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02.12.2008

Regeneration in oranger Grotte

Neuburg Es gab schon Gäste, die haben erst einmal mit der Zunge am Stein geleckt - ob es auch wirklich salzig schmeckt. Denn was erwartet der Besucher von einer Salzgrotte? Zumindest wohl irgendetwas, was einen an das weiße Pulver im Küchenschrank erinnert.

Doch damit hat eine Salzgrotte nur wenig zu tun, erklärt Gerti Engel. Sie arbeitet im Salzparadies in der Augsburger Straße in Neuburg. Die medizinische Grotte gibt es seit Mai dieses Jahres. Den Besucher erwartet dort ein gut 30 Quadratmeter großer Raum, der in warmem Orange leuchtet, denn die Salzsteine sind nicht reinweiß, wie das Küchensalz, sondern naturbelassen und damit bräunlich.

Wie Backsteine sind die rauen Klötze mit einem Gesamtgewicht bis 18 Tonnen bis zur Decke gestapelt. Himalaya-Salz, Karpaten-Salz, Alpen-Salz und Halit-Salz - diese Kombination soll die besondere und gesunde Atmosphäre schaffen. Indirekte Beleuchtung lässt die Wände glühen, auch wenn es in der Salzgrotte, deren Boden ebenfalls aus Salzsteinen besteht, angenehme 27 Grad hat.

Klima wie im Salzstollen

Man muss nicht am Stein lecken, um zu glauben, dass das hier tatsächlich eine Salzgrotte ist. Man riecht es, irgendwie atmet man rein und klar. Staubfreie Luft soll es in der Grotte geben, ein Klima wie in einem Salzstollen. Auf Liegestühlen kann sich der Kunde ausstrecken, einatmen, ausatmen und bei Klangtönen entspannen während die Beleuchtung langsam in einen sternenreichen Nachthimmel übergeht.

Doch wer in die Salzgrotte kommt, tut das nicht nur, um zu entspannen. "Dabei ist es auch gerade bei Stress ideal", so Gerti Engel. Die meisten Kunden kommen mit Beschwerden der Atemwege: Asthma, Erkältung, Heuschnupfen. Andere haben Hautprobleme wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne.

Der Körper nimmt die Inhaltsstoffe des Salzes über die Atemwege und die Haut auf. Ein feiner, unsichtbarer Nebel wird mit einer entsprechenden Pumpe im gesamten Raum verteilt und liefert so die Mineralstoffe an den Besucher. Dieses Sole-Insonisationsgerät macht die Grotte zu einem medizinischen Salzparadies - ein Unterschied zu vielen in Bayern entstehenden Grotten dieser Art.

Der medizinische Aspekt überzeugte die Betreiber, Barbara und Peter Wazlawczyk. Die beiden aus Schlesien stammenden Physiotherapeuten kannten das Konzept aus ihrer Heimat und waren "ganz begeistert". Der Umzug der Physiotherapie-Praxis von der Bahnhofsstraße in die jetzigen Räume im Januar 2007 brachte die Entscheidung für die Salzgrotte. Im Mai 2008 war sie fertig.

Nach erstem Zögern nehmen die Neuburger das Angebot an. "Es gab eine Kundin, die seit zwei Jahren unter einem Ekzem auf der Hand litt, nach ein paar Besuchen war es viel besser", berichtet Gerti Engel. Natürlich läuft es nicht immer so problemlos.

Antibakterielle Wirkung

Bisher werden die Kosten für einen Besuch der Salzgrotte nicht von der Krankenkasse übernommen. "Dafür sind die Erfolge noch nicht anerkannt", erklärt Engel. Doch die antibakterielle und heilende Wirkung der Salzkonzentration soll tatsächlich helfen, auch bei Kleinkindern. Für die gibt es in der orange-gelben Grotte sogar einen Extra-Salzkasten, sozusagen ein Sandspielplatz mit Salzkörnern.

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