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Neuburg

20.01.2019

So faszinierend ist Tango

Matthias Lang, Antonio Clavijo-Rojas, Alexander Suleiman und Kozue Sato (von links) boten im Schlösschen Hessellohe einen wundervollen Konzertabend.
Bild: Tobias Böcker

Mit Musik aus Südamerika gelingt der Auftakt der Reihe „Weltkultur im Salon“ im Hesselloher Schlösschen.

Weltkultur im Salon“ – im Zuge der neuen Abteilung Weltmusik der Neuburger Sommerakademie hob Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs flugs eine neue Konzertreihe aus der Taufe: Ziel ist es, peu a peu die Bandbreite der Musik der Welt ein Stück weit aufzufächern.

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Das erste Konzert der Reihe im Schlösschen Hessellohe widmete sich dem Tango, jener sehr eigenen südamerikanischen Spielart der Musik, welche in den halbseidenen Kneipen des Hafenviertels von Buenos Aires ihren Ausgangspunkt hatte. Entstanden etwa zeitgleich mit dem Jazz, der in New Orleans in einem ganz ähnlichen Milieu aufblühte, zeigte auch der Tango eine künstlerische Entwicklung, die ihren Weg aus der Halbwelt in die Konzertsäle nahm.

Astor Piazolla ist mit dem Tango verbunden

Der Name, der wie kein anderer mit dieser Entwicklung verbunden ist, lautet Astor Piazolla, Bandoneon-Spieler, Komponist und Begründer des Tango Nuevo, der dem Tango Impulse aus Jazz und Klassik beigab. Piazollas viersätzige Suite „L’Histoire du Tango“ bildete denn auch einen der zahlreichen Höhepunkte des Konzerts im Hesselloher Schlösschen.

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Matthias Lang an der Gitarre und Kozue Sato an der Querflöte boten „die Geschichte des Tango“ in ihrer leichten, koketten, sinnlichen Lebensfreude im ersten Satz, ihrer melancholischen Einsamkeit im zweiten, ihrer kontrastreichen Vielfalt im dritten und ihrer späteren, artifiziellen Differenzierung im letzten Satz „Concert D’aujord’hui“ in faszinierender Empathie dar.

Alexander Suleiman war am Cello zu hören

Die halbdunklen Ursprünge des Tango hatten zuvor bereits Alexander Suleiman und Antonio Clavijo-Rojas auf zwei Celli mit dem im Kontext des Milieus anspielungsreichen Titel „El Choclo“ – „Der Maiskolben“ gekonnt ausgeleuchtet. Wie modern, anspruchsvoll und raffiniert der heutige Tango die Virtuosität des Künstlers herausfordern kann, zeigte mit Bravour Matthias Lang mit dem „Tango an Skaï“ des in Tunis geborenen französischen Gitarristen und Komponisten Roland Dyens.

Piazollas Tango „Imperial“, der „Winter“ aus seinen südamerikanisch geprägten „Vier Jahreszeiten“, klassische Tangos von Luiz Florino Banfa und Carlos Gardel sowie die weithin bekannte Melodie der „La Cumparsita“ rundeten in wechselnden, stets aparten Besetzungen eine musikalische Reise nach Argentinien ab, welche zeigte, wie intensiv es sich lohnt, Impulse aus aller Welt aufzunehmen in die Behaglichkeit des Überkommenen. Gelungener Auftakt einer vielversprechenden Reihe!

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