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Einzelhandel in Neuburg

13.02.2020

Sayle-Ausstellung: So sahen Neuburger Geschäfte in den 50ern aus

33 Fotos von Max Julius Sayle werden ab 1. März im Marstallfoyer zu sehen sein – dazu zählt auch dieses Bild eines Neuburger Kiosks.
Bild: Stadtarchiv

Plus Das Stadtarchiv zeigt Bilder von Max Julius Sayle, der in den 1950er Jahren Geschäfte in Neuburg porträtiert hat. Welche Motive darauf zu sehen sind und was sie vom heutigen Einzelhandel unterscheidet.

September 1957. Wo Arbeiter der Helios-Werke früher elektrische Straßenbahnen zusammengebaut haben, fand sich Otto-Normalverbraucher plötzlich in einem Einkaufsparadies wieder. Nach amerikanischem Vorbild eröffnete Herbert Eklöh hier, in der Rheinlandhalle im Kölner Stadtteil Ehrenfeld, den ersten deutschen Supermarkt. Anders als man es bis dahin von Tante-Emma-Läden kannte, packten die Kunden Wurst und Seife eigenhändig in Einkaufswagen und schoben sie durch die Gänge. „Weg von der persönlichen Beratung und hin zur Selbstbedienung“, beschreibt Stadtarchivar Patrick Wiesenbacher eine tiefgreifende Veränderung, die einige Zeit später auch Geschäfte in Neuburg einholen sollte. Jetzt wird sie Thema einer Ausstellung im Marstallfoyer.

Vom 1. bis zum 29. März sind dort Bilder von Max Julius Sayle, dem jüngsten der drei Sayle-Fotografen, zu sehen. Diese dritte Ausstellung des Stadtarchivs konzentriert sich auf die sogenannten Wirtschaftswunderjahre. Wobei der Schwerpunkt auf dem Einzelhandel in Neuburg liegen wird. „Hierzu hat das Stadtarchiv 130.000 Fotos aus dem Sayle-Bestand gesichtet“, sagt Patrick Wiesenbacher. 33 Motive werden Gegenstand der Vernissage, die vor allem etablierte Handelsgeschäfte im Neuburg der 50er porträtiert. Dazu zählen neben anderen die Kaufhäuser Paul und Angerer ebenso wie die Drogerie Auer, Mode Markmiller sowie Mode Paula oder Außen- und Innenansichten von Radio Paulus, von Bullinger oder Brenner.

Freuen sich auf die Ausstellung im Marstallfoyer: Kulturamts-Chefin Marieluise Kühnl und Stadtarchivar Patrick Wiesenbacher.
Bild: Elisa Glöckner

Wirtschaftswunderjahre: Der Einzelhandel in Neuburg hat sich stark verändert

Besonders an der Ausstellung sei ihr Bezug zu den Bürgern, betont Patrick Wiesenbacher. Viele Neuburger würden die dokumentierten Orte aus ihrer Kindheit oder aus Erzählungen ihrer Eltern kennen. „Es sind tolle Erinnerungen, die vor allem der älteren Bevölkerung gefallen wird“, sagt der Stadtarchivar.

Der Einzelhandel nämlich ist heute ein anderer. Heute, sagt Patrick Wiesenbacher, gebe es hauptsächlich Ketten und Filialen mit gleicher Optik und standardisiertem Sortiment. „Ich stehe in einer Drogerie und weiß nicht ob, ich in München, Ingolstadt oder Neuburg bin.“ In den 50ern und 60ern dagegen sei der Handel individuell gestaltet gewesen. „Jeder Laden hatte seinen ganz eigenen Charakter.“ Shopping-Zentren wie der Südpark an der B16 oder das Ingolstadt Village hätten nicht existiert.

Diesen Zustand Neuburgs in den 50ern also konserviert die Sayle-Ausstellung in 33 Schwarz-Weiß-Fotografien. Die Eröffnung am 1. März wird von einem Vortrag begleitet. Dabei spricht Patrick Wiesenbacher über das Thema „Die 50er Jahre – (k)ein Wirtschaftswunder in Neuburg“. Zur Vernissage wird außerdem ein Begleitheft erschienen, es enthält neben ausgestellten Fotografien auch ein Porträt von Max Julius Sayle.

Vernissage: Öffnungszeiten sind von Montag bis Donnerstag jeweils 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr. An Sams-, Sonn- und Feiertagen hat das Foyer von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Am 15. März bleibt die Vernissage der Kommunalwahl wegen geschlossen. Am 28. März dagegen ist die Ausstellung anlässlich von Wort-Klang-Bild bis 23 Uhr zu sehen.

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