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Straßenverkehr

12.01.2021

So lief die Eröffnung der B16-Baustelle Höhe Oberhausen

An der Ausfahrt Straß endet derzeit die B16 Richtung Neuburg. Wegen der Baustelle wird hier der Verkehr ausgeleitet.

Plus In Unterhausen baut die Fachbehörde eine neue Trennwand. Die Konstruktion mit Gabionen hat die Erwartungen nicht erfüllt. Lastzüge schlängeln sich jetzt durch Straß und Leidling.

Das nennt man Winter-baustelle: Im heftigen Schneetreiben stellte der Trupp der Firma Rädlinger gestern auf der B 16 bei Unterhausen die neuen Fahrbahnteiler auf. Auf 500 Meter Länge baut das Unternehmen eine neue Trennwand zwischen Bahnlinie und Bundesstraße. Die Arbeiten gehen bis ins Frühjahr und kosten rund 2,3 Millionen Euro. Aufregung gibt es wegen der Umleitung.

Das staatliche Straßenbauamt In-golstadt führt den Verkehr aus Richtung Burgheim/ Donauwörth um die Baustelle herum. An der Ausfahrt Straß geht es raus über Straß, Leidling, Sinning und dann wieder zurück auf die B 16. Die Anwohner in den betroffenen Gemeinden sind nicht begeistert über den Durchgangsverkehr und die schweren Lastzüge.

In Höhe Unterhausen ist die Fahrbahn der B16 geteilt worden. Nur in Richtung Burgheim kann gefahren werden. Die Gabionenwand (links) wird ab heute abgeräumt.

„Vor allem der Abschnitt zwischen Straß und Leidling ist absolut ungeeignet für Schwerverkehr“, findet Peter Specht aus Straß. Der frühere Bürgermeister der Marktgemeinde mag sich gar nicht vorstellen, wie Lastzüge durch den kleinen Ort Leidling rollen. Eine Ampelregelung an der Baustelle Unterhausen, wie zuletzt praktiziert, „wäre machbar und die bessere Lösung gewesen.“

Burgheims Bürgermeister Michael Böhm hat sich unmissverständlich bei der Fachbehörde beschwert. Es bleibt aber bei der Umleitung. „Es ist die beste Möglichkeit, die Arbeiten rasch und sicher auszuführen“, erklärt Elena Merk vom Straßenbauamt Ingolstadt. Eine Ampelregelung (wie im Dezember 2020) verursache Rückstau und beschränke den Freiraum der Bagger und Arbeiter. Eine hälftige Trennung der Bundesstraße ermögliche dagegen kompaktes Vorgehen auf der kompletten Straßenlänge von 500 Metern. Die Arbeiter könnten sich einfach besser bewegen. Winterbedingte Verkehrsprobleme auf der Waldstrecke zwischen Sinning und Oberhausen befürchtet die Abteilungsleiterin nicht: „Unser Winter-dienst ist gut aufgestellt.“

Lastzüge biegen in der Gemeinde Straß auf die Umleitung Richtung Leidling ein. Mit dem ungewohnten Schwerverkehr müssen die Anlieger auch in den nächsten Monaten noch leben.

Die Gabionenwand – mit Steinen gefüllte Drahtkörbe – in Höhe Unterhausen muss ausgetauscht werden, weil die Konstruktion als nicht mehr ausreichend stabil gilt. Die schweren Gewichte der Gabionen auf dem Erdboden stehen nicht so bombensicher, wie es eigentlich sein soll. Es sei zu Setzungen, Wurzelschäden und Mausverbiss in den Schutzmatten gekommen: „Es muss zwingend gehandelt werden.“ Wenn ein Teil der Wand umstürzen würde, träfe er eine Spur der B 16.

Künftig sollen 200 Bohrpfähle und Anker in der Böschung die neue Trenn- und Lärmschutzwand halten. Rammen drücken die Pfähle so weit in den Boden, dass sie ein stabiles Fundament für die Alukonstruktion bilden. Bis Mitte April soll der 2,3 Millionen Euro teure Ersatz stehen und die B16 wieder voll befahrbar sein.

Fertigstellung der Südumgehung: Termin noch unklar

Beim Bau der Ortsumgehung von Ober- und Unterhausen 2003/04 war die Gabionenwand noch als ökologisch ausgerichtete neue Lösung bezeichnet worden. „Man kann jetzt nicht von einem Fehler sprechen“, so Elena Merk, „aber die Gabionen haben hier die Erwartungen nicht erfüllt.“ Das hat die Ortsumgehung selbst in vollem Umfang getan: Oberhausen und Bürgermeister Xaver Schiele feierten die Freigabe im Juli 2004 und die Befreiung vom Schwerverkehr mit einem Fest.

So viel Begeisterung wie bei einer neuen Ortsumfahrung wird im Sommer 2021 nicht zu erwarten sein, wenn die Einschleifung am Neuburger Südpark fertig wird. Das Projekt vom Freistaat und der Stadt kostet immerhin auch rund acht Millionen Euro. Gegen Ende der Bauzeit wird das Straßenbauamt Ingolstadt zudem die B16 zwischen Feldkirchen und Kreisverkehr „ertüchtigen“ und gleichzeitig eine Ampelanlage an der Einmündung der St. Andreas-Straße einrichten. Zum geplanten „Tag der Bundeswehr“ am 12. Juni werde man die B16 auf keinen Fall sperren, so Abteilungsleiter Holger Uslar. Deshalb sei derzeit noch unklar, ob die komplette Südumgehung schon an Pfingsten oder erst in den Sommerferien fertig wird.

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