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Neuburg

13.09.2019

Robert Sellner: Ein „bunter Hund“ wird 100 Jahre

Zusammen mit Lebensgefährtin Christa Hermann feiert Robert Sellner am Samstag im Kreise der Familie und Freunde seinen 100. Geburtstag.
Bild: Johannes Bahr

Der Neuburger Robert Sellner kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Den Ehrentag feiert er mit der Familie und Freunden.

In einem Jahrhundert kann ein Mensch viel erleben. Den Zweiten Weltkrieg, ein geteiltes und wiedervereinigtes Deutschland, das Älterwerden der Kinder und Enkelkinder. Robert Sellner ist so ein Mensch. Dabei war er mit seinem Leben stets zufrieden. Am Samstag feiert er seinen 100. Geburtstag. Grund genug, einen Blick zurückzuwerfen.

Im Jahr 1919 wurde er als jüngster von drei Brüdern im damaligen Winterberg (heute Vimperk, Tschechien) geboren. Als ursprünglich gelernter Friseur hatte das Leben für ihn jedoch andere Pläne vorgesehen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs meldete sich der damals 19-jährige Junge in Stuttgart freiwillig zum fliegenden Personal bei der Luftwaffe. Als Co-Pilot und Navigator flog Sellner bis 1945, sechs Mal wurde sein Flugzeug abgeschossen. Nach dem Krieg kam er über Umwege nach Neuburg und arbeitete bis zu seinem 65. Lebensjahr als Angestellter bei der Telekom. 1949 baute er das Haus, in dem er seit dem lebt.

Robert Sellner ist seit 32 Jahren mit seiner Lebensgefährtin zusammen

Seine damalige Nachbarin und jetzige Lebensgefährtin Christa Hermann kennt er schon lange: „Es war nicht Liebe auf den ersten, sondern eher auf den zweiten Blick“. Erst als sich die 94-jährige Hermann um die Schwägerin kümmerte, kamen sich die beiden langsam näher. „Das war klassische Nachbarschaftshilfe“, beschreibt sie ihre Unterstützung. Beide hatten ihre frühere „bessere Hälfte“ verloren, seit 32 Jahren sind sie nun zusammen. Langeweile ist über die Zeit nicht aufgekommen: 30 Jahre lang gingen sie regelmäßig zum Kegeln nach Neuburg und nach Schönesberg. Bis vor einem Jahr traf sich das Paar einmal die Woche zum Tanzen mit Freunden. Auch am Neuburger Volksfest waren die beiden oft und gerngesehene Gäste. Noch im vergangenen Jahr stieß Oberbürgermeister Bernhard Gmehling mit dem damals 98-Jährigen und damit ältesten Besucher an. Für den Geburtstag kommt der OB am Montag nun persönlich zu Besuch. „Wir waren schon muntere Vögel“, erzählt Sellner mit einem Lächeln im Gesicht und merkt an: „Mit dem Alter wurde es damit schwieriger. Weil ich immer schlechter höre, kann ich mich nicht mehr so gut unterhalten.“ Deswegen nahm er auch dieses Jahr nicht mehr am Seniorentag teil.

Gefeiert wird trotzdem: Für den Samstag erwarten die beiden ein volles Programm. Auf den Besuch des ehemaligen Arbeitgebers, des Kegelvereins und einer Blaskapelle folgt am Abend eine große Feier im Gasthaus Pfafflinger. Über 50 Gäste werden erwartet. Neben seinen Kindern Rudolf und Christine sowie Enkelkind Corinna sind alle Familienmitglieder und Freunde dabei: „Ich bin in Neuburg ja bekannt wie ein bunter Hund. Vor allem durch die Zeit bei der Telekom“, erklärt der Jubilar das große Fest. Das Geheimnis hinter seinem langen Leben kann Sellner dagegen nicht lüften: „Ich hatte einfach mein gesamtes Leben lang Glück.“

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