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Rohrenfels

08.07.2020

Rohrenfels bekommt einen Erdgasanschluss mit Potenzial

Symbolischer Spatenstich: Bürgermeisterin Manuela Heckl hat am Mittwoch zusammen mit Vertretern von Erdgas Schwaben den Baubeginn für das Erdgasnetz in Rohrenfels und Wagenhofen eingeläutet. 
Bild: Claudia Stegmann

Plus In Rohrenfels hat der Ausbau des Erdgasanschlusses begonnen. Durch das Netz könnte auch Wasserstoff fließen.

Der Anfang ist gemacht. In Rohrenfels haben die ersten vier Häuser ihre Zuleitungen für den Erdgasanschluss bereits erhalten. Die derzeitige Baustelle an der Kirche wurde genutzt, um dort gleich die entsprechenden Rohre zu verlegen. Jetzt soll es in der Baierner Straße weitergehen. Straßenzug für Straßenzug soll nun in den nächsten zwei Jahren ein Erdgasnetz in Rohrenfels und Wagenhofen entstehen.

Am Mittwoch hat Erdgas Schwaben den offiziellen Startschuss für die Bauarbeiten gegeben. 240 Haushalte und die Firma Spantec, die derzeit in Wagenhofen hochgezogen wird, werden an das Erdgasnetz angeschlossen. Acht Kilometer Leitungen müssen dafür verlegt werden, vier Millionen Euro investiert Erdgas Schwaben dafür. Mit in die Erde werden auch gleich Leerrohre für künftige Glasfaserkabel verlegt. Damit können zwei Netze auf einen Streich verlegt werden.

240 Rohrenfelser haben sich bislang für einen Erdgasanschluss entschieden

Das Projekt angestoßen hat vor drei Jahren Ex-Bürgermeister Wigbert Kramer, schließlich läuft die „Erdgas-Autobahn“ von Langenmosen kommend in Richtung Nordschwaben unmittelbar an Rohrenfels vorbei. Etwa zwei Jahre wird es dauern, bis alle Leitungen verlegt sind – und zwar nur zu jenen Häusern, die sich bis dato verbindlich für einen Anschluss entschieden haben. Diese Kunden will Erdgas Schwaben vorrangig bedienen, hieß es seitens des Unternehmens am Mittwoch. Wer sich nachträglich für einen Anschluss interessiert, kann jederzeit noch ans Netz angeschlossen werden – nur eben nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre, sofern sein Grundstück außerhalb des vorrangigen Erschließungsgebiets liegt.

Der Ausbauplan wurde so konzipiert, dass bis Anfang November die Firma Spantec ans Netz gehen kann. Diese will nämlich Anfang nächsten Jahres ihren Betrieb aufnehmen und sollte nicht in die Bredouille kommen, eine Versorgungslücke zu haben.

Durch die Erdgasleitungen könnte einst auch Wasserstoff fließen

Dem Erdgas spricht das Augsburger Versorgungsunternehmen eine Reihe von Vorteilen zu: Im Gegensatz zu Heizöl müsste es nicht gelagert und deshalb auch nicht vorfinanziert werden. Außerdem würden sich die Heizkosten um ein Drittel reduzieren und der CO2-Ausstoß sei nur halb so hoch wie bei herkömmlichem Heizöl.

Durch die Leitungen kann aber nicht nur Erdgas, sondern rein theoretisch auch Wasserstoff fließen. „Power-to-Gas“ nennt sich das Konzept, bei dem regenerativ erzeugter Strom dazu verwendet wird, per Wasserelektrolyse Wasserstoff zu produzieren und in synthetisches Methan umzuwandeln. Wie herkömmliches synthetisches Erdgas kann es dann in das bereits vorhandene Erdgasnetz eingespeist werden. Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft und ist deshalb interessant, weil er nahezu emissionsfrei verbrennt. Allerdings braucht der chemische Spaltungsprozess viel Energie und es fehlt noch weitgehend die nötige Infrastruktur für diese Technologie.

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