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20.06.2009

Sieben Verletzte bei Zimmerbrand in Asylantenheim

Neuburg Sein Gesicht haben die Notärzte mit Binden umwickelt. Der Arm ist bandagiert. Während die Einsatzkräfte den schwer verletzten Mann auf eine Bahre für den Transport mit dem Hubschrauber hieven, scharen sich die Bewohnern des Neuburger Asylbewerberheimes um die agierenden Helfer. Die verschreckten Nachbarn wollen sehen, wie es dem 43-jährigen Tibeter geht. Doch sie schauen nicht nur zu, sie müssen auch mit anpacken. Um den Verletzten sicher zum Hubschrauber zu bringen, spannen die Einsatzkräfte ein paar der Schaulustigen als Träger ein. Ohne zu zögern helfen sie mit.

Kurz nach 13 Uhr geht die Meldung bei der Leitstelle in Ingolstadt ein, dass es im Asylbewerberheim in der Donauwörther Straße brennt. Sieben Menschen sind verletzt, zwei davon schwer. Sie werden mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus nach Nürnberg und München geflogen. Die Leichtverletzten werden in Neuburg behandelt.

Wie die Polizei ermittelte, hatten die beiden Bewohner des Zimmers im ersten Stock des Blockes C Teelichter angezündet und auf die Lehne eines der Sessel gestellt. Der knapp 20 Quadratmeter große Raum ist eng möbliert, das Feuer griff auf Poster an der Wand über. Nach den Löscharbeiten stehen die beiden Sessel verkohlt an der Wand, weißer Schaum hat sich wie Schnee auf die Einrichtung gelegt. Eine Banane liegt noch ohne Brandspuren, aber wie mit Staub überzuckert, auf dem Esszimmertisch.

"Für einen Zimmerbrand haben die beiden Männer ungewöhnlich schlimme Verletzungen", sagt der leitende Notarzt, Dr. Alexander Hatz. Rauchvergiftungen seien die Regel, aber großflächige Hautverbrennungen, ja sogar Verbrennungen der Atemwege, eher selten. Brandstiftung schloss die Polizei bereits gestern Nachmittag aus. Fahrlässig hätten die Bewohner mit den Kerzen hantiert und so das Feuer ausgelöst. Die Löschversuche der beiden Männer waren vergebens. Der Sachschaden beläuft sich auf 5000 Euro. Nachdem die beiden Schwerverletzten abtransportiert sind, legt sich langsam die Aufregung unter den Bewohnern der Gemeinschaftsunterkunft, die ungläubig auf die Menge an Einsatzkräfte schauen und mit ihren Handys alles dokumentieren. "Ich wohne selbst in dem Gebäude", schildert einer der Männer. "Aber ich war zu der Zeit zum Glück bei einem Freund im anderen Haus." Ob er heute Nacht in seinem Zimmer schlafen kann, ist noch ungewiss. Insgesamt 28 Helfer der Feuerwehren aus Neuburg, Rain und Ingolstadt waren im Einsatz. Das Rote Kreuz behandelte die Verletzten in einem Notfallzelt mit Sauerstoff.

Sieben Verletzte bei Zimmerbrand in Asylantenheim

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