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Neuburg-Schrobenhausen

10.11.2019

Sie waren Bayerns erste politische Senioren

Die Gründungsmitglieder wurden für ihre 20-jährige Zugehörigkeit zum Kreisverband der Senioren Union der CSU geehrt: (Vorne von links) Gertrud Langhammer, Johann Müller, Maria Kumpf, Ehrenvorsitzender Hans Kappler, Otto Fauth, Ernst Jais, (hinten von links) Kreisvorsitzender Fritz Müller, Kurt Schreyer, MdB Erich Irlstorfer, Otto Oswald, Karl Ziegler, Helmut Schraml, Avred Semerak, MdL Matthias Enghuber, Josef Weber, und Bezirksrätin Martina Keßler.
Bild: Manfred Dittenhofer

Der Kreisverband der CSU Senioren Union feiert seinen 20. Geburtstag – und auch Bundesinnenminister Horst Seehofer schaut vorbei. 

Wer überrascht war, dass der Bundesinnenminister Horst Seehofer an einem so traditionsreichen Tag wie dem 9. November nicht in Berlin, sondern im Berg im Gauer Ortsteil Lampertshofen anzutreffen war, der kennt Horst Seehofer nicht. Der Ingolstädter Bundespolitiker betont immer wieder, wie wichtig ihm die eigenen Wurzeln sind – auch beruflich. Und diese Wurzeln traf er am Samstag in Lampertshofen. Dort feierte der Kreisverband der Senioren Union der CSU sein 20-jähriges Bestehen. Und dazu hatte der amtierende Kreisvorsitzende Fritz Müller den Bundesinnenminister so freundlich eingeladen, dass der gar nicht nein sagen konnte.

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„Ich kenne Fritz nun seit 50 Jahren. Seine Briefe waren immer im Ton eines Befehlsempfanges gehalten. Und dann erreicht mich dieser Brief, aus dem förmlich Honig tropfte“, lachte Seehofer und fühlte sich sichtlich wohl mit seinen alten Weggefährten. Seine Tätigkeit als Innenminister sei aber auch die schwerste Aufgabe in den vergangenen zehn Jahren, so Seehofer. Jeden Tag gehe es um Ärger. Aber ihm mache die Tätigkeit immer noch Spaß. Er könne viel bewirken. Der Bundesinnen-, Bau- und Heimatminister berichtete von seiner Arbeit. Heimatpolitik sei Strukturpolitik. Die Menschen müssten in ihrer Heimat glücklich und zufrieden leben können. Dazu gehöre das rechte Bildungs-, Gesundheits- und Arbeitsangebot. Der Rechtsstaat müsse sich gegenüber Rechtsbrechern besser durchsetzen, sonst würden die Menschen den Glauben an den Rechtsstaat verlieren.

Kreisvorsitzender Fritz Müller und Elfriede Müller überreichten Horst Seehofer eine aus ausgemusterter BRK-Arbeitskleidung gefertigte Tasche mit leckerem Inhalt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Die Senioren Union im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wurde 1999 gegründet

Der Bundesinnenminister blickte natürlich auch direkt in den Landkreis und erwähnte sein Lieblingsthema, den geplanten Campus der THI in Neuburg. „Es läuft momentan etwas zäh, aber der wird kommen.“ Und an die Senioren gerichtet meinte Seehofer, er sei für die Grundrente, nur die Bedürftigkeit müsse schon geprüft werden. „Es geht um Sicherheit im Alter. Um den menschlichen Umgang genauso wie um ein soziales und wirtschaftliches Auskommen.“ Als Gastredner wünschte er dem Kreisverband der Senioren Union alles Gute.

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Zuvor hatte Kreisvorsitzender Fritz Müller die beiden Dekaden Revue passieren lassen. Schließlich sei der Neuburger Kreisverband mit seiner Gründung am 11. Oktober 1999 bayernweit die erste offizielle Arbeitsgemeinschaft der Senioren in der CSU gewesen. Nur drei Tage zuvor hatte der CSU-Parteitag beschlossen, die Arbeitsgemeinschaften der Senioren zu gründen. Seither gestalten die Älteren die Politik mit, beteiligen sich an der politischen Meinungsbildung und bieten die Erfahrung des Alters. Seehofer zitierte zu diesem Thema Franz-Josef Strauß, der einmal gesagt hatte: „Jung zu sein ist kein Verdienst und alt zu sein ist kein Makel.“

Was sich Fritz Müller für die Zukunft der Senioren Union wünscht

Fritz Müller wünschte sich die Zusammenarbeit der Generationen: „Mit der Kraft der Jugend und der Erfahrung des Alters.“ Der Kreisvorsitzende will eine gestärkte Altenhilfe. Altershilfestrukturen müssten gefördert, ausgebaut und flankiert werden in einem Leitgesetz. „Wir wollen raus aus der Sozialhilfe im Sozialgesetzbuch und dafür ein eigenes Gesetz in diesem SGB.“ Es gebe noch viel zu tun, auch für die Senioren.

Am Samstag aber war erst einmal Zeit, den runden Geburtstag zu feiern. Viele Gründungsmitglieder wurden mit Urkunde und Anstecknadel geehrt. Außerdem erzählte der Gründungsvorsitzende Arved Semerak von den Anfängen. Er selbst lebt inzwischen in München und hat auch dort Bezirks- und Kreisverbände mitgegründet. Von wegen, Senioren fehlt es an Elan. Der ist bei Semerak und vielen der 110 Mitgliedern des Kreisverbandes Neuburg-Schrobenhausen der Senioren Union der CSU ungebrochen.

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