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Eichstätt

01.12.2020

So werden Realschüler in Eichstätt stark gegen Stress

In der Prüfungsphase steigt der Druck in den Klassenzimmern. Viele Schüler leiden unter dem Druck.
Bild: Studienkreis, Michael Printz (Symbol)

Plus Eine Initiative des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft zeigt Jugendlichen, wie sie mit Stress besser umgehen können. Die Eichstätter Maria-Ward-Realschule nimmt daran teil.

Eine Mathe-Schulaufgabe, ein Aufsatz in Deutsch, eine Erdkunde-Ex und noch eine Ausfrage in Reli – eine Schulwoche kann in der Prüfungsphase lang und anstrengend sein. Für viele Schüler bedeutet das Stress pur. Der enorme Druck führt oft dazu, dass Jugendliche an psychischen Leiden erkranken. Hilfreiche Tipps zur Stressbewältigung gibt nun die Präventionsinitiative „Stark – Resilienz und Stresskompetenz in Schule und Ausbildung“ des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft.

Englisch-Schulaufgaben sorgen für feuchte Hände

Die Klassenkameradinnen Ella und Elena kennen Schulstress aus eigener Erfahrung. Die Neuntklässlerinnen besuchen die Maria-Ward-Realschule in Eichstätt. „Ich habe versucht, den Stress einfach auszublenden“, sagt Elena. Aber das habe nicht immer funktioniert. Vor allem vor Englisch-Schulaufgaben steigt bei der 14-Jährigen die Anspannung. „Habe ich alle Vokabeln gelernt?“ oder „Wie bilde ich If-Sätze?“ sind Fragen, die sich vor einer Klausur stellen. Ein Kribbeln im Bauch, innere Unruhe und feuchte Hände machen die Anspannung bei manchen Schülern sogar körperlich deutlich.

Ella hatte zu Beginn des vergangenen Schuljahrs eine schwere Phase. Die Noten waren im Keller, der Druck, gute Leistungen zu bringen, war hoch. „Ich hatte Angst durchzufallen“, erinnert sie sich an die aufreibende Zeit. Dank der „Stark“-Initiative wissen sie jetzt, wie sie solche Phasen in Zukunft meistern. Wenn der Druck zunimmt, macht Ella bewusst Pausen. Dann geht sie mit ihren beiden Bulldoggen spazieren und schaltet kurz ab. „Nach solchen Pausen bekommen die Schüler wieder neue Energien“, sagt Wirtschaftslehrerin Sabine Grimm.

Eichstätter Schüler lernen Tricks gegen Stress

Ein weiterer Tipp gegen Stress ist das Reiben des Fingernagels. Dazu müssen Schüler in glücklichen Momenten bewusst über den Fingernagel streichen. In späteren Stresssituationen können sie sich dann mit der einfachen Handlung beruhigen, erklärt Grimm, die die Initiative „Stark“ an die Eichstätter Schule brachte. Im Sommer 2019 besuchte sie mit acht Kollegen eine Fortbildung zu der Kampagne. Seit diesem Herbst lernen 70 Schüler der Maria-Ward-Realschule, wie sie Druck vermeiden und schwierige Phasen überstehen. In sechs Doppelstunden erhalten sie nützliche Tipps zur Stressbewältigung. „Es ist ein sehr schönes Konzept“, lobt Sabine Grimm das mehrteilige Programm.

Der Inhalt von „Stark“ werde nicht unterrichtet, sondern vermittelt, betont die Lehrerin. „Dieser Unterschied ist uns sehr wichtig.“ Mit Frontalunterricht haben die Doppelstunden, in denen die Module vorgestellt werden, nichts gleich. Denn im Mittelpunkt stehen Gruppenarbeit und Selbstreflexion. Daher sei „Stark“ auch eher für die höheren Jahrgangsstufen geeignet, sagt Grimm, die in diesem Schuljahr „Stark“ in zwei achten Klassen vorstellt. In der neunten Jahrgangsstufe betreuen zwei Kolleginnen die Initiative.

Eichstätter Maria-Ward-Realschule wird ausgezeichnet

In Zukunft sollen alle Schüler der Eichstätter Realschule das Programm mindestens einmal in ihrer Schulzeit kennenlernen. Vor allem für die Abschlussprüfung sind die Fähigkeiten aus „Stark“ wichtig. „Jeder Schüler hat viele Aha-Momente“, beurteilt Grimm den Erfolg der Aktion. Im Dezember wird die Realschule als Stark-Modellschule ausgezeichnet. Die Eichstätter Schule ist damit die dritte Schule in Bayern, die das Gütesiegel erhält.

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