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Ausstellung zu Christel Rietzes 80. Geburtstag

17.05.2015

Satte Farben und Geschichtenreichtum

Satt an Farbharmonien und figurativ-gegenständlich sind Christel Rietzes (rechts) Arbeiten im Rathausfletz.
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Satt an Farbharmonien und figurativ-gegenständlich sind Christel Rietzes (rechts) Arbeiten im Rathausfletz.
Bild: Foto: Annemarie Meilinger

Die Künstlerin blickt im Rathausfletz „zurück nach vorn“. 37 spannende Bilder

Eine große Schar von Besuchern – es könnten weit über 130 gewesen sein – gab Christel Rietze am Sonntag zur Eröffnung ihrer Ausstellung im Neuburger Rathausfletz die Ehre. Freunde, Weggefährten und Vertreter aus Politik und Kulturleben freuten sich mit der Künstlerin. Die Ausstellung heißt „zurück nach vorn“ und macht schon im Titel deutlich, dass es sich bei der Schau meist großformatiger Werke nicht um die möglicherweise erwartete Retrospektive der bald 80-Jährigen handelt.

Die Ausstellung besteht aus 37 Acrylbildern, vorwiegend Arbeiten der vergangenen sechs Jahre. In dieser intensiven Phase hat Christel Rietze ihren Malstil noch einmal weiterentwickelt, ist bei ihrer Vorliebe für Figurativ-Gegenständliches geblieben. Sie hat sich jedoch auf neue Techniken eingelassen, wie bei der Serie „Blick in fremde Fenster“, die sie in Öl malte, statt wie gewohnt in pigment-angereichertem Acryl. Neue, sattere Farbharmonien verlangten die „Bergsteiger“-Bilder, das kräftigere Rot findet man auch in den Kinderportraits der jüngeren Zeit.

Großformate erzählen Geschichten aus dem Urlaub, „Entschleunigung“ und „Gedränge am Meer“ sind dichtgefüllte Ausschnitte aus dem Alltag, wichtige Momente, die festzuhalten sind. Im Vergleich zu früheren Werken sind die Bilder reicher an Geschichten geworden, verlangen nach genauerer Betrachtung. Andere wirken in Teilen „nicht fertiggemalt“, unwirklich und rätselhaft verlangen sie nach Deutung. Immer wieder sucht Christel Rietze nach neuen Herausforderungen, zahllose Situationen hat sie in vielen Skizzenbüchern festgehalten. Es sind Szenen aus dem Alltag, der dort stattfindet, wo sich das Leben eben abspielt: im Pflegeheim, auf der heimischen Terrasse und am Strand. Die Suche nach Neuem ist für Christel Rietze ein Lebens- und Arbeitsprinzip. „Man muss Altes loslassen, Neues zulassen und Mut zur Veränderung haben“, erklärt sie ihren Ansatz den Gästen - nur so kann es weitergehen, persönlich und auch künstlerisch.

Ex-Kulturamtsleiter Dieter Distl bescheinigte der Künstlerin in seiner Laudatio große Vielseitigkeit: „Sie ist in allen Genres zuhause und sie ist offensichtlich in der Lage, fast alles, was sie bewegt, zu verarbeiten“. Dass sie nach 40 Jahren fast ununterbrochener Teilnahme an der Sommerakademie längst diplomiert sein müsse, sei keine Frage.

Auch über Professionalität müsse man nach 60 Jahren stetiger Weiterentwicklung nicht diskutieren. Nicht von der Kunst leben zu müssen wie die pensionierte Lehrerin Christel Rietze, sei allerdings auch ein Vorteil. So könne sie noch unbeschwert 30 Jahre weitermachen, denn auch in der Zukunft gäbe es noch viel Interessantes zu sehen.

Mit dem Zitat „panta rhei – Die Welt ist im Fluss“ wünschte OB Bernhard Gmehling der Ausstellung viele Besucher, sie sei einer der Glanzpunkte des Ausstellungsjahres.

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