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Weihnachtskomödie

23.11.2012

Schrille Nacht, Heilige Nacht

Emma (Iris Faber) versucht, mit Hilfe von Max (Nilz Bessel, Mitte) die Pläne ihres Vaters (Remo Hofer) zu durchkreuzen. Der ist nämlich „Verfinder“ und will das Weihnachtsfest weltweit abschaffen.
Bild: Barbara Würmseher

Entzückende Inszenierung des Theaters Maßbach

Neuburg Die weihnachtliche Idylle hält sich in Grenzen, wenn Emma und ihre Familie auf der Bühne des Neuburger Stadttheaters über das Fest debattieren: Kein Stille-Nacht-Entzücken, kein blitzendes Lametta, keine rührselige Stimmung finden sich in der Geschichte, die sich Anne Maar für „Das Weihnachtselexier“ ausgedacht hat. Die Tochter des Kinderbuchautors Paul Maar hat stattdessen eine schrille, explosive Komödie geschaffen, die dennoch – oder gerade deshalb – Sehnsucht weckt nach dem Zauber der Weihnacht.

Emmas Vater (Remo Hofer gibt ihn wunderbar weltfremd) ist Wissenschaftler – nein, halt, er ist Verfinder. Das heißt, er erfindet in seinem Labor lauter unnützes Zeug. Und in diese Kategorie fällt unbedingt auch sein Weihnachtselixier, mit dem er die ganze Welt vergessen machen möchte, dass es so etwas wie Weihnachten gibt. Schließlich hat er selbst als Kind das Trauma eines wenig friedvollen Festes erlebt und weigert sich deshalb, für seine Tochter mit Tannenbaum, Liedern und Geschenken zu feiern.

Emmas (entzückende Iris Faber) Enttäuschung ist groß und so sabotiert sie mit Hilfe des Assistenten Max (Nilz Bessel mit Lausbubencharme) die Pläne des Vaters. Am Ende macht es versehentlich „Krachbumm“, das Labor liegt in Trümmern und Weihnachten darf stattfinden. Zur Abrundung des perfekten Glücks findet Mutter Leni (herrlich exaltierte Simone Ott) eine neue Stellung, Max und Emma kommen sich näher, der Vater ist aus Überzeugung zufrieden und einem „Happy End“ steht nichts mehr im Wege.

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Aus der Zeit gefallen

Das klingt witzig – und ist es auch. Es klingt banal – ist es aber nicht. Denn Emmas Sehnsüchte kennt jedes Kind. Hinter der Vorstellung von Lichterglanz und Glockenklang und – ja auch Geschenken – steht ein Urbedürfnis. Emma nennt es so: „Weihnachten ist wichtig, weil es eine Zeit der Familie ist. Man kann miteinander über alles reden. Weihnachten ist so besonders, weil es wie aus der Zeit gefallen scheint.“

Schalkhafte Elemente

Das Fränkische Theater Maßbach punktet mit einer tiefgründigen Botschaft, deren Inszenierung von kleinen, schalkhaften Elementen nur so sprüht. Allein die punktgenauen akustischen Signale sind köstliche Regie-Einfälle. Ganz zu schweigen von den raffinierten Kulissenteilen, die Räume erschaffen wie aus dem Bilderbuch. Alles ist aufgemalt und lässt sich ausklappen: praktisch, simpel, bezaubernd!

Kinderstücke brauchen eine besondere Atmosphäre – Weihnachtsstücke erst recht! Sie sind dann gelungen, wenn sie es verstehen, die Kinder einzufangen, festzuhalten und mitzunehmen. All das hat das Fränkische Theater Maßbach in Neuburg mit Links hinbekommen!

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