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Historie

13.08.2013

Sich fühlen wie Ottheinrichs Susanna

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3 Bilder
An die 100 Euro kostet allein dieser exklusive Stoff, aus dem die Haube für das Kleid gefertigt wird. Die schneidert Daniela Engel selbst, das Kleid lässt sie vom Profi anfertigen, schließlich soll es nicht nur nach Renaissance aussehen, sondern auch wie damals genäht sein.
Bild: Gloria Brems

Es geht um die schönsten Frauen der Renaissance und um die authentischste Nachahmung. Daniela Engel tritt bei diesem etwas anderen Schönheitswettbewerb in Italien für Neuburg an

Neuburg Das Lächeln ist wohl das Schwierigste. Huldvoll muss es sein und gediegen und vor allem nicht so, wie man heute lacht. Das Zeigen der Zähne ist verpönt und ausgelassen darf es erst recht nicht sein. Eigentlich muss es das genaue Gegenteil sein, von dem Lachen, wie es Daniela Engel so gerne tut. Ausgelassen, frei von der Seele weg, sympathisch. Deswegen fällt ihr das altertümliche Lächeln doppelt schwer.

Alles andere kann man vorbereiten: das Kleid, den Schmuck. Aber wenn man dann vor die Jury schreitet, die Anspannung steigt und die Nervosität wächst, wird es schwierig mit dem huldvollen Lächeln. Doch darauf kann es ankommen, jede Kleinigkeit muss stimmen. Die Jury will eine möglichst authentische Donna, denn schließlich geht es bei dem Wettbewerb „La Bellezza e l’Eleganza della Donna nel Medioevo e Rinascimento“ um die Schönheit und Eleganz der Damen des Mittelalters und der Renaissance.

Ein Gemälde muss nachgestellt werden

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Gut, dass man das Fluchen von Engels Schneiderin nicht hört, wenn sie an den Kleidern für den Wettbewerb näht, denn mitunter sind die Nähweisen, wie sie um 1500 üblich waren, ziemlich nervtötend. „2011 trug ich ein Kleid, dass keine Taillennaht, sondern vorne und hinten eingesetzte Stehfalten vor der Brust hatte“, erzählt Engel. Sie selbst näht zwar auch gerne, aber ihr Kleid lässt sie sich lieber von einem Profi anfertigen. An die 1200 Euro wird es kosten, denn die Stoffe sind nicht gerade billig. Lediglich die Haube, die macht sie selbst.

In diesem Jahr wird es eine üppig verzierte sein mit echten Süßwasserperlen und gepressten Metallringen. Pailletten gab es in der Renaissance nämlich noch nicht. Darstellen will die Neuburgerin diesmal Anna von Laubenberg, die 1525 vermutlich von Christoph Amberger gezeichnet wurde. „Bei dem Wettbewerb sollen die Donnas ein Gemälde nachstellen“, erzählt Engel. Regelmäßig stöbert sie deswegen in Ausstellungskatalogen und Porträt-Bänden, um Ideen zu sammeln. Wichtig ist ihr, dass das Bild aus der deutschen Renaissance stammt.

Neuburgerinnen wechseln sich ab

Zwischen 30 und 40 Frauen treten jedes Jahr im italienischen Pescia zu dem Wettbewerb an. Die meisten sind Italienerinnen, es sind aber auch immer eine Handvoll Deutsche mit dabei. Allerdings gibt es immer nur eine Donna, die die Stadt vertreten darf. Die Neuburgerinnen wechseln sich deshalb ab. Ulrike Stuhlfelder war schon dabei und im vergangenen Jahr belegte Nicola Kloss den dritten Platz. Heuer ist Daniela Engel wieder an der Reihe.

Am 29. August wird sich ein ganzer Tross aus Neuburg auf dem Weg nach Italien machen. Viele Freunde aus dem Verkehrsverein und von den Neuburger Hoftänzern fahren mit und werden Daniela Engel bei diesem ganz besonderen Wettbewerb unterstützen. Ihr Mann Dietmar wird sie als Cavalliere zu ihrem Platz führen. Und dann kommt es ganz auf das Lächeln an. Huldvoll muss es sein und gediegen.

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