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Neuburg

11.10.2020

So lief die Ausbildungsmesse AZUBI am Wochenende in Neuburg

Fabian Braun (li.) wird bei RailMaint in Oberhausen zum Konstruktionsmechaniker ausgebildet.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Die 14. Neuburger Ausbildungsmesse AZUBI fand in diesem Jahr abgespeckt statt. Trotz beschränkter Teilnehmerzahl und begrenzten Zeitfenstern konnten sich Ausbildungsanwärter und Unternehmen austauschen.

Lange war nicht klar, ob die 14. Auflage der Neuburger Ausbildungsmesse AZUBI überhaupt stattfinden kann. Im vergangenen Jahr zählte die Veranstaltung rund 5000 Besucher. Unmöglich, bei den aktuell herrschenden Abstandsgeboten. Eine praktikable Lösung musste gefunden werden., denn die Firmen und die Schulabgänger schätzen diese Gelegenheit des direkten Kontakts sehr. Und so veranstalteten die Organisatoren heuer eine Ausbildungsmesse, die genau das schaffte. Kontakt und Gespräche zwischen Unternehmen und Institutionen, die Ausbildungen anbieten, und den potenziellen Schulabsolventen, die Ausbildungsstellen suchen.

Für Aussteller wie auch für Besucher war die Maske Pflicht.

Zwar konnten in diesem Jahr nur 1000 Besucher in mehreren 90-minütigen Zeitfenstern in die Parkhalle eingelassen werden. Die aber führten umso intensivere Gespräche an den Messeständen. Zum Beispiel mit Fabian Braun. Der Stepperger ist im zweiten Lehrjahr und damit auf dem besten Weg zum Konstruktionsmechaniker. Am Messestand von RailMaint, einer Oberhausener Firma, die Waggons instand setzt, plauderte Braun mit den Besuchern und erzählte aus seinem Lehrlingsalltag.

AZUBI Neuburg: 55 Ausstellern, 133 Berufsausbildungen, 33 Studiengänge

Dazu gab es für jeden Interessenten einen Metallbutton, den er direkt am Stand stanzte. Ein bisschen handwerkliches Geschick sei schon vonnöten, so Braun. Aber als Kind habe er bereits mit seinem Opa alte Traktoren restauriert. Brauns Ausbilder Uwe Waldmaier ist seit über 30 Jahren bei der Oberhausener Firma. Er lobt die Ausbildung. Waldmaier brach bei der Gelegenheit auch eine Lanze für das Handwerk und hat auch noch andere Karrierebeispiele parat. Der landkreisbeste Azubi aus dem Jahr 2010 ist heute bei RailMaint Produktionsleiter. Das Oberhausener Unternehmen schwört auf sogenannte „Eigengewächse“ und übernimmt gerne seine Lehrlinge nach der Ausbildung. Nur ein Beispiel von insgesamt 55 Ausstellern, die 133 Berufsausbildungen und 33 Studiengänge im Angebot hatten.

Viele Messestände, wie im Bild der Messestand der Hoffmann-Gruppe, boten diverse Vorführungen, um zu zeigen, welche Produkte sie herstellen.

Um den Platz für die Aussteller und den Besucherstrom zu entzerren, hatten die Organisatoren vom Stadtmarketing Neuburg und der Stadt Neuburg die kleine Turnhalle neben der Parkhalle in das Ausstellungskonzept mit einbezogen. Alle teilnehmenden Unternehmen freuten sich, dass die Messe stattfinden konnte.

Dieses Jahr fiel auf, dass die Schüler meist alleine oder mit Gleichaltrigen unterwegs waren. Bei früheren Messen hatte man sie oft mit ihren Eltern angetroffen. Der Grund war wohl, dass die Veranstalter darum gebeten hatten, ohne Angehörige auf die Messe zu kommen. Schließlich hätten diese einem potenziellen Anwärter für einen Ausbildungsplatz den Platz weggenommen.

1000 Besucher durften über den Tag verteilt kommen

Die 1000 Besucherplätze seien fast vollständig ausgebucht gewesen, so Citymanager Michael Regnet vom Stadtmarketing Neuburg. Der Mix an Unternehmen war so unterschiedlich wie die Lehrberufe selbst. Neben Hoch- und Tiefbau, dem Maschinenbau und Firmen für Fertigungsanlagen, waren auch viele Dienstleister vertreten. Vom Bildungszentrum für soziale Berufe der Stiftung St. Johannes berichtete Hans-Albrecht von Bornhaupt aus dem Ausbildungsalltag.

Kein Problem hat das Bildungszentrum, die Schülerstellen zum Heilerziehungspfleger zu besetzen. Allerdings könnten die Schulen gar nicht so viele Fachkräfte ausbilden, wie die Einrichtungen bräuchten. Der Ausbilder erzählte mit viel Elan von seinen Schülern. Ganz unterschiedlicher Altersgruppen seien seine Azubis und alle hoch motiviert.

Veranstalter freuten sich, dass die Messe stattfinden konnte

Größere Unternehmen wie die Bauer AG haben bisher keine Probleme, Bewerber für ihre Ausbildungsstellen zu bekommen. Dennoch sind sie gerne auf der Neuburger Messe, denn viele ihrer Azubis rekrutieren sie aus dem regionalen Umfeld. Airbus hingegen zieht junge Menschen aus ganz Deutschland an, die dann von dem Unternehmen auch bei der Wohnungssuche unterstützt werden. Da gebe es sowohl Wohngemeinschaften als auch Plätze in Wohnheimen, berichtete Thomas Kostorz, Ausbilder Elektrotechnik. Airbus beschäftigt in Manching rund 200 Azubis über alle Lehrjahre verteilt.

Schon am Vormittag freuten sich die Veranstalter alleine darüber, dass die Messe stattfand. Sie war damit auch ein Zeichen für ein Stück Normalität. Und die Firmen konnten an ihren Messeständen zeigen: Uns gibt es noch und wir machen weiter.

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