1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. So tappen Sie nicht in die Schuldenfalle

Neuburg

08.11.2019

So tappen Sie nicht in die Schuldenfalle

Es stehen viele Ausgaben an, plötzlich geht noch ein teures Elektrogerät kaputt und schon ist das Konto im Minus. Die Schuldner- und Insolvenzberatung Neuburg gibt Tipps, damit es gar nicht erst so weit kommt.
Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolfoto)

Es sind oft unglückliche Umstände, die einen in die Schuldenspirale schlittern lassen. Zwei Expertinnen aus Neuburg geben Tipps, damit dies nicht passiert.

Eine neue Anschaffung, verlockende Ratenzahlungen und hohe Mietkosten – es gibt verschiedene Ursachen dafür, in eine Schuldenspirale zu geraten. Viele Menschen sind mit der Situation überfordert. Eine Anlaufstelle ist die Schuldner- und Insolvenzberatung in Neuburg. Zusammen mit den Expertinnen Tina Heinz und Jennifer Kober haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten bei Schulden zusammengefasst:

Welche Ursachen gibt es, in eine Schuldenfalle zu tappen?

Neben den Hauptgründen wie Arbeitslosigkeit, Scheidung oder einer langen Krankheit spielt auch das Internet eine immer größere Rolle. Über einmalige Angebote und kleine Ratenzahlungen rutschen viele in die Schuldenspirale, weil sie schlicht den Überblick über ihre Ausgaben verlieren. „Zumal es große Selbstdisziplin braucht, wenn man alles mit Karte zahlt“, sagt Heinz. Altersarmut wird ebenfalls zunehmend zum Problem, bestätigen die Beraterinnen.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Sind vor allem ältere Menschen von einer Überschuldung bedroht?

Nein. Die Zahlen der Schuldner- und Insolvenzberatung in Neuburg zeigen: Am ehesten verschuldet sind Menschen zwischen 20 und 50 Jahren. „Schließlich passiert in der Zeit unglaublich viel: Für manche steht ein Hausbau an, man hat Kinder, muss vielleicht ein Auto abbezahlen“, erklärt Kober. Ansonsten sei die Gefahr einer Überschuldung bei Menschen mit geringer Schul- und keiner Ausbildung höher. „Die Betroffenen haben meist ein Einkommen, das gerade so reicht. Wenn da noch das Auto oder der Kühlschrank kaputt gehen, sind sie schnell in der Schuldenfalle“, sagt Heinz. Gefährdet seien auch junge Menschen, da diese sich häufig in einer befristeten Arbeitssituation befinden oder den richtigen Umgang mit Geld nicht gelernt haben.

Was ist als Erstes zu tun, wenn man Schulden hat?

Zuerst ist es wichtig, sich einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen. Die Beraterinnen am Schrannenplatz bieten hierfür Unterstützung. Für viele kostet jedoch der Schritt zur Schuldner- und Insolvenzberatung Überwindung. „Oft werden Termine kurzfristig abgesagt oder die Klienten kommen erst beim zweiten oder dritten Anlauf“, sagt Heinz. Haben Betroffene den Schritt gewagt, suchen die Beraterinnen nach Möglichkeiten, die Ausgaben sofort oder mittelfristig zu senken. Monatliche Kosten für die Wohnung, den Strom oder das Auto seien am wichtigsten und müssen zuerst bezahlt werden. Wichtig sei es, Kontakt zur Beratungsstelle aufzunehmen, bevor Mahnungen oder Inkassobescheide im Briefkasten landen. „Eine Rechnung einmal nicht sofort bezahlen zu können, ist nicht dramatisch. Man muss nur Kontakt mit dem Gläubiger aufnehmen, um Inkassokosten zu vermeiden.

Gibt es eine bestimmte Schuldensumme, ab der ein Insolvenzverfahren nötig ist?

Nein. „Man muss sich von Fall zu Fall die Gesamtsituation sowie die psychische Verfassung der Klienten ansehen“, erklärt Kober. Schließlich sei es wichtig, Vertrauen zu den Klienten aufzubauen. Die Expertinnen klären Betroffene über die rechtliche Situation auf. „Die Entscheidung liegt aber bei den Klienten selbst. Eine Insolvenz wird oft als persönliches Versagen empfunden“, gibt Heinz zu.

Welche Tipps sollte man beherzigen, um eine Verschuldung zu vermeiden?

„Ganz wichtig: Rechtzeitig kümmern und unangenehme Briefe nicht weglegen“, appelliert Kober. Außerdem empfiehlt die Beraterin, einen Haushaltsplan zu führen. Mittlerweile gibt es zahlreiche Apps fürs Smartphone, die das erleichtern. Ansonsten sei es gut, sich den monatlichen Lohn am besten wöchentlich einzuteilen. Es schade auch nicht, von Impulskäufen abzusehen und stattdessen lieber noch einmal über ein Angebot zu schlafen, bevor man zuschlägt, rät Kober. Und sollte man dann doch einmal shoppen gehen: „Ein regelmäßiger Blick aufs Konto und auf die Kontoauszüge hilft“, sagen die Expertinnen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren