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16.06.2009

"Schützenvereine sind keine Gefahr"

Rain-Bayerdilling (arh) - Ein klares Bekenntnis zur gesellschaftlichen Bedeutung der Schützenvereine legte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in seiner Ansprache beim Bayerisch-Schwäbischen Böllerschützentreffen ab. In seinen Ausführungen war der Franke, selbst Mitglied bei der HSG Erlangen, nur nebenbei Wahlkämpfer. Seine zwei Seitenhiebe auf den politischen Gegner betrafen die Forderung aus anderen Bundesländern für eine zentrale Waffenlagerung, die er als unsinnig abtat, und die mangelnde Unterstützung der Berliner Polizei durch die Stadtregierung.

Joachim Herrmann erhielt für seine auf Schützenwesen, Waffenrecht und Vereine allgemein zugeschnittene Rede viel Beifall. Die Schützen seien wichtiger Bestandteil von Brauchtum und Tradition. Trotz des jüngsten schrecklichen Ereignisses betonte er, die Vereine seien Garant für die innere Sicherheit und keine Gefahr. Unter diesem Gesichtspunkt sollte die Diskussion geführt werden, denn in der täglichen Arbeit engagieren sich die Verantwortlichen für Tugenden wie Disziplin, Ausdauer, Geduld und Vereinssinn - Eigenschaften, die man nach den Worten des Ministers brauche. Nicht Killerspiele, sondern Teamgeist und Fairness werde in der Jugendarbeit der Vereine gefördert.

Herrmann betonte die Notwendigkeit eines zentralen elektronischen Waffenregisters, das Jäger und Schützen nicht belaste, andererseits die polizeiliche Arbeit sehr erleichtere. 96 Prozent der Straftaten mit Schusswaffen werden mit illegalen Waffen verübt, berichtete der Minister aus einer Untersuchung. Eindringlich rief er die Schützen auf, die Tresor-Aufbewahrung der Waffen und der Munition ernst zu nehmen.

Großes Lob richtete der Politiker auf die bayerische Polizei. "Unser Land hat die geringste Kriminalitätsrate und gleichzeitig die höchste Aufklärungsquote bei Straftaten." Dafür verdiene die Polizei in Bayern besondere Anerkennung und Unterstützung.

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Die Entscheidungen der europäischen Gremien wirken vielfältig in die Kommunalpolitik und in das Leben jedes Einzelnen hinein, stellte Herrmann anhand von Beispielen dar. Deshalb rief er eindringlich zur Teilnahme an der Europawahl auf. Je mehr bayerische Vertreter durch hohe Wahlbeteiligung im Europaparlament vertreten sind, desto besser werden die bayerischen Interessen im vereinten Europa vorangebracht, so Herrmann.

Herrmann war frühzeitig in Bayerdilling eingetroffen ("Die Autobahn war heute frei") und nutzte die Zeit zu Gesprächen in lockerer Atmosphäre mit Bayerdillinger Schützen und Mitglieder der Rainer CSU. Begrüßt worden waren der Redner und die Ehrengäste aus Politik und Vereinen von Schützenmeister Georg Koller und Georg Schmid, Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion. Franz Hertl, Schützenvereins-Ehrenmitglied und CSU-Stadtrat, verabschiedete den Minister mit einem kleinen Korb regionaler Produkte.

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