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Soziales in Neuburg

31.07.2020

So sollen Neuburgs Spielplätze aufgewertet werden

30.000 Euro kostete diese Holzkonstruktion, die am Spielplatz auf der Oberen Schanz aufgebaut wurde.
Bild: Stadt Neuburg

Plus In den nächsten Jahren soll ein Teil der städtischen Spielflächen erneuert werden. Schwerpunktspielplätze sollen entstehen. Den Anfang macht das neue Klettergerüst an der Oberen Schanz. Aber es gibt auch ein Sorgenkind

Neuburgs Spielplätze sollen schöner werden. Dieses Ziel hat sich Neuburgs zuständiger Referent, Matthias Enghuber, gesetzt. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Aber in den nächsten Jahren soll ein Teil der 40 städtischen Spielplätze erneuert werden.

Schlecht bestellt ist es um die Neuburger Spielplätze grundsätzlich nicht

Eines vorneweg: Schlecht bestellt ist es um die Neuburger Spielplätze grundsätzlich nicht. Und doch gibt es einige die mehr, andere, die weniger attraktiv sind. Wirklich innovative Spielgeräte sucht man aber meist vergebens, oft gibt es für die Kinder überall Ähnliches zu entdecken: eine Schaukel, eine Wippe, einen Sandkasten. Vor allem in den Baugebieten seien die Spielplätze rund 30 Jahre alt, berichtet Enghuber. Doch inzwischen stellen Eltern andere Ansprüche. Dem will Neuburg gerecht werden und Schwerpunktspielplätze schaffen.

Die Grundausstattung soll erhalten bleiben, aber jeweils auch etwas Individuelles bieten. So hebt sich bisher bereits der Wasserspielplatz in der Gundelfingenstraße ab oder der Kleinkinderspielplatz im Neubaugebiet Buchdruckerwiesen. Nach und nach sollen weitere Themen-Spielplätze entstehen.

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Los geht es mit dem Spielplatz an der Oberen Schanz. Hier wurde in den vergangenen Wochen eine neue Attraktion aufgebaut. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Spielgerät, sondern um eine große Kletterstruktur aus Holz. Besonderheit ist, dass kein Spielablauf vorgegeben ist, sondern vielmehr auf die kreativen Bewegungsabläufe der Kinder gesetzt wird. „Wir haben uns mit dem neuen Angebot ganz bewusst für ein natürliches Produkt entschieden, das zudem aus deutscher Produktion stammt“, betont Enghuber.

Die Kletteranlage der Markenfirma Richter ist für Kinder im Schulalter ausgelegt. Das Konstrukt steht auf einer beachtlichen Grundfläche von zwölf mal 16 Metern und dient der Förderung der Motorik. Beim Klettern und Balancieren erschließen sich die Kinder den Kletterraum selbstständig und immer wieder neu. Dabei lernt der Nachwuchs dann auch, die eigenen Kräfte und Fähigkeiten einzuschätzen.

Die Aufbauarbeiten des Großgeräts samt Fundamentarbeiten fand Mitte Juli statt. Die städtischen Betriebe haben jetzt noch den Fallschutz verteilt und dabei auch das gesamte Gelände in Schuss gebracht. Die Kosten für das Projekt belaufen auf rund 30.000 Euro, aufgeteilt in Material und Montage.

Spielgeräte werden von Fachleuten konzipiert und entworfen

Eine ordentlich Summe, die zeigt, was es kosten wird, alle 40 Spielplätze aufzuwerten. „Viele meinen, dass so ein paar Baumstämme ja nicht teuer sein können“, erklärt der städtische Pressesprecher Bernhard Mahler. Aber genau das Gegenteil sei der Fall. Die Spielgeräte werden von Fachleuten konzipiert und entworfen, haben lange Lieferzeiten und sind TÜV-zertifiziert. Das erkläre auch, warum Spielgeräte, die aus Sicherheitsgründen entfernt werden mussten, nicht einfach auf die Schnelle ersetzt werden können. Das ist aber einer der häufigsten Kritikpunkte von Kindern und Eltern. So zum Beispiel auf dem Spielplatz am Graben.

Dort wurde im vergangenen Sommer die Rutsche abmontiert und bisher keine neue aufgestellt (wir berichteten). „Der Graben-Spielplatz ist aktuell unser Sorgenkind“, erklärt Mahler die Situation. Der Graben und die Hutzeldörre werden derzeit neu gestaltet und in diesen Sanierungsbereich, der mit Fördergeldern des Freistaats unterstützt wird, falle auch der Spielplatz. Mahler: „Würden wir hier spontan sanieren, würden wir uns die Förderung verbauen.“ Deswegen ist Geduld gefragt. Vielleicht schon im Herbst, so hofft Enghuber, kann hier mit der Aufwertung begonnen werden. Welches Konzept dahinter stehen wird, sei noch nicht klar.

Im Neubaugebiet Neuburg-West baut der Bauhof gerade einen ganz neuen Spielplatz. Hier wird vermehrt auf naturnahe Spielmöglichkeiten gesetzt, wie sie durch Geländemodellierungen oder einen Tunnel aus Weidenzweigen möglich sind. Im Herbst sollen hier die ersten Kinder toben können.

35.000 Euro stehen im Haushalt Neuburgs für Spielplätze jährlich bereit

35.000 Euro stehen im Haushalt der Stadt Neuburg für die Spielplätze jedes Jahr zur Verfügung. Wenn man bedenkt, was einzelne Geräte kosten, ist klar, dass große Sprünge damit nicht möglich sind. Enghuber prüft deswegen gerade alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Konkret denkt er dabei an Gelder aus Stiftungen, die Unterstützung durch Spielplatzpaten oder auch Engagement aus der Bürgerschaft, wie das Beispiel Bruck zeige.

Dort wurden Geräte für den Spielplatz am Feuerwehrhaus durch Einnahmen aus dem Weinfest finanziert. „Eine tolle Sache“, wie der Spielplatzreferent findet. Ihm sei klar, dass man durch die Aufwertungsinitiative nicht aus jedem der 40 Neuburger Spielplätze eine eierlegende Wollmilchsau machen könne, die sämtliche Wünsche aller Altersklassen erfüllt, dafür habe man weder das Geld, noch den Platz. Aber so manches Highlight werde es geben.

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