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17.06.2009

Riesige Probleme mit den beiden Deponien

Ehekirchen (drx) - Kaum eine Zukunft haben die beiden Bauschuttdeponien in der Gemeinde Ehekirchen. Die Deponie in Hollenbach wird ab Mitte Juli stillgelegt werden. Für die Deponie in Bonsal will die Gemeinde beim Landratsamt eine Genehmigung zum Sand- und Kiesabbau sowie für die Annahme von unbelastetem Aushub einholen, beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag.

Alles andere als erheiternd seien die Gespräche mit den Fachbehörden gewesen, fasste Bürgermeister Günter Gamisch die Debatten um die Zukunft der beiden Bauschuttdeponien zusammen. Nachdem die nicht mehr den Vorgaben der Deponieverordnung entsprechen, sollen sie ab Mitte Juli geschlossen werden.

Alternativen, wie die Ansiedelung einer Firma auf der Deponie, lehnen die Fachbehörden ab. Ein schwacher Trost ist es da für die Ehekirchener, dass sie nicht allein betroffen sind, sondern auch die Deponien in Karlskron, Aresing, Gachenbach und die landkreiseigene Deponie in Königslachen. Die örtlichen Voraussetzungen seien bei allen im Landkreis betroffenen Gemeinden ähnlich, hatte ein Experte festgestellt. Ein weiterer Betrieb sei nur möglich, wenn erheblich nachgerüstet würde. Der Landkreis entschloss sich daraufhin laut Simon, seine Deponie zu schließen. "Wir müssten sehr viel Geld in die Hand nehmen, um sie weiter zu betreiben."

Nachrüstung für Deponie in Bonsal kostet 600 000 Euro

Riesige Probleme mit den beiden Deponien

So sieht es auch in Ehekirchen aus. Im Falle der Bonsaler Deponie, die noch ein geschätztes Restverfüllvolumen von 60 000 Kubikmeter hat, wären das laut Gutachter um die 600 000 Euro, die die Gemeinde zum Beispiel für eine technische Barriere oder Drainage investieren müsste. Selbst wenn die Deponie künftig nur noch als so genannte Erddeponie genutzt werden sollte, müssten etwa 120 000 Euro für Nachrüstungen ausgegeben werden, sagte Vogt.

Geld muss die Gemeinde allerdings in jedem Fall in die Hand nehmen. Selbst wenn sie keine der beiden Deponien mehr nutzen will und somit keine Kosten für den weiteren Betrieb anfallen, muss die Gemeinde rund 600 000 Euro (davon 400 000 Euro für die Hollenbacher Deponie) für Rekultivierung und eine Oberflächenverdichtung zahlen. Eine Summe, bei der die Gemeinderäte erst einmal kräftig schlucken mussten.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das in den nächsten zwei bis drei Jahren machen können", meinte eine geschockte Vizebürgermeisterin Maria Lang. Die Deponien an den Landkreis zurück zu geben, sei nicht möglich, hat Gamisch schon geprüft. Eigentümer sei immer die Gemeinde, die damit auch für die Rekultivierung zuständig ist.

Die Gemeinde sollte Bauschutt selber shreddern dürfen, fand Paul Kammerer. Das Material könnte sinnvoll für das Ausbessern des Feldwegenetzes verwendet werden. Außerdem regte er eine Probebohrung an, ob die Bonsaler Grube tatsächlich keine geologische Barriere, also eine Lehmschicht, hat. Wenn doch, würden sich die Nachrüstkosten deutlich reduzieren. Simon bot an, die Kosten für eine Schürfe in etwa drei Meter Tiefe zu übernehmen. Je nach Ergebnis würde sich dann unter Umständen eine Bohrung, die um die 4000 Euro kostet, erübrigen.

Parallel dazu will die Gemeinde in Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen Gemeinden ein Angebote von Planern für die Rekultivierung einzuholen. Auch die Möglichkeit, doch noch für einen privaten Recycler einen Platz in der Gemeinde zu finden, wolle man sich offen halten, sagte der Bürgermeister.

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