Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. So hart war das Jahr für einen Neuburger Wertstoffhofmitarbeiter

Neuburg

30.12.2020

So hart war das Jahr für einen Neuburger Wertstoffhofmitarbeiter

Zeitweise wurden die Wertstoffhöfe in diesem Jahr überschwemmt mit Grüngut, hier in Bittenbrunn.
Bild: Winfried Rein

Plus Erst misteten die Menschen im Lockdown zuhause aus, dann kam eine „Laubwelle“: Der Neuburger Wertstoffhofmitarbeiter Werner Prießmann und seine Kollegen hatten heuer viel Arbeit.

Es war ja nicht alles schlecht im Jahr 2020. Während der Ausgangsbeschränkungen hatte man beispielsweise viel Zeit, um zuhause auszumisten. Da man gerade im Frühjahr sonst kaum etwas machen konnte, kamen offenbar viele auf die Idee, Haus und Garten von Altlasten zu befreien.

Neuburg: So hart war das Jahr auf dem Wertstoffhof

Nur: Das Material musste irgendwo hin. Wertstoffhöfe waren zeitweise geschlossen. Als diese wieder öffneten, war der Andrang dementsprechend groß. „Es war zweifelsohne das anstrengendste Jahr, das ich erlebt habe“, sagt Werner Prießmann.

Der 65-jährige Neuburger weiß, wovon er spricht. Seit fast 15 Jahren arbeitet er auf den Wertstoffhöfen im Sehensander Weg und in Bittenbrunn. Das, was er in diesem Frühjahr erlebt hat, war auch für ihn neu. „Es gab lange Staus vor den Höfen“, erinnert sich Prießmann. „Jeder hatte während des Lockdowns zuhause ausgemistet.“ Um diesem Andrang Herr zu werden, mussten er und seine Kollegen einiges beachten. Denn bei allem Stress galt es, die Hygienevorschriften einzuhalten. „Auf einem Wertstoffhof sammeln sich Sperrmüll und Menschen“, verweist Prießmann auf die erhöhte Ansteckungsgefahr in seinem Arbeitsumfeld.

Werner Prießmann arbeitet auf den Wertstoffhöfen im Sehensander Weg und in Bittenbrunn.
Bild: Prießmann

Um das Risiko so klein wie möglich zu halten, ließen Mitarbeiter die Kunden nur in kleinen Gruppen auf den Hof. Um die Abstände zu wahren, packten die Beschäftigten auch nicht mit an, – selbst wenn es beispielsweise darum ging, besonders schwere oder sperrige Gegenstände auszuladen. „Meistens hatten die Leute ohnehin Helfer dabei, das war in der Regel kein Problem“, sagt Prießmann. Gerade im Sehensander Weg sei es leichter, schweren Sperrmüll, wie etwa eine Couchgarnitur, loszuwerden, weil es dort Gruben gibt, in die man die Gegenstände direkt vom Hänger schmeißen kann.

Die Menschen waren insgesamt verständnisvoll

Insgesamt seien die Menschen verständnisvoll gewesen und hätten die Maßnahmen und Wartezeiten geduldig in Kauf genommen. „Die Kunden waren froh, dass sie ihr Material loswerden konnten“, so Prießmann. „Und alle wollten gesund wieder nach Hause kommen – auch wir als Mitarbeiter.“

Im Sommer normalisierte sich der Andrang einigermaßen. Im Herbst belastete eine „Laubwelle“ die Wertstoffhöfe erneut – wieder warteten Kunden in Autokolonnen vor den Annahmestellen. „Das war in diesem Herbst deutlich mehr als in den vergangenen Jahren“, sagt Prießmann. Er vermutet, dass dies mit der Ausbreitung des Buchsbaumzünslers zusammenhing. Infolgedessen müssen die betroffenen Pflanzen professionell entsorgt werden.

Neuburger Wertstoffhöfe: Im Winter gab es nochmals einen erhöhten Andrang

Im Winter folgte schließlich nochmals ein erhöhter Andrang: Als der zweite Lockdown kurz bevorstand und unklar war, ob die Wertstoffhöfe im Kreis Neuburg-Schrobenhausen weiterhin geöffnet haben. Die Höfe sind weiterhin für die Kunden da. Das kann sich kurzfristig natürlich jederzeit wieder ändern, etwa bei Coronafällen auf dem Hof, gibt Prießmann zu bedenken.

Trotz der vielen Arbeit, die er heuer hatte, bleibt ihm eines gut in Erinnerung: Die positiven Rückmeldungen der Menschen, die sich bedankten, dass die Wertstoffhofmitarbeiter trotz der Umstände den Betrieb am Laufen halten. „Solche Sätze haben wir heuer sehr oft gehört“, freut sich Prießmann. „Das tut gut und baut einen persönlich auf.“

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren