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Neuburg

12.06.2019

Schloßfest: Beim Fanfarenzug ist Einzigartigkeit das Motto

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6 Bilder
Versammelte Mannschaft: Trommler, Fanfarenbläser und Fahnenschwinger im Einsatz.
Bild: Fanfarenzug Neuburg

Plus Beim Fanfarenzug in Neuburg hat alles mit Strumpfhosen begonnen. Was die Musiker von anderen Fanfarenzügen unterscheidet.

Natürlich ist der Neuburger Fanfarenzug untrennbar mit dem Schloßfest verbunden. Obwohl die Chronik streng genommen etwas anderes sagt. Es war nämlich Mathias Schieber, der sich 1977 in seiner Funktion als Faschingsprinz begleitende Fanfarenklänge wünschte. Zwischen 1961 und 1964 gab es in Neuburg bereits einmal einen Fanfarenzug. Jürgen Dorwarth war damals stellvertretender musikalischer Leiter und trommelte am 8. Februar 1977 im wahrsten Sinne des Wortes vier Trommler und acht Bläser zusammen. Der „Fanfarenzug Ottheinrich“ war geboren.

Mit Hemd, Wams, Barrett und in Strumpfhosen bestritten die Männer und Frauen ihre ersten Auftritte, unter anderem beim Schloßfest 1978. Die heutige Landsknechttracht hat mit den ursprünglichen Gewändern nicht mehr viel gemein. Weil sich die Mitglieder – insbesondere die Männer – weigerten, weiterhin Strumpfhosen zu tragen, wurde die Landsknechttracht mit den für die Neuburger typischen verschiedenfarbigen Strümpfen eingeführt, erinnert sich Jürgen Dorwarth. Während die meisten anderen Fanfarenzüge streng einheitlich in ihren Uniformen auftreten, springt die bunte Mischung der Neuburger sofort ins Auge. Die Farben der Strümpfe repräsentieren seither die Gruppen. So tragen die Fahnenschwinger noch heute schwarze, die Trommler rot/grüne und die Bläser gelb/schwarze.

Helden in Strumpfhosen: So sah das erste Gewand des Fanfarenzuges 1978 aus. Schon bald votierten die Mitglieder für Strümpfe.
Bild: Fanfarenzug Neuburg

Beim Fanfarenzug Neuburg sind die Arrangements selbst geschrieben

Der Neuburger Fanfarenzug gehört keinem Verband an – und darauf ist er stolz. Deswegen war Kreativität stets nicht nur eine Tugend, sondern Notwendigkeit, wie Dorwarth betont: „Bis heute zeichnen sich unsere musikalischen Leiter und Gruppenleiter durch gelungene Eigenkompositionen und -kreationen aus und erhalten und erneuern so immer wieder unsere Individualität und Einzigartigkeit auch im musikalischen Bereich.“ So arrangierte Werner Kreitmeier zum Beispiel mehrstimmige Trommelsoli wie den Drummers Call, der bei vielen Konzerten zum Standard gehört.

Ein Bild aus dem Jahr 1985: Der Trommler in Rot ist Werner Kreitmeier, der lange Jahre Trommlerchef war und viele der Stücke geschrieben hat.
Bild: Fanfarenzug Neuburg

Apropos Konzert: Die Fanfarenzugkonzerte an den beiden Schloßfestsamstagen sind eine einzigartige Gelegenheit, vor historischer Kulisse nicht nur den Neuburger Fanfarenzug, sondern diesen zusammen mit den Gästen aus Italien, Teningen, Gernlinden, Heidelberg und Waldkirch zu genießen. Mächtig hallen die Fanfaren und die Trommeln von den Wänden der Stadtmauer und des Marstalls wieder, wenn an die 50 Neuburger zusammen mit den Dutzenden Musikern aus den anderen Zügen loslegen. Ein beeindruckendes Schauspiel.

Die Fahnen des Fanfarenzugs Neuburg sind von Hand bemalt

Die Neuburger blasen Naturfanfaren ohne Ventile und ohne Hörner, außerdem keine Marschtrommeln oder Konzertpauken, sondern reine Landsknechttrommeln. Und die Fahnenstangen sind nicht aus Kunststoff, sondern aus Holz. „Und sie fliegen mindestens genauso hoch“, versichert Dorwarth. Die Wurffahnen mit dem Wappen der Kurpfalz Neuburg und Heidelberg sind handgemacht und gestaltet von der Neuburger Künstlerin Irene Schleer.

Die Trommler beim Fanfarenzugkonzert im Marstallhof.
Bild: Fanfarenzug Neuburg

1991 übergab Jürgen Dorwarth die Führung des Zuges an seinen Nachfolger Friedhelm Lahn. Inzwischen leitet Michael Bachhofer den Verein, Rainer Bartsch ist der musikalische Leiter, Melanie Fetsch führt die Fahnenschwinger an und Daniel Kirstein leitet die Trommler. Der Verein zählt nun über 70 aktive sowie mehr als 50 passive und fördernde Mitglieder.

Der Fanfarenzug gibt beim Schloßfest an den Samstagen 29. Juni und 6. Juli um jeweils 19.30 Uhr ein Konzert im Marstallhof. Der Eintritt kostet neun Euro.

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