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Neuburg

07.04.2021

Reaktorkatastrophe: Diese Geschichte erzählt die Serie "Chernobyl"

Aus ihrer Sicht werden in den fünf rund einstündigen Folgen der Serie „Chernobyl“ die Folgen der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erzählt: Der Wissenschaftler Waleri Legassow und der Politiker Boris Schtscherbina.
Foto: Laura Freilinger

Plus Vor knapp 35 Jahren hat die Fehlentscheidung einer Person beinahe ganz Europa ausgelöscht. Die Geschichte der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl wird nun in einer spannenden Serie erzählt.

Pilze und Wildfleisch aus den heimischen Wäldern sollte man nur gelegentlich verzehren und bevor so manches japanische Lebensmittel in den Supermarkt wandert, wird es auf Radioaktivität untersucht. Diese Beispiele zeigen, dass Spuren des schwersten Atomenergieunfalls der Welt noch immer in unserem Leben zu finden sind. Bei den Explosionen im Atomkraftwerk von Tschernobyl im Jahr 1986 wurden die Reaktorblöcke zerstört, sodass höchst radioaktives Material in die Atmosphäre geschleudert wurde.

In den fünf rund einstündigen Folgen der Serie „Chernobyl“ werden die kurz- und langfristigen Folgen der Katastrophe aus der Sicht des Wissenschaftlers Waleri Legassow (Jared Harris) und des sowjetischen Politikers Boris Schtscherbina (Stellan Skarsgard) erzählt. Bemerkenswert ist, wie nah die Produktion dabei an der wahren Begebenheit des Unglücks bleibt.

"Chernobyl" bleibt dabei sehr nah an der wahren Begebenheit der Atomkatastrophe

Auslöser der nuklearen Katastrophe war ein verzögerter Sicherheitstest, der vom ungeduldigen Schichtleiter Anatoli Djatlow (Paul Ritter) beschleunigt wurde. Dadurch hörte der Reaktor zunächst auf zu arbeiten, was die Sicherheitsvorkehrungen außer Kraft setzte.

Aufgrund eines Fehlers der Konstrukteure führte die Betätigung des Notfallknopfes als letzte Hoffnung aber dazu, dass sich die Leistung des Reaktors nun um ein Vielfaches steigerte und er schließlich explodierte. Im Kontrollraum, der keine Sicht auf den Reaktor als solchen zuließ, ignorierte Schichtleiter Djatlow die Hinweise seiner Arbeiter, dass der Reaktor explodiert sei, was die Situation weiter zuspitzt. Als Folge wird das gesamte Gebiet um Tchernobyl radioaktiv verseucht.

Zwischen den Szenen aus strahlenkranken Menschen, toten Tieren, absterbenden Wäldern und dem absoluten Chaos taucht immer wieder die Untersuchungskommission unter Michail Gorbatschow (David Dencik) auf. Entgegen der Ungläubigkeit der meisten politischen Vertreter im Gremium gibt dieser dem Wissenschaftler die Möglichkeit, seine Perspektive wahrheitsgemäß zu schildern und schließt ihn als Mitglied der Kommission in die Beratungen zum Umgang mit dem Atomunglück ein. Weiterhin wird durch gezielte Fehlinformationen und Vertuschungen – auch innerhalb der eigenen politischen Reihen – versucht, die Katastrophe klein zu reden.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt die traurige Geschichte des Feuerwehrmanns Wassili Ignatenko, der zu den Löscharbeiten des Kraftwerks herangezogen wurde, sowie seiner schwangeren Frau Ljudmila. Durch seinen Einsatz wird Wassili noch schwer unter der Strahlung leiden. Seine Frau, die ihn trotz Verbot im Krankenhaus besucht, verliert deswegen sogar ihr Kind. In den weiteren Folgen droht eine Kernschmelze und ein junger Soldat muss bei der „Beseitigung“ und damit Tötung verwahrloster Haustiere helfen. Am Ende treffen sich die Protagonisten schließlich zur Aussage vor Gericht.

Die Serie "Chernobyl" läuft auf Sky und Amazon Prime Video

Wer die Serie sieht, kann wohl kaum den Gedanken verdrängen, dass die Fehlentscheidung einer einzigen Person fast ganz Europa ausgelöscht hätte. Sicherlich ist die Geschichte, die durch den Feuerwehrmann und seine schwangere Frau zusätzlich emotional aufgeladen ist, keine leichte Kost. Doch ist es wichtig, dass die Tragödie Tschernobyl nicht in Vergessenheit gerät.

Aktuell sind die fünf Folgen der ersten Staffel von „Chernobyl“ auf Sky und Amazon Prime Video zu sehen. Ab dem 12. April zeigt ProSieben die Serie erstmals im deutschen Fernsehen. Eine zweite Staffel ist laut Autor Craig Mazin nicht geplant.

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