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Unterhausen

24.09.2018

Scharfe Witze für einen guten Zweck

Bernhard Ull, Wolfgang Haschner, Monika Mayr und Christa Wiest (nicht mehr im Bild) traten im Innovationszentrum in Unterhausen auf.
Bild: Annemarie Meilinger

Die Kabarettgruppe „Problemzonen“ gastierte im Innovationszentrum Unterhausen. Der Humor bewegte sich teils an der Grenze zur Schamlosigkeit. 

Die Rainer Kabarettgruppe „Problemzonen“ gastierte am Samstagabend im Unterhausener Innovationszentrum. Die Gruppe, die normalerweise im bayrisch-schwäbischen Donauraum unterwegs ist, kam auf Einladung des Vereins Kivuvu nach Unterhausen.

Der Verein unterstützt Projekte im Kongo, der Heimat des in der Pfarreiengemeinschaft Sinning tätigen Pfarrers Serge Senzedi. Mit zahlreichen Aktionen haben einige Unterstützergruppen im Landkreis den Bau von zwei Schulgebäuden ermöglicht. Vor einem Jahr hat der Verein mit Hilfe des Kaffeekontor Bayern ein weiteres Projekt gestartet. Der Verkauf des hochwertigen Kivuvu-Kaffees kommt direkt den Erzeugern im Osten des Kongo zugute, geröstet wird er im Allgäu. Petra Schiele, die Vorsitzende von Kivuvu, lud die Besucher des Kabarettabends ein, sich von der hervorragenden Qualität des Kaffees schon einmal zu überzeugen und die duftenden Bohnen zu erwerben.

Kabarett: Bei den „Problemzonen“ ist der Name Programm

Dass Helfen auch großen Spaß machen kann, erlebten die fast hundert Gäste im „Inno“. Sie amüsierten sich zwei Stunden lang über die Gags der „Problemzonen“. Der Name ist Programm, deshalb startete das quirlige Quartett mit einer Nummer über die Hässlichkeit. Im Gegensatz zur übertriebenen Takelage der beiden Sängerinnen, beeindruckte von Beginn an der hervorragend abgestimmte Gesang von Christa Wiest und Monika Mayr, ergänzt durch Wolfgang Haschner und Bernhard Ull. Die derzeit existierende Hysterie um Lebensmittelunverträglichkeiten und Spezialdiäten nahmen die vier als nächstes aufs Korn. „Der innere Schweinehund ist ein Scheißviech“ – Schluss mit dem Fokussieren auf die Problemzonen am Körper. Einzig glücklich und das Leben sinnerfüllt mache dagegen das Kaufen von Plastikschüsseln – so lange, bis die Schränke überquellen. Beziehungen, die Produkte daraus und das Verhalten von Hubschraubereltern, die ihre hochbegabten Premiumkinder zum Harfen-, Ballet-, Golf- und Fechtunterricht karren, kommentierte das Quartett musikalisch.

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Die „Problemzonen“ zogen über Angela Merkel und die Groko her

Scharfe Witze – an der Grenze zur Schamlosigkeit – streute Wolfgang Haschner als überbrückende Unterhaltung zwischen die Nummern. Nach der Pause glänzte er mit einer Politikerrede, die aus sinnlos aneinandergereihten Worthülsen bestand. Mit der „ewigen Merkel“ seien sie ja groß geworden, so die „Problemzonen“, Fendrichs Bergwerksong passte zum schmeichelnden „Liebeslied für Angie“. Minister Spahn ist eine kleine Schwulen-Parodie wert, kein Verständnis gibt es für „Hetzinfarkt und Maasenpanik“. Seehofer und die Problemzone Groko „fahren die Karre an die Wand – und trotzdem wählt das Bayernland wie immer CSU“. Was würde uns alles fehlen, hätten wir die Kirche nicht? Wallfahrts- und Weihnachtsgeschäft, Barock und der Pfingsturlaub, exklusiv nur für die katholischen Bayern. Manchmal aber wünscht sich Mann in die Steinzeit zurück, als Frau noch barfuß lief und nicht ständig neue Schuhe brauchte.

Am Ende liefert das Quartett noch einen schönen Beweis seiner Sangeskunst: Im Abba-Song „I have a dream“ drücken sie aus, wovon alle träumen, in „Thank you for the Music“ dankten sie für das wunderbare Ausdrucksmittel, das sie schon seit mehr als zehn Jahren mit so viel Spaß nutzen.

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