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Gesundheit

25.01.2019

So können Freiwillige via App Leben retten

Dr. Alexander Hatz ist seit gut zwei Jahren ein Mobiler Retter.
Bild: Dieter Koschmieder

Die Mobilen Retter sind in der Region 10 aktiv. Wann und wie sich neue Helfer in Neuburg anmelden können.

Wenn ein Mensch nicht mehr atmet und sein Herz nicht mehr schlägt, ist Eile geboten. Der Verein Mobile Retter hat es sich seit 2014 zur Aufgabe gemacht, die Zeitspanne zu verkürzen, bis der Rettungsdienst eintrifft. Dazu hat er die smartphone-basierte Alarmierung von Ersthelfern entwickelt.

Er setzt auf freiwillige Helfer, die aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit oder ihrer Freizeitbeschäftigung besonders fit in Erster Hilfe sind und die Herz-Lungen-Wiederbelebung jährlich trainieren. Dies seien insbesondere Ärzte, Arzthelfer, Pflege- und Rettungsdienstpersonal, Feuerwehrleute, Betriebssanitäter sowie die Sanitäter aller Hilfsorganisationen, THW und Bundeswehr, betont BRK-Ausbilder Dieter Koschmieder: „Sie sind zudem mit Einsatzsituationen vertraut.“

App ortet per GPS den nächsten Retter

Seit Oktober 2016 sind die Mobilen Retter auch in der Region 10 aktiv. Alexander Hatz, Leitender Notarzt und Betriebsmediziner aus Neuburg, hat das System in enger Zusammenarbeit mit Gründer Ralf Stroop, dem Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung und der Integrierten Leitstelle Ingolstadt (ILS) in der Region etabliert.

Über ein ausgeklügeltes Ortungssystem alarmiert die ILS Ingolstadt die am nächsten befindliche Mobilen Retter und fragt an, ob diese für einen Einsatz bereit sind. „Ein Server liest mit. Wenn er merkt, dass es sich um eine bewusstlose Person oder einen Verdacht auf Reanimation handelt, ortet sie per GPS den nächsten Mobilen Retter“, erklärt Hatz. Erst bei Einsatzübernahme werden dem zugeteilten Mobilen Retter die Daten übermittelt und er begibt sich an den Ort des Geschehens. Hatz ist seit Anfang an dabei. Einige Helfer, sagt er, hätten schon über 40 Einsätze über die App gehabt.

403 Mobile Retter sind im Einsatz

In seiner Jahresbilanz 2018 legt Hatz, der im Organisations- und Ausbildungsbereich von den BRK-Ausbildern Margot und Dieter Koschmieder unterstützt wird, eindrucksvolle Zahlen vor: Insgesamt 1477 mal wurden im Jahr 2018 die 403 Mobilen Retter der Region zu einem Einsatz alarmiert. In 581 Fällen wurde der Einsatzauftrag übernommen. Insgesamt 222 Mal war der Mobile Retter vor dem Rettungsdienst beim Patienten. Der Zeitvorteil dabei betrug mehr als zwei Minuten. 34 Patienten hatten tatsächlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand und mussten wiederbelebt werden. Und das Schönste: Acht Patienten, die schnelle Hilfe bekamen, überlebten ihren Herzstillstand.

Hatz hat für die Zukunft einen Wunsch: „Ideal wäre es natürlich, wenn jeder Bürger helfen und reanimieren könnte. Je mehr Mobile Retter unterwegs sind, desto höher ist die Dichte. Das steigert natürlich die Chancen, dass Menschen gerettet werden können.“

Die Mobilen Retter sind auch in 2019 weiter in der gesamten Region 10 aktiv und versuchen die Anzahl der Aktiven zu erweitern, um noch schneller und mehr Betroffenen Erste Hilfe leisten zu können. Dazu gibt es Ersteinweisungstrainings, beispielsweise am Mittwoch, 30. Januar, in Neuburg beim BRK-Kreisverband. „Dort stellen wir zunächst vor, wer die Mobilen Retter sind und was wir machen. Auch das Thema Datenschutz steht auf dem Programm“, erklärt Koschmieder. Anschließend steht ein praktisches Training mit und ohne Defibrillator an. „Die Leute sollen sich sicher fühlen.“ (nr)

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