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Wirtschaft

21.03.2020

Roland Weigert: „Die Lage ist todernst“

Staatssekretär Roland Weigert sorgt sich ind er Corona-Krise um die Unternehmen und macht sich für staatliche Stützungen stark.

Das Corona-Virus hat unsere Gesellschaft in eine Gesundheitskrise gestürzt. Doch die ökonomischen Folgen könnten ebenso dramatisch sein, sagt der Staatssekretär

In Bayern gilt seit null Uhr eine verschärfte Ausgangsbeschränkung. Durch eine Allgemeinverfügung des Gesundheitsministeriums sind in den nächsten zwei Wochen sowohl öffentlich wie privat Zusammenkünfte in größeren Gruppen untersagt. Man fahre das öffentliche Leben nahezu vollständig herunter, verkündete Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf der eigens einberufenen Pressekonferenz am Freitagmittag. „Neben der gesundheitlichen Dramatik ist die Lage auch ökonomisch todernst“, hat Kabinettsmitglied Roland Weigert (FW) die Rede verfolgt.

Roland Weigert weiß um die Verflechtungen der Branche

Als Wirtschaftsstaatssekretär weiß er aus erster Hand um die Verflechtungen der Branche und sorgt sich vor allem um die Automobilzulieferer in der Region. „Ein Industriezweig im Transformationsprozess. Die Frage ist, wie lange hält die Branche das aus?“ Das könne rhetorisch verstanden werden, denn wer auf die Zwischentöne bei der Rede des Ministerpräsidenten geachtet haben, der kenne die Antwort: Wie lange könnten die Firmen die Arbeitsplätze halten und welche Folgen habe der Verlust des regelmäßigen Einkommens am Ende für die Menschen.

Was Roland weigert betroffenen Unternehmen rät

Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das sich an Betriebe richtet, die in der Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten. Anträge können von Unternehmen und Selbstständigen gestellt werden. Folgende Instrumente sind im Sortiment: Der frühere Härtefallfonds wird ab sofort als „Soforthilfe“ gewährt und zwar in vier Klassen: Für Kleinunternehmer mit bis zu fünf Beschäftigten gibt es 5000 Euro, mit bis zu zehn Beschäftigten 7500 Euro, für Mittelständler mit bis zu 50 Beschäftigten 15.000 Euro und bis 250 Beschäftigte 30.000 Euro. Dabei, so Roland Weigert, handle es sich um einen sogenannten verlorenen Zuschuss, der akut Betroffenen zugute komme. Bis gestern waren schon über 50.000 Anträge mit einem Volumen von mehreren hundert Millionen Euro gestellt worden. Des Weiteren bestehe die Möglichkeit zur Kreditfinanzierung nach dem Hausbankprinzip, wo der Freistaat das Kreditinstitut mit bis zu 80 Prozent aus der Haftung nimmt. Schließlich existiert die Möglichkeit zur zinslosen Steuerstundung und zuletzt gibt es den Bayernfonds, bei dem sich der Freistaat mit Eigenkapital an der Unternehmensfinanzierung beteiligt.

Allen Selbstständigen sei zudem noch einmal das Angebot des Landkreises ans Herz gelegt. Landrat Peter von der Grün hat versichert, Gewerbetreibende, Handwerker und Gastronomen würden in der aktuell schwierigen Situation mit ihren Problemen nicht alleine gelassen. Das Landratsamt hat dafür ein eigenes „Gewerbetelefon“ eingerichtet. Unter der Telefonnummer 08431/57-110 können sich Unternehmer montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr Rat holen. Fragen können auch per Mail an folgende E-Mail-Adresse gesandt werden: gewerbe@lra-nd-sob.de.

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