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Neuburg

11.08.2020

So endete die Geisterfahrt der Klappschute auf der Donau

Diese Klappschute hat schwere Steine an den Kraftwerken Bertoldsheim und Bergheim ausgeladen.
Bild: Winfried Rein

Plus Der Kapitän brachte seinen Kahn rechtzeitig wieder unter Kontrolle. Uniper Wasserkraft bedankt sich bei den Einsatzkräften.

„Es hätte mehr passieren können.“ Christian Kunze, Unternehmenschef von Uniper Wasserkraft, ist froh über den glimpflichen Ausgang des Zwischenfalls mit einer Klappschute auf der Donau. Der motorgetriebene Frachtkahn hatte sich, wie berichtet, von der Vertäuung gelöst und war herrenlos von Bertoldsheim Richtung Bittenbrunn getrieben.

Letztlich verursachte die kleine Geisterfahrt eine große Aufregung, aber keinen Schaden. Dazu hatte auch der rasche Einsatz der Feuerwehren Bertoldsheim, Rennertshofen und Neuburg beigetragen. Christian Kunze und Christina Hentschel, Leiterin der Donau-Kraftwerke, bedankten sich gestern bei den drei Kommandanten und überreichten 2000 Euro als Spende für die Wehren. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, Mitglied des Aufsichtsrates der Donau-Wasserkraft AG (DWK), schloss sich der Anerkennung an und sagte, er kenne die Kompetenz der örtlichen Feuerwehren.

Neuburger Feuerwehr brachte Kapitän mit Motorboot zur Klappschute

Die Klappschute sei mit drei Stahlseilen und einer Kette unterhalb der Staustufe Bertoldsheim am Ufer vertäut gewesen. Zwei Fischer angelten neben dem Frachtkahn mit Baggerarm. „Plötzlich war das Schiff weg gewesen“, schilderten die Fischer, sie sahen den Kahn mitten in der Donau treiben. Der Kapitän hatte wegen des Hochwassers längst Feierabend gemacht und war heimgefahren. Die Fischer telefonierten mit der Polizei und die Alarmierungskette lief an. Zunächst fuhren die Wehren Bertoldsheim und Rennertshofen das Donauufer ab, sie entdeckten die Klappschute dann ganz unten am Antoniberg. Das Boot hing relativ fest an der Landzunge des Altwassers.

Die Neuburger Feuerwehr ortete den Standort und steuerte ihn mit dem eigenen Motorboot an. Mittlerweile raste der verständigte Bootsführer – Angestellter eines beauftragten Privatbetriebes – mit seinem Pkw auf der Autobahn südlich von München bis nach Stepperg. Die Feuerwehr brachte ihn zu seinem Frachtkahn, er konnte den Motor anlassen und problemlos das rechte Ufer an der Schleuse Bittenbrunn ansteuern.

Kollision mit Kraftwerksbrücke wurde verhindert

Betreiber Uniper hatte zuvor auf den Fall der Fälle reagiert und den Zulauf zur dritten Turbine gestoppt. „Damit die Sogwirkung abgeschwächt wird“, erklärte Christina Hentschel. Den leichten Wehrüberlauf habe man nicht aussetzen können, weil dann das Wasser im Stausee zu schnell gestiegen wäre.

Eine Kollision des schweren Frachtkahns mit der Kraftwerksbrücke hätte erhebliche Schäden verursachen können – und die Bergung wäre kompliziert gewesen. So konnte der Kapitän sein Schiff wieder kontrollieren und mit dem Tieflader nach Hause transportieren lassen. Der Auftrag von Uniper war bereits ausgeführt: das Auffüllen des Wehrbereichs in Bertoldsheim mit hundert Tonnen Bruchsteinen. Damit wird die ausgewaschene Flusssohle nach Hochwassern stabilisiert.

Die Verhältnisse der Donau kann man auch mal unterschätzen. Vor einigen Jahren kippte eine Klappschute bei Marxheim um 180 Grad im Fluss um. Die beiden Arbeiter an Deck retteten sich mit einem Sprung ins kalte Wasser. (rew)

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