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Rennertshofen

16.05.2018

Rennertshofen erhöht die Gewerbesteuer

In Rennertshofen müssen Unternehmen künftig mehr Steuer bezahlen.
Bild: bluedesign, Fotolia

Weil sich weniger Unternehmen als erhofft in der Gemeinde angesiedelt haben und die Ausgaben in Zukunft steigen werden, steigt der Hebesatz auf 350 Prozent.

Vor neun Jahren hatte die Marktgemeinde den Hebesatz der Gewerbesteuer auf 320 Prozent gesenkt. Damals hatte man für die Wirtschaft ein Zeichen setzen wollen. Große Ansiedlungen fanden in Rennertshofen seither nicht statt. Nun aber blickt die Gemeinde in eine Zukunft mit Mehrausgaben und Kreditaufnahmen. Deshalb hat der Gemeinderat am Dienstag eine Anhebung des Hebesatzes auf 350 Prozent beschlossen – allerdings nicht, ohne die Sachlage kontrovers zu diskutieren.

Denn, so Gemeinderat Peter von der Grün, die Erhöhung sei ein zweischneidiges Schwert. Gesenkt habe man den Hebesatz damals, um Ansiedlungswilligen zu signalisieren, sie seien in Rennertshofen willkommen. „Nun haben wir ein Gewerbegebiet ausgewiesen, das wir auch bebaut sehen wollen.“ Bürgermeister Georg Hirschbeck gab zu bedenken, dass es der Wirtschaft gerade sehr gut gehe und da sei die Erhöhung verkraftbar. Gemeinderat Theo Rehm, selbst Gewerbetreibender in Rennertshofen, merkte an, dass die Finanzlage der Gemeinde die Erhöhung notwendig mache. Er wollte wissen, wie hoch der Gewerbesteuersatz in den Landkreisgemeinden liege. Der Kämmerer der Marktgemeinde informierte die Räte, dass der Durchnittshebesatz im Landkreis bei 322 Prozent liegt. Neuburg, Schrobenhausen und drei weitere Gemeinden lägen bei 350 Prozent. Am niedrigsten wird das Gewerbe in Aresing und in Berg im Gau mit 300 Prozent besteuert. Außerdem rechnete er den Gemeinderäten Mehreinnahmen durch die Erhöhung von rund 100000 Euro pro Jahr vor.

Eine kurze Debatte bahnte sich um die Frage an, wieso der Hebesatz überhaupt gesenkt worden sei. Heinrich Müller fühlte sich falsch verstanden, hatte er doch damals eine Verringerung der Grundsteuer angeregt „und nicht, wie fälschlich behauptet, die Verringerung der Gewerbesteuer“. Hans-Josef Landes verwies auf die damalige gute finanzielle Lage der Marktgemeinde und das Ziel, mehr Gewerbe anzusiedeln. Zusammen mit Magdalena Rehm stimmte er gegen die Erhöhung, die mit zwei Gegenstimmen dann doch beschlossen wurde.

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