Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder will Corona-Regeln in Kommunen an Grenzwerte koppeln

26.10.2009

Schätze aus Papier

Neuburg (mr) - Als Schatzkästlein des menschlichen Geistes bezeichnet Kuratoriumsvorsitzender Dr. Markus Nadler die staatlichen Büchereien.

Sein Focus ist natürlich ganz speziell auf die Provinzialbibliothek in Neuburg gerichtet. Die hier vorhandenen Schätze, die unter anderem nicht nur aus Klöstern stammen, sondern auch von dem berühmten Augsburger Humanisten Hieronymus Wolf sowie den Neuburger Fürsten, und hier im Besonderen von Pfalzgraf Ottheinrich und Herzog Philipp Ludwig, gelten als einmalige Schätze des kulturellen Erbes.

Trotz intensiver Pflege sind diese nicht vor dem Zerfall gefeit. Die ganz natürliche Alterung, die intensive Nutzung oder ein Schädlingsbefall können dafür sorgen, dass sie eines Tages der Wissenschaft und der Forschung nicht mehr zur Verfügung stehen.

"Bücher sterben lautlos", gibt Bibliotheksleiter Gerhard Robold zu bedenken. Mit diesem Slogan wirbt der Förderverein der Staatlichen Bibliothek schon seit vielen Jahren für sogenannte Buchpatenschaften, durch die das wertvolle Kulturgut gerettet werden kann. Die Paten übernehmen dabei die Restaurierungskosten für besonders alte und wertvolle Bücher. Die Kosten liegen bei 100 Euro aufwärts. 4 000 Euro hat zum Beispiel "Die keyserische Chronik von Hubert Goltzins" aus dem Jahre 1588 gekostet. Pate ist die Firma Audi.

Schätze aus Papier

"Das mit Schweinsleder bezogene Exemplar ist das bisher teuerste Restaurierungsstück", erklärt Bibliotheksleiter Gerhard Robold.

Um die Bücher vor Schäden zu bewahren, dürfen diese nur mit Baumwollhandschuhen angefasst werden. Seit heuer zählt der Ingolstädter Autobauer zu den 50 Mitgliedern des Fördervereins. Die Mitgliedschaft ist Audi pro Jahr 1000 Euro wert. "Wir machen das gerne", so Unternehmensvertreter und Prokurist Klaus le Vrang am Freitag, an dem die Buchpaten zur Besichtigung der restaurierten Bücher eingeladen waren.

Audi setze sich bereits seit etlichen Jahren gezielt für die Buchrestaurierung ein, schließlich sei die Provinzialbibliothek eine ganz besondere Einrichtung, so le Vrang. Juristische geführte Einrichtungen zahlen übrigens einen Mitgliedsbeitrag von 200 Euro, Privatpersonen 40 Euro jährlich.

Fördervereinsvorsitzender Eugen Freiherr von Redwitz rief zu weiterem Engagement auf, zumal es keine Selbstverständlichkeit sei, dass diese Schriften von unschätzbarem Wert ausgerechnet in Neuburg stünden.

Jeder Pate erhält eine Urkunde und, wenn er möchte, wird er auf einem Schild in der Schutzkassette namentlich verewigt.

Die Vorgehensweise einer Restaurierung wurde von Christl Beinhofer vom Institut für Buch- und Handschriftenrestaurierung in München erläutert.

Erster Schritt sei die Sicherung loser Teile sowie die Gewährleistung der Funktionalität. Die Rückführung der restaurierten Bücher erfolgt in Kassetten.

Nur so lassen sich laut Christl Beinhofer Schäden durch Feuchtigkeit, Licht, durch Temperaturschwankungen, Staub und sonstige Schädlinge vermeiden.

Beim manchen Büchern heißt es tatsächlich schon: "Da ist der Wurm drin". Abhilfe durch Paten tut da bereits dringend Not.

Antragsformulare für eine Vereinsmitgliedschaft oder eine Buchpatenschaft sowie eine Liste der Patenbücher gibt es bei Gerhard Robold unter der Rufnummer 0 84 31/91 06 sowie im Internet unter www.neusob.de/stabi

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren