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Neuburg

11.01.2019

So hilft der Landkreis im Schneechaos

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Feuerwehren – wie hier aus Burgheim –, THW und BRK machten sich am Freitag auf den Weg in den Landkreis Traunstein, um dort gegen die Schneemassen zu kämpfen.
Bild: Fabian Kluge

Rund 120 Kräfte von Feuerwehr, THW und BRK machen sich am Freitag auf den Weg nach Traunstein. Dort herrscht aufgrund der Schneemassen der Katastrophenfall.

Meterhoch türmen sich die Schneemassen am Straßenrand. Die Bäume ächzen unter der Schneelast, Äste drohen zu brechen. Auf einigen Straßen und Bahnstrecken geht nichts mehr. Während in Neuburg und weiten Teilen des Landkreises Dächer und Wege lediglich wie leicht gezuckert aussehen, versinkt die Alpenregion im Schneechaos.

Zu viel für mindestens fünf bayerische Landkreise: Dort wurde bereits Katastrophenfall ausgerufen – darunter auch in Traunstein. Die Regierung von Oberbayern hat daraufhin ein überregionales Hilfeleistungskontingent angefordert und sich damit auch an die Region gewandt. Rund 120 Kräfte der Landkreisfeuerwehren, des BRK sowie des THW machten sich am Freitagnachmittag auf den Weg nach Traunstein.

Landrat bedankt sich bei den Helfern

Gegen 13.30 Uhr sammelten sie sich beim Busunternehmen Spangler in Karlskron. Mit dabei waren die Wehren aus Weichering, Waidhofen, Neuburg, Ehekirchen, Heinrichsheim, Karlshuld, Karlskron, Grasheim, Burgheim, Rennertshofen und Schrobenhausen. Die Stimmung unter den zum Großteil jungen Helfern war gelöst, viele lachten, einige riefen noch daheim an. Nur wenige Stunden zuvor hat der Traunsteiner Hilferuf Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier erreicht: „Wir hatten vier Stunden Vorlauf. Mit uns wurde auch der Landkreis Eichstätt um Hilfe gebeten. Dachau und Freising sind schon seit Vormittag im Einsatz.“

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Die Helfer sollen sich in Traunstein wohl darum kümmern, Dächer von Schnee zu befreien.
Bild: Fabian Kluge

Zunächst ist die Hilfeleistung für 48 Stunden veranschlagt. Die Kräfte aus dem Landkreis sollen ersten Angaben zufolge Dächer von den Schneemassen befreien. Vor allem Flachdächer drohen unter der Last einzubrechen. „Eventuell sind wir dort aber auch für den Grundschutz verantwortlich. Es kann also auch zu normalen Löscheinsätzen kommen“, stellte Kreitmeier klar. Den Einsatz in Traunstein bezeichnete der Kreisbrandrat als „Halbsprung ins kalte Wasser“. Kreitmeier: „Vor einigen Jahren hatten wir im eigenen Landkreis einen ähnlichen Fall. Wir müssen in erster Linie den Eigenschutz beachten.“

Kurz bevor die Helfer die dreistündige Fahrt antraten, bedankte sich Landrat Alois Rauscher bei ihnen. „Es beeindruckt mich, wie viele junge Männer und Frauen sich bereit erklärt haben.“ Er gab den Einsatzkräften einen Wunsch mit auf den Weg: „Kommen Sie alle gesund wieder, wir brauchen Sie auch hier.“

Landratsamt besorgt Schneeschaufeln

Katastrophenschutzbeauftragter Matthias Hentschel schwor sein Team ebenfalls noch einmal ein: „Bitte habt Verständnis, wenn wir dort nicht direkt mit der Arbeit beginnen können. Erst beziehen wir unsere Unterkünfte, dann erhalten wir die Aufträge.“ Für den Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist es der erste Einsatz als Hilfskonvoi überhaupt. Die 19 Feuerwehr-, zwei THW- und zwei BRK-Fahrzeuge machten sich mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde im geschlossenen Verbund auf den Weg in den Süden.

Um 14.50 Uhr machte sich der Konvoi mit Blaulicht und Martinshorn auf den rund dreistündigen Weg.
Bild: Fabian Kluge

Dass sich so schnell so viele Freiwillige gefunden haben, war für die Helfer selbstverständlich. Ein Feuerwehrmann aus Weichering sagte beispielsweise: „Das gehört einfach zum Ehrenamt dazu. Wir wären umgekehrt ja auch froh, wenn uns jemand hilft.“ Ein Helfer der Feuerwehr Neuburg ergänzte: „Es ist selbstverständlich, dass wir helfen.“ Beide Männer haben erst am Vormittag erfahren, dass es übers Wochenende nach Traunstein geht. Damit sie in der Krisenregion bestmöglich helfen können, stürmte das Landratsamt am Freitag noch einige Baumärkte, wie Pressesprecherin Sabine Gooss gestand: „Wir haben heute Morgen noch Schneeschaufeln gekauft, weil es hieß, dass wir unser eigenes Equipment mitbringen sollen.“ Um 14.50 Uhr verließ der Konvoi mit Blaulicht und Martinshorn das Gelände.

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