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Jubiläum

31.07.2019

Sie helfen, wo der Staat wegsieht

Für die Schrobenhausener Tafel sind rund 50 ehrenamtliche Helfer tätig. jetzt feierte der Verein sein 15. Gründungsjubiläum.
Bild: Verena Bartelmann

Die Tafel feiert 15 Jahre mit Tag der offenen Tür. Mitstreiter gesucht

Die Schrobenhausener Tafel wird heuer 15 Jahre alt, Anlass für einen Tag der offenen Tür. Bei dieser Gelegenheit konnten sich alle Interessierten über die Tafelarbeit informieren und die Räumlichkeiten besichtigen.

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In ihrer Rede wies Vorsitzende Verena Bartelmann darauf hin, dass die Tafel stetig gewachsen sei und immer wieder neue Herausforderungen meistern musste. Die Schrobenhausener Tafel zählt derzeit 80 Mitglieder, von denen rund 50 ehrenamtlich mitarbeiten. Allein im letzten Jahr wurden 6376 Arbeitsstunden geleistet.

Seit der Gründung hat sich die Zahl der Bedürftigen mehr als verdoppelt. Derzeit versorgt die Schrobenhausener Tafel 311 Personen aus 20 verschiedenen Nationen, darunter 128 Kinder, Tendenz steigend. Hinzu kommen auch sprachliche Barrieren: Die Verständigung erfolgt auf Englisch, Französisch, Russisch, Arabisch, Farsi, Paschtu oder Kurdisch, um nur einige Sprachen zu nennen – ein gewaltiger Kraftakt für so eine kleine Tafel, wie Verena Bartelmann anführte.

Sie helfen, wo der Staat wegsieht

Dass die Anzahl der Tafelkunden stetig steigt, liegt auch daran, dass die Altersarmut in der Gesellschaft stetig zunimmt, denn bei vielen Menschen reicht die Rente nicht für den Lebensunterhalt aus. Es gibt aber auch viele, die mit Harz IV oder Sozialhilfe nicht über die Runden kommen. Hier kommt die Tafel ins Spiel. Sie versucht, die Folgen der Armut in einem Land des Überflusses etwas zu lindern, in dem sie Lebensmittel, die nicht mehr verwendet und somit vernichtet würden, bei den Spendern abholt und an Bedürftige weitergibt. Über die Hälfte aller produzierten Lebensmittel landet auf dem Müll, davon retten die Tafeln in Deutschland jährlich 264.000 Tonnen. Allein die Schrobenhausener Tafel hat so im Jahr 2018 fast 62 Tonnen Lebensmittel gerettet, davon 26,5 Tonnen Obst und Gemüse. Dies konnte nur durch die Arbeit Ehrenamtlicher bewerkstelligt werden. So freute sich auch Verena Bartelmann, dass zur 15-Jahr-Feier auch die 2. Bürgermeisterin Inge Eberle, der 2. Landrat Alois Rauscher sowie Vertreter von Banken, Caritas und Seniorenbeirat anwesend waren und die Arbeit der Tafel würdigten. Bürgermeisterin Eberle zitierte den Liedtext „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt“ und überreichte der Vorsitzenden Bartelmann und ihrem Team symbolisch eine Rose als Dank für deren unermüdliche Arbeit

Die Tafel sucht händeringend ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Arbeit ist sehr vielfältig, gesucht werden Fahrer und Beifahrer, die die Waren bei den Spendern abholen, fleißige Hände zum Sortieren und Einräumen der Waren sowie Mitarbeiter zur Warenausgabe. Interessenten, die mitarbeiten oder die Arbeit mit Spenden unterstützen möchten, melden sich telefonisch bei Verena Bartelmann, Telefon 0160/94721956 oder 08252/3356. (nr)

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