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Neuburg

18.05.2019

Ritterliches Spektakel auf der Donau in Neuburg

Jakob Degmayr (rechts) vom Team Neuburg II holte sich den Titel des Stecherkönigs. Einmal musste er trotzdem ins Wasser, Donauwörths Routinier Uli Lechner schickte den Lokalmatador von der Zille in die Donau. Rund 600 Zuschauer verfolgten die Wettkämpfe vom Donaukai aus.
Bild: Norbert Eibel

Mit dem Fischerstechen und dem Fischergasslerfest kommt der Sommer in die Stadt. Der Stecherkönig heißt Jakob Degmayr. Warum die Jury über den Sieg entscheiden musste. 

Nach dem feuchten Schlagabtausch standen die beiden Kontrahenten vereint am Donaukai, feixten und fachsimpelten über die Kunst, den Gegner mit der Lanze vom Boot ins Wasser zu befördern. Lokalmatador Jakob Degmayr ist der Stecherkönig des 45. Neuburger Fischerstechens, Donauwörths Peter Heckmeier freute sich über den Mannschaftssieg mit seinem Team.

Stecherkönig Jakob Degmayr (links) aus Neuburg kam auf sechs Punkte wie sein Donauwörther Kontrahent Peter Heckmeier.
Bild: Norbert Eibel

Den besten Stecher hatte am Ende die Jury gekürt, beide Topathleten hatten nach fünf Durchgängen sechs Punkte gesammelt. Daumen hoch, hatte Heckmeier dieser Entscheidung zugestimmt. „Ich hätte das auch von mir aus angeboten. Das ist Jakobs Heimstechen und es gibt nichts Größeres, als daheim zu gewinnen“, gab er sich auch später generös. Auf einen finalen Showdown hatten beide lieber verzichtet. „Es bringt nix, wenn zwei Büffel wie wir nochmals aufeinander losgehen“, flachste der Donauwörther. Die Verletzungsgefahr sei schon groß, pflichtete der Sieger bei. „Ich bin superzufrieden, es war ein top Stechen.“

Am Ende zählen auch Reaktion und Schnelligkeit bei dem Spektakel auf der Donau

Die Wucht, mit der die Stecher sich die Lanzen auf die Brust knallen, ist nicht zu unterschätzen. Dreieinhalb bis vier Zentner, so schätzen die beiden, kommen pro Zille und Mannschaft zusammen. „Du wirkt also fast eine Tonne auf einen ein“, so Peter Heckmeier. „Kraft allein ist aber nicht alles. Es zählen Reaktion und Schnelligkeit. Am Ende entscheidet es sich im Bruchteil einer Sekunde“, ergänzt Jakob Degmayr.

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Der Fanfarenzug Ottheinrich geleitete die Mannschaften beim Einzug vom Ruderclub zum Donaukai.
Bild: Norbert Eibel

Kerzenmeister Siya Ettenreich moderierte die Wettkämpfe und erläuterte die Regeln. Nachempfunden ist das Fischerstechen den mittelalterlichen Lanzenturnieren. Fairness ist daher oberstes Gebot, damit die Wettkämpfe ohne Verletzungen abgehen. Die Zillen werden von einem Steuermann und zwei Ruderern befahren. Neben zwei Teams der Gastgeber waren am Samstag die Mannschaften aus den Nachbarstädten Ingolstadt und Donauwörth sowie die Kameraden aus Stepperg dabei. Die Reihenfolge der Mannschaften und damit, wer zuerst stromabwärts oder -aufwärts kämpft, wurde ausgelost. Jeder musste gegen jeden antreten, insgesamt fünf Durchgänge zu je vier Vergleichen wurden gerudert. „Nicht nur das Gewicht macht’s aus, auch Technik gehört dazu. Sauberer Kampf“, lobte Moderator Ettenreich Steppergs Jürgen Heckl beim Punktsieg gegen Neuburg II. Am Ende siegte Donauwörth mit zehn Punkten vor den Teams Neuburg II (6), Stepperg (4), Neuburg I (2) und Ingolstadt (0).

Beide Promis gingen in der Donau baden

Als Pauseneinlage duellierten sich Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74, Oberst Thomas Früh. Dieser Vergleich endete schiedlich friedlich, denn beide Promis gingen in der Donau baden.

Die Fischergasse war schon am Nachmittag gut besucht. Gefeiert wurde dort bis spät in die Nacht.
Bild: Norbert Eibel

Nach dem Stechen luden die Fischergassler bei sommerlicher Witterung eine Ecke weiter zu ihrem Traditionsfest und hatten nach der organisatorischen Pause im Vorjahr für ihre Gäste ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Am Nachmittag spielte der Musikverein Adelschlag-Möckenlohe auf, Buden und Biertischgarnitur luden zum Verweilen ein. Am frühen Abend gab der Fanfarenzug Ottheinrich ein Standkonzert, die Neuburger Band Tuesday sorgte am Abend für die passende Stimmung, ehe zum Ausklang das Feuerwerk die nächtliche Donau zum Leuchten brachte.

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