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Neuburg

18.06.2015

Schwalbanger: Anwohner kritisieren Park-Projekt

Was wird mit dem freien Raum geschehen? Die Quartiermanager Markus Hajduczek (links) und Jürgen Stickel haben eine Schwalbanger-Karte auf dem Tisch ausgebreitet. Die Hochhäuser ragen hervor und zeigen: Es leben viele Menschen auf diesem Fleck. Das führt zu Interessenskonflikten.
Bild: Bastian Sünkel

Alle sollen bei der Gestaltung des freien Platzes am Schwalbanger mitreden. Diesmal kamen die Anwohner zu Wort und zeichneten ein unnahbares Bild der Jugend.

Es gibt keinen Interessenskonflikt, der alltäglicher ist. Der Eine sehnt sich nach Ruhe, ein Anderer macht Lärm. Dass gerade in dicht besiedelten Gebieten der Konflikt häufig offen ausgetragen wird, ist keine Wissenschaft. Als die Diskussion im Bürgerhaus am Schwalbanger lauter wird, geht Jürgen Stickel mit diesem Satz dazwischen. Er weiß, dass der Schwalbanger kein einfaches Viertel ist. Für ihn ist es an der Zeit, etwas zu verändern.

Stickel hat die Anwohner rund um das Schulgelände zur Diskussion bestellt. Denn die Schule am Schwalbanger unterzieht sich im Sommer dem Umbau. Auch das längliche Gebäude, das aus der Vogelperspektive wie ein kleines „t“ aussieht, wird abgerissen. Dort wo heute das Gebäude steht, sind bald Freiflächen, die Quartiersmanager Stickel, sein Kollege Markus Hajduczek und die Stadt Neuburg zu einem Stück Freizeitfläche umfunktionieren wollen.

Stickel erklärt, dass er zuerst mit Jugendlichen und Senioren gesprochen hat, jetzt mit den Anwohnern. Irgendwann will er alle an einen runden Tisch holen. Wünsche haben sie geäußert und am Ende hat ein Landschaftsarchitekt die Ideen zum Entwurf zusammengesetzt: dem Mehrgenerationenplatz zwischen Wachenheimstraße und Weiherleite.

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Drei Boule-Bahnen im Südwesten, ein Bolzplatz daneben, ein Kinderspielplatz, Sitzgelegenheiten und ein Pavillon mit alterskonformen Sportgeräten für Senioren. Die Idee dahinter: Das ganze Viertel soll in Kontakt treten, generationsübergreifend. So zukunftsträchtig das Vorhaben, so groß auch die Ängste vor dem Projekt. Die ersten Anwohner, die sich im Bürgerhaus zu Wort melden, haben Angst um ihre Ruhe. Die Anwohner formulieren ein klares Feindbild: der trinkende, rauchende, laute Jugendliche, der bis tief in die Nacht seine Pubertät auf öffentlichen Plätzen auslebt. Auf Ruhewünsche reagiert er aggressiv und seine Flaschen zerschmettert er auf dem Sport- oder Spielplatz oder wirft sie in den nächsten Garten.

Dass mit der nächsten öffentlichen Fläche Ruhestörer angezogen werden, das fürchtet ein Teil der Anwohner und reagiert ablehnend. Es fallen Sätze wie: „Man will nach der Arbeit seine Ruhe haben!“ Oder: „Es gibt kein Recht auf Lärm!“ Sie lehnen das Projekt nicht gänzlich ab. Sie fordern strikte Überwachung. Hohe Zäune und Tore, die um 22 Uhr geschlossen werden oder einen Überwachungsdienst.

Stickel lenkt ein. Unter der Prämisse, dass ein „Kümmerer“ auf dem neuen Platz für Ruhe sorgt, sei das Projekt für alle Beteiligten realistisch? Genau hier stößt der Quartiermanager auf den gemeinsamen Nenner. Wird die Ruhe im heimischen Umfeld geschützt, sind selbst die eifrigsten Kritiker gesprächsbereit. Stickel hat mit den Kritikern gerechnet, erklärt er nach dem Gespräch. Es gebe nun mal keine Patentlösung, aber man höre sich alle Bedenken an, um sie in die Planungen einfließen zu lassen. Ein Punkt blieb bei der Diskussion allerdings fast komplett außen vor: die Gestaltung des Platzes. Doch dafür ist bis Ende September Zeit, wenn Stickel erneut die Anwohner zusammen bringt. Zuvor diskutiert im Juli der Bauausschuss über den Park.

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