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Rohrenfels

22.11.2019

Rohrenfels ächzt unter dem Verkehr

Die Bürger in Ballersdorf und Wagenhofen dürfen aufatmen. Die Sperre der Staatsstraße ist ab heute aufgehoben, der Ausweichverkehr fließt damit nicht mehr über Nebenstrecken.
Foto: Norbert Eibel

Rathauschef Wigbert Kramer legt seinen Rechenschaftsbericht ab. Im Fokus der Bürgerversammlung stehen Verkehr und der Gas- und Glasfaseranschluss.

Die Verkehrsbelastung in der Gemeinde, die Mobilfunkversorgung und geplante Erdgas- und Glasfasererschließung waren die Top-Themen bei der Bürgerversammlung im Sportheim in Rohrenfels. Bürgermeister Wigbert Kramer legte am Donnerstagabend seinen letzten Rechenschaftsbericht ab, nach sechs Jahren im Amt tritt er bei den kommenden Kommunalwahlen nicht mehr an.

„Die Ortsstraße wird zur Rennstrecke“, und zwar für allzu viele Verkehrsteilnehmer, stellte Kramer fest. Die Gemeinde setzt deshalb schon seit geraumer Zeit auf kommunale Verkehrsüberwachung. Im Jahr 2018 wurden bei 37.178 registrierten Fahrzeugen 2902 Verstöße gemessen, das sind 7,8 Prozent. Im laufenden Kalenderjahr sind es bei 39.278 Fahrzeugen 2549 Geschwindigkeitsüberschreitungen (6,49 Prozent). Dabei fehle aber noch der Dezember, so Kramer. Ein Bürger wollte wissen, wie sich die jüngst gefällte Grundsatzentscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main auswirke, das Verkehrsüberwachung durch private Dienstleiter für gesetzeswidrig erklärt hatte. Für den Freistaat gelte das nicht, entgegnete der Bürgermeister und begründet auch, warum die Gemeinde die Praxis beibehalten werde. „So wie manche innerorts unterwegs sind, kann man nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen.“

Eine positive Nachricht für die Rohrenfelser

Im Rahmen des geplanten Baus einer Tankstelle in Wagenhofen richtet das Straßenbauamt eine Linksabbiegespur ein. Ein Bürger bemängelte, dass sich eine verbreiterte Fahrbahn negativ auf die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern auswirken werde. Er schlug deshalb die Installation einer sogenannten Pförtnerampel am Ortseingang vor, die automatisch auf Rot springt, wenn zu schnell gefahren wird. Diese Ampeln seien auf Staatsstraßen in Bayern nicht erlaubt, assistierte VG-Mitarbeiter Stefan Gößl.

Eine positive Nachricht von der Straße hatte Wigbert Kramer für die Bürger aber auch parat: Am Samstag wird die Totalsperre der Staatsstraße 2035 aufgehoben. In den letzten Tagen hatte der Ausweichverkehr, der sich seinen Weg abseits der ausgeschilderten Umleitungsstrecke durch Wagenhofen und an Ballersdorf vorbei gesucht hatte, die Nerven der Anlieger arg strapaziert. „Wir sind heilfroh, dass wir es überstanden haben“, meinte der Bürgermeister.

Der Rohrenfelser Bürgermeister Wigbert Kramer.
Foto: Norbert Eibel

Vor fast sechs Jahren startete die Gemeinde gemeinsam mit Erdgas Schwaben das Projekt „Gas und Glas“. „Ihre Nachkommen werden ohne diese Einrichtung nicht mehr auskommen“, trommelte der Gemeindechef für die geplante Gas- und Glasfasererschließung in den Ortsteilen Rohrenfels und Wagenhofen. „Ich appelliere an Sie, beim Aufbau unseres Vorhabens ’Gas und Glas’ Ihren Beitrag zu leisten. Sollten wir bis 13. Dezember keine 60 Prozent aller Hauseigentümer gewinnen, verbauen wir uns die Zukunft.“ Bislang sei die Quote nicht erreicht. Außerdem, so der Hinweis, werde die Immobilie mit einem derartigen Anschluss an Attraktivität und Werthaltigkeit gewinnen. Und auch der Klimaschutz ist gewährleistet:

Im Sportheim in Rohrenfels legte Bürgermeister Wigbert Kramer seinen letzten Rechenschaftsbericht ab. Der 69-Jährige tritt bei den Kommunalwahlen im März 2020 nicht mehr an.
Foto: Norbert Eibel

Derzeit werde bereits fünf Prozent Biogas dem normalen Gas beigemischt, künftig die Wasserstoffproduktion auf- und ausgebaut, um sukzessive Wasserstoff dem Gas beizumischen. „Es wir dann zum ’Grünen Gas’“, so der Bürgermeister. Ein Anschluss kostet zunächst 2000 Euro, wer innerhalb der nächsten fünf Jahre Gas abnimmt, bekommt 1000 Euro zurück.

In Rohrenfels wurde auch kontrovers diskutiert

Kontrovers diskutiert wurde eine Anfrage der Bürgerinitiative „Stop 5G Ehekirchen-Rohrenfels“ und der ÖDP zum Mobilfunkausbau in der Gemeinde. Bemängelt wurde in dem schriftlichen Antrag ein fehlendes Konzepts des Gemeinderats bei Standortwahl und Risikoabwägung für Mensch und Umwelt. Wigbert Kramer verwies in seiner Antwort darauf, dass es im Augenblick in der Gemeinde noch gar nicht um den jüngsten und leistungsstärksten Standard gehe, sondern generell um eine Netzabdeckung. Alternative Mastenstandorte würden derzeit von der Deutschen Funkturm GmbH geprüft. „Die Antworten haben mich nicht befriedigt“, entgegnete Antragsteller Holger Geißel. In Nachbarländern oder Tourismusregionen wie etwa am Tegernsee werde 5G abgelehnt. „Unsere Grenzwerte sind zu hoch, sie werden von industrienahen Lobbyverbänden aufgestellt“, kritisierte er.

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