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Neuburg

16.09.2020

Sens-Halle in Bittenbrunn: Projekt schreitet weiter voran

Über 100 Anhänger von Florian Sens unterstützten ihn unübersehbar beim Ortstermin an der Monheimer Straße.
Bild: Winfried Rein

Plus Die Stadträte im Neuburger Bauausschuss sprachen sich für das Zimmerer-Projekt in Bittenbrunn aus. Die Freien Wähler machten nicht mit. So begründeten die Politiker ihre Entscheidung.

Eine Zimmerei-Halle wird zum Politikum: Der Bauantrag von Handwerksmeister Florian Sens mobilisierte Befürworter und Gegner. Beeindruckt vom öffentlichen Interesse sprach sich der Bauausschuss des Stadtrates mit 7:5 Stimmen dafür aus, die Aufstellung des Landratsamt für das Projekt an der Monheimer Straße voranzutreiben.

Bauausschuss in Neuburg: Sens-Halle in Bittenbrunn ist genehmigt

Letztlich „retteten“ SPD-Stadtrat Ralph Bartoschek und OB Bernhard Gmehling mit der CSU-Fraktion die Zustimmung. Die drei Stadträte der Freien Wähler Hans Habermeyer, Roland Harsch und Bernhard Pfahler stimmten überraschend gegen die Halle an diesem Standort. Ebenfalls dagegen sind Gerhard Schoder (Grüne) und Michael Wittmair (Linke).

Dies ist der Standort der Halle, die die Zimmerei Sens an der Monheimer Straße errichten möchte.
Bild: Winfried Rein

Vorausgegangen war ein Ortstermin, der Züge eines kleinen Volksfestes angenommen hatte. „Fehlt nur noch das Bier und ein Riesenrad“, kommentierte der Oberbürgermeister den Auflauf mit 120 Anliegern im weitesten Sinne. Kinder mit Luftballons machten mit und die Handzettel verrieten die Positionen: „Wir sind dafür“. Von den Beschwerdeführern vor allem aus der Schilchermühle, die 70 Unterschriften gesammelt hatten, war wenig zu sehen. Florian Sens fand also ausreichend Unterstützer. Über Whatsapp hatte er am Vortag über 100 Solidaritätsadressen erhalten: „Mir ist ganz schwindlig geworden.“

Mit 15 Heliumballons („eine saumäßige Arbeit“) versuchte der Antragsteller auf seiner Wiese am Schiffsmühlenweg, die Dimensionen der Halle anzudeuten. Man konnte durchaus sehen, dass acht Meter Traufhöhe und gut zehn Meter Firsthöhe keine Kleinigkeiten sind. Die Halle soll überdies 50 Meter lang und 30 Meter breit werden. Florian Sens hat die Ausmaße reduziert und den Standort etwas Richtung Süden verschoben.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bedauert, dass der Bauantrag „so viele persönliche Interessen geweckt hat.“ Die Stadt müsse einem Handwerksbetrieb in seiner Heimatgemeinde die Chance zur Erweiterung und Standortsicherung geben. Sein Arbeitsbereich befinde sich in der Hauptsache nördlich der Donau. Am Standort seien bereits zwei Gewerbebetriebe, in unmittelbarer Nähe die frühere Grünwaldsäge. Ein Wohngebiet an gleicher Stelle komme wegen des Nadelöhrs Donaubrücke „nicht in Frage“. Ein Immissionsgutachten werde erstellt, „aber bei Abwägung aller Punkte halte ich dort ein kleines Gewerbegebiet für machbar“, so Oberbürgermeister Bernhard Gmehling.

Sens-Halle als Thema im Bauausschuss: Die Freien Wähler sind dagegen

Ein ähnliches Plädoyer für das Handwerkerprojekt hielten Gabriele Kaps und Fraktionssprecher Alfred Hornung (beide CSU). Die Wirtschaft verlange zurecht dringend Unterstützung und die Stadt brauche Ausbildungsbetriebe im Handwerk.

Wie groß wird die Halle? Die Ballons markieren die Ausmaße.
Bild: Winfried Rein

Dem wollte Gerhard Schoder von den Grünen nicht widersprechen, doch er verlangt Freihaltung der Trasse für eine mögliche Donaubrücke im Westen. Solange müsse man „den Sens-Antrag auf Eis legen.“ OB Bernhard Gmehling erinnerte den Grünen daran, dass eine Westbrücke die Schilchermühle und andere Gebäude tangieren und das Freibad am Brandl wohl hinfällig machen würde. Im übrigen hätten sich knapp 70 Prozent der befragten Neuburger und dann der Stadtrat mit 22:7 Stimmen für die Ostbrücke entschieden. Die Befragung damals sei rechtswidrig und damit „vollkommen nichtig“ gewesen, meint der Linke Michael Wittmair.

Die Freien Wähler, die sich der Förderung des Handwerks verschrieben haben, sagten überraschend „Nein“. Man habe gesehen, dass mit den Ausmaßen der Halle „die Welt nicht untergeht“, so 2. Bürgermeister Hans Habermeyer, „aber die Stadt muss klären, ob man hier nördlich der Donau ein Gewerbegebiet macht oder doch attraktive Wohnnutzung anstrebt.“

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