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30.06.2009

Ruhe im Schlossfesttrubel

Neuburg Es herrscht Stille in der Stadtpfarrkirche St. Peter in der Neuburger Altstadt an diesem späten Sonntagnachmittag. 20 Männer und Frauen, etliche sogar in Schlossfestkleidung sowie ein paar Kinder sitzen ganz andächtig und in Gedanken versunken in den Bänken. Sonnenstrahlen, die den Altarraum in helles Licht tauchen, lassen erkennen, dass es draußen noch hell ist.

Plötzlich öffnet sich knarrend das Kirchenportal und herein treten zwei Dutzend Jugendliche, alle in helle Kutten gekleidet. Etliche von ihnen haben Schlossfestzeichen und Lederbeutel umhängen. Andere wiederum tragen Kordeln um ihren Hals an denen kleine Kreuze befestigt sind. Während von draußen lauter Trommelwirbel ins Kircheninnere dringt, singen die im Chorraum platzierten Jugendlichen den Hymnus "Sei gegrüßt Herr Jesus".

Die katholische Jugend traf sich an diesem ersten Schlossfestsonntag und bereits tags zuvor unter der Führung von Pastoraltheologe Thomas Winhard zu einer Vesper, wie sie täglich in Klöstern als Abendgebet zelebriert wird. Das tägliche Beten der Vesper, die Teil des liturgischen Stundengebetes ist und zusammen mit den Laudes (Morgengebet) dessen Angelpunkt bildet, ist für Priester, Diakone, Ordensleute und Personen des gottgeweihten Lebens wegen ihres Weiheversprechens verpflichtend.

Neben Hymnus und Psalm besteht die Vesper aus dem Canticum, einer Lesung, dem Responsorium und dem Magnificat, der Oration sowie aus Fürbitten, dem Vater unser und der Entlassung. Zum Stundengebet zählt auch die sogenannte Komplet, als Nachtgebet der Kirche. Viele Menschen haben zur Komplet wegen ihres vertrauensvollen Charakters einen besonderen Zugang. Dies gilt auch für die Jugendlichen der Pfarrei St. Peter, die sich getreu der traditionellen Ordnung des Stundengebetes um 21 Uhr nochmals in ihrer Pfarrkirche einfanden, um die Komplet zu beten. Ob sich die Heranwachsenden, wie es das Gebet vorschreibt, anschließend zur Nachtruhe begaben, darf aufgrund des zu diesem Zeitpunkt noch vorherrschenden Schlossfesttrubels allerdings bezweifelt werden.

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