Mai 1993 als ökumenische Einrichtung gegründet.

Heute arbeiten 62 Frauen und Männer ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge Ingolstadt mit, fünf von ihnen neben dem Telefon auch in der Chatseelsorge und -beratung. Es werden weiterhin Ehrenamtliche gesucht, die sich engagieren wollen.

Die Telefonseelsorge ist unter 0800/1110111 und 1110222 zu erreichen.

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