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15.03.2009

Scharfzüngig Gemeindepolitik aufs Korn genommen

Untermaxfeld Neues Haus, neue Kapelle, neuer Anzapfer, neuer Fastenprediger - das 14. Starkbierfest der Bürgergemeinschaft (BGK) Königsmoos war allen Unkenrufen zum Trotz ein voller Erfolg. Die Donaumooshalle war voll. BGK-Vorsitzender Harald Müller war ob des Besuches "geplättet" und freute sich, dass auch Klingsmooser dabei waren.

Bürgermeister Heinrich Seißler zapfte unter den kritischen Blicken der Kartoffelkönigin Barbara I. und Brauer Andreas Schneider mit zwei Schlägen den Doppelbock spritzfrei an. "O´zapft is" - der Startschuss für die Königsmooser Musi, die unter der Leitung von Hans Janitschek mit ihrem umfangreichen Repertoire für zünftige Stimmung sorgte. Das Starbierfest war auf Grund der aktuellen Geschehnisse etwas gedämpfter. Schunkelrunden fielen aus, dafür war der Amoklauf in Winnenden noch zu präsent. Aber es war trotzdem ein unterhaltsamer Abend. Zum Aufwärmen der Sketch der Landrauen (Olga Edler, Brigitte Kaltenecker-Ziegler, Karin Klink und Rosi Lehmeier), die auf ihrer Reise nach Paris an der Zollschranke ihre Koffer öffnen mussten und die "Unaussprechlichen" für die Woche, für einige Tage der Woche oder nur für einige Monate unter dem Gelächter des Publikums präsentierten.

Fastenpredigt ging niemals unter die Gürtellinie

Der Mann in brauner Kutte und Sandalen, der, wie der wieder gut aufgelegte Moderator Klaus Benz sagte, 22 Jahre in einem Frauenkloster als Bademeister gearbeitet hat, war Bruder Barnabas (Gernot Bader). Er glänzte mit einer Fastenpredigt, wie man sie gerne hört: Pointiert, scharfzüngig, auf den Punkt genau, die Person zwar treffend, aber nicht beleidigend und vor allem nicht unter der Gürtellinie. Natürlich hatte er die Gemeindepolitik seit der Bürgermeisterwahl im Fokus. Aus vier Bewerbern wurden zwei, von denen einer Häuserwahlkampf nach amerikanischer Art bestritt. Dem schrieb er ins Stammbuch: Amerikaner haben noch nie einen Häuserkampf gewonnen. Und der neue Gemeinderat? An sich ist er nett und freundlich, denkt quer, um das Wichtigste wegzulassen. Eine Watschen fing er ein, weil er die Dorfkulturtage geschwänzt hat.

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Der Königsmooser an sich lebt alles nach innen aus nach dem Motto "strategisch blöd anstellen, ohne taktisch gut auszusehen". Beispiel Kindergarten. Da waren sich zwar alle Klingsmooser Gemeinderäte fraktionsübergreifend einig, dass der in die Schule muss. Aber wie man ihn voll kriegen soll, blieb offen, weil man zwar die Abwrackprämie, nicht aber die Kinderbauprämie in Anspruch nimmt. Die Lösung: Klingsmoos wird selbstständig, das Rathaus kommt in die Schule, Erich Kugler wird Bürgermeister, damit seine beleidigte Seele endlich Frieden findet.

Einzelne Gemeinderäte wurden aufs Korn genommen

Auch einzelne Räte wurden aufs Korn genommen: der Salzstangenbaron, der vom Dach rutschende Gemeinderat, die Schatten werfende Gusti, der Müller Harry, der mit seinen 60 Jahren nun endlich zum Altbayerischen Donaumoos passt und der Multititelträger Karl Mosch, für dessen Kreisverkehr der Barnabas eine Verwendungsmöglichkeit im Ärmel hatte. Die sportlichen Damen erinnerte er daran, dass der schnelle Lauf mit den Stecken "Nordic Walking" und nicht "Nordic Talking" heiße.

Es gab viel zu lachen während der Fastenpredigt und prasselnder Applaus war der Lohn für den Redner. Zum letzten Mal fand die Starkbierolympiade statt, die die "Pfalzstraßler" für sich entschieden, weil sie den Maßkrug in 5,49 Sekunden leergezuzelt hatten.

Drei in Smoking gewandte Herren (Tobias Lehmeier, Leo Pallmann und Jürgen Bolleiniger) standen auf der Bühne und sangen herzzerreißend "Es gibt Millionen von Sternen" und legten sich artistisch mächtig ins Zeug. Noch einen draufsetzten fünf junge Männer (Florian Benz, Martin Stampfer, Bernd Kern, Benjamin Wohlfahrt, Andreas Praast) aus Marienheim, die wie Mafiabosse gewandet die Bühne besetzten. Hell erklang aus der Tiefes des Saales das Lied "Die Glocken von Rom" (Andreas Rupaner als Sänger) und die fünf Männer auf der Bühne ließen die Glocken, sprich Töpfe und Bratpfannen, zum Gaudium des Publikums kräftig läuten.

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