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Rennertshofen

29.11.2017

Rennertshofener wollen mehr mitreden

Das Leichenhaus am Rennertshofener Friedhof (Bild) soll genauso saniert werden wie die in Hütting und Bertoldsheim. 
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Das Leichenhaus am Rennertshofener Friedhof (Bild) soll genauso saniert werden wie die in Hütting und Bertoldsheim. 

Die Gemeinde bekommt kein Kinoseum, dafür aber einen Solarpark, ein Sportzentrum und viel Lastwagenverkehr.

Schade sei es, richtig schade, dass das Kinoseum nicht Wirklichkeit werde, meinte ein Rennertshofener. Und wo denn in Zukunft Großveranstaltungen abgehalten werden könnten, wenn ein Gemeindezentrum oder Kinoseum – der Name hatte sich kurz vor der Ablehnung noch geändert – nicht gebaut werde, wollte ein anderer wissen. Bürgermeister Georg Hirschbeck hatte auf diese Frage gleich mehrere Alternativen parat. Der Bau des Pfarrheimes werde im kommenden Jahr begonnen, die geplante neue Schule biete in der Aula Platz für bis zu 200 Personen. Außerdem entstehe ein neues Sportheim und schließlich sei auch noch die Turnhalle da. Damit war das Kinoseum auch in der Bürgerversammlung vom Tisch.

Aber die Worte Bürgerentscheid und Bürgerbefragung sind momentan in der Marktgemeinde in aller Munde und wurden auch bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend im Welschbräu immer wieder ausgesprochen. Ein vom Gemeinderat abgelehntes Kinoseum im Marktzentrum, eine neue Sportanlage für den FC Rennertshofen bei Treidelheim, ein Solarpark direkt vor den Toren von Kienberg und eine Polderbaustelle, deren Verkehr nicht nur die Riedensheimer Bürger nervt – diese vier Themen scheinen den Bürgern auf den Nägeln zu brennen.

Wieso sie nicht selbst mitentscheiden dürften, so die oft gestellte Frage am Dienstag. Auch beim geplanten Solarpark in Kienberg. Die Einwohner dort fühlen sich verschaukelt und in ihren Bedenken nicht ernst genommen, so ein Kienberger, der berichtet, dass sich die Bewohner dort von Windrädern und Solarpark regelrecht erdrückt fühlten. Für einen Bürgerentscheid würden die notwendigen Unterschriften fehlen, so Hirschbeck, der noch einmal betonte, dass der Gemeinderat sich die Zustimmung zu dem Projekt nicht leicht gemacht habe, sondern die Einwände sehr wohl ernst nehme. Aber am Ende müsse eben auch abgewogen werden. Die Kienberger bekämen aber bei einer zweiten Auslegung der Pläne noch einmal die Möglichkeit, ihre Einwände zu äußern.

Einen Bürgerentscheid über das Kinoseum hatte der Gemeinderat selbst diskutiert. Aber beim geplanten Sportzentrum? Das sorgte vor allem wegen seiner über Jahre verzögerten Planung für Gesprächsstoff. Und wegen des Standortwechsels, mit dem es näher an Treidelheim heranrückt. Mit diesem Standortwechsel hatte die Planung noch einmal ganz von vorne begonnen werden müssen. Ein entsprechender Antrag für eine Bürgerbefragung sei bei der Gemeinde eingereicht worden und werde in einer der kommenden Sitzungen behandelt, sagte Hirschbeck.

Über die Zufahrten zu der Polderbaustelle südlich von Riedensheim schließlich braucht man die Bürger nicht zu befragen. Man muss sich nur die Wege anschauen, um den Ärger der Riedensheimer zu verstehen. Die beklagen die Nichteinhaltung von Absprachen mit der Regierung von Oberbayern. Viele der Lastwagenfahrer würden sich nicht an die vorgeschriebenen Wege halten. Und Beschädigungen würden nicht ordentlich ausgebessert werden. Die Gemeinde und die Bürger würden auf den Kosten für Straßen und Wege sitzen bleiben, wenn diese nicht im offiziellen Wegeplan und damit in der Bestandssicherung aufgenommen seien, so der Riedensheimer Gemeinderat Hans Muschler. Deshalb müsse darauf bestanden werden, dass nur die vorher abgesprochenen Zufahrten genutzt werden dürfen. Bürgermeister Hirschbeck hat inzwischen den Firmen sogar mit polizeilicher Sperrung gedroht.

Auch diese Themen kamen bei der Bürgerversammlung zur Sprache:

Bauen Rennertshofen wächst. Die Grundstücke im Baugebiet Rennertshofen-Nord sind bis auf eines alle verkauft. Und auch für das geplante Gewerbegebiet gebe es bereits Interessenten, so Hirschbeck. In den Neubau der Schule, in die Planung einer Kläranlage und in weitere Kanalsanierungen wird die Gemeinde in den kommenden zehn Jahren rund 30 Millionen Euro investieren. „Stand heute ist die Pro-Kopf-Verschuldung der Rennertshofener bei Null. Das wird aber nicht so bleiben“, sagte Hirschbeck. Die Höhe der Rücklagen konkretisierte er nicht. Da stünden noch Rechnungen aus, die erst beglichen werden müssten, so das Gemeindeoberhaupt.

Wer zahlt für den Straßenausbau? Eine Straßenausbaubeitragssatzung wird es erst mal nicht geben. Rennertshofen wartet ab, wie der gesamtbayerische Weg aussehen wird. Bekanntlich wollen die Freien Wähler im Landtag die Beiträge ganz kippen. Der Gemeinderat wird sich zu dem Thema aber fachkundigen Rat einholen.

Friedhof In den Friedhöfen Rennertshofen, Hütting und Bertoldsheim werden die Leichenhäuser saniert. Neubauten werden nicht entstehen.

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