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Ingolstadt

21.01.2019

Schlafenden Sohn umgebracht: Mutter muss in die Psychiatrie

Eine Frau aus dem Kreis Pfaffenhofen hatte im vergangenen Jahr ihren dreijährigen Sohn getötet. Stimmen hatten es ihr befohlen. Jetzt muss sie in die Psychiatrie.
Bild: Luzia Grasser

Im vergangenen Jahr hatte eine Mutter im Kreis Pfaffenhofen ihr knapp vierjähriges Kind umgebracht. Stimmen hatten ihr die Tat befohlen.

Von einer Tragödie für alle Beteiligten hat Richter Jochen Bösl am Montag gesprochen. Im vergangenen April hatte eine damals 36-Jährige im oberbayerischen Baar-Ebenhausen (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) ihrem schlafenden Kind den Hals durchgeschnitten, nur wenige Tage vor seinem vierten Geburtstag. Der Großvater war in der Nacht von lauten Schreien geweckt worden. Im Zimmer fand er dann den toten Jungen, neben ihm stand seine Tochter, die Mutter des Kleinen. In der Hand hielt sie noch das blutige Küchenmesser.

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Nach der Bluttat hatte die Mutter einen Suizidversuch unternommen, indem sie ihre Kleidung in Brand setzte. Mit lebensbedrohlichen Verletzungen kam die Frau ins Krankenhaus. Später wurde sie vorläufig in eine Psychiatrie eingewiesen.

Mutter tötet eigenen Sohn - Stimmen hatten ihr die Tat befohlen

Nun hat das Landgericht ein Urteil gesprochen: Die Frau wird in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Strafkammer stellte zwar fest, dass die Frau wegen ihrer Krankheit bei der Tat schuldunfähig gewesen sei. Sie habe Stimmen gehört, die ihr befohlen hatten, ihr „Liebstes“ zu töten. Aufgrund der schwerwiegenden psychischen Erkrankung sei es aber wahrscheinlich, dass die Beschuldigte in unbehandeltem Zustand erneut für die Allgemeinheit zu einer Gefahr werden könne, berichtete Gerichtssprecherin Heike Linz-Höhne nach dem Urteilsspruch. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden Verteidigerinnen hatten eine Unterbringung beantragt. (rilu, mit dpa)

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.01.2019

Wenn eine Frau irgendwelchen Stimmen so sehr gehorcht, dass sie sogar ihren Sohn umbringt, muss die Gesellschaft natürlich vor ihr geschützt werden.
Aber eine Unterbringung in der Psychiatrie an sich ist nichts unbedingt Positives. Die klassische Psychiatrie mit ihren Psychopharmaka heilt nichts. Manche Psychopharmaka erhöhen sogar die Neigung zu Mord und Selbstmord. Wie werden die anderen Insassen vor Gefährdung geschützt? Was ist, wenn ein Psychiater sich einbildet (wissenschaftliche Kriterien gibt es in der Psychiatrie ja nicht), dass die Täterin trotz weiter bestehender Mordneigungen wieder auf die Gesellschaft losgelassen werden soll?

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