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Neuburg

05.04.2021

So wurde in Neuburg und der Umgebung Ostern gefeiert

Monsignore Vitus Wengert feierte den österlichen Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter.

Plus „Für das Leben gegen die Resignation“ – die Priester sprechen den Kirchenbesuchern Mut zu. Schöne Lichtfeiern und Festgottesdienste gab es in der Stadt und im Umland.

Vor einem Jahr war Ostern fast ausgefallen – in der Hoffnung, dass 2021 alles wieder normal wird. Diese Erwartungen sind leider nicht eingetreten. Mit familiären Treffen und festlichen Gottesdiensten ist Ostern heuer dennoch gefeiert worden, wenn auch weniger überschwänglich und etwas unterkühlt.

„Ich bin glücklich, dass jetzt überhaupt wieder etwas möglich ist“, sagte Stadtpfarrer Herbert Kohler. Mit vereinten Kräften bot seine Pfarreiengemeinschaft stimmungsvolle Osternachtsfeiern mit Speisenweihe an. Auch die Ulrichspfarrei, das Umland und die evangelischen Kirchengemeinden würdigten das Hochfest des Kirchenjahres mit der Auferstehung Jesu Christi.

Am Ostersamstag brannten allerdings kaum Freuden- oder Jaudasfeuer – solche Zusammentreffen erlauben die Vorschriften in der Pandemie nicht. Zu einem Spaziergang mit der Familie im Englischen Garten oder entlang der Donau reichte es aber allemal. Von ruhigen Ostertagen sprach auch die Neuburger Polizei, nicht einmal in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag gab es Ereignisse.

Pfarrer Herbert Kohler zieht mit den Ministranten zum Freiluftgottesdienst in Gietlhausen.

In der Osternacht entzündete Kaplan Dominic Leutgäb am Feuer die große Osterkerze. Mit ihr ging es hinein in die dunkle Hofkirche und das große Licht entzündete die vielen kleinen Kerzen. Mit dem Ruf „Lumen Christi – Licht Christi“ zog der Priester in die dunkle Kirche, die Gemeinde antwortete „Deo Gratias“. Langsam erleuchtete sich die Kirche im flackernden Kerzenlicht. Manfred Obermeier sang eindringlich das „Exsultet“, das Osterlob zu Ehren Christus als Licht der Welt. Die besondere Symbolkraft des Osterfestes zieht auch passive Christen an.

Das "Osterwasser" gab es in diesem Jahr in Flaschen

In Bittenbrunn trug Pastoralreferentin Michaela Hertl das Osterlicht zur Gemeinde. Mit klaren, akzentuierten Worten erklärte sie das Besondere dieser Nacht, bis beim Gloria das volle Glockengeläut die Botschaft weit hinaus trug. Die Lichtfeiern im Freien, als Notbehelf gedacht, zeigten sich als schöne Alternative zum Gottesdienst im Kirchenraum. „Bei uns waren es gelungene Treffen“, versichert Bernhard Reichard vom Pfarrgemeinderat Bittenbrunn. Und weil Licht und Wasser die bestimmenden Themen des Osterfestes sind, gab es am Montag in Bittenbrunn auch die Taufe von Tim Johann Kurutz.

Bei der Lichterfeier in Bittenbrunn entzündete Pastoralreferentin Michaela Hertl die Osterkerze.

An Atemschutzmasken und Abstand hat man sich in der Kirche schon gewöhnt, das „Osterwasser“ gab es in kleinen Fläschchen. Ostern ohne Musik bleibt jedoch unvollständig. Die Sängerinnen der Gruppe „0815“ ließen in der Pfarrkirche St. Peter das Halleluja und Kyrie Elyson derart erschallen, dass man einen Riesenchor auf der Empore vermutete. Die Besucher und Pfarrer Vitus Wengert spendeten am Ende spontan Applaus. Zuvor schilderte der Monsignore das Geschehen der Auferstehung Christi. Die vielen schlechten Nachrichten der Gegenwart erdrückten uns, so Vitus Wengert, „aber der Auferstandene ermutigt uns gegen die Resignation und für das Leben.“

„Ziemlich windig hier oben“, stellte Pfarrer Herbert Kohler mit wehendem Messgewand am Kirchberg in Gietlhausen fest. Ein bisschen erinnere ihn das ans heimatliche Allgäu. Der Temperatursturz am Ostermontag machte den vielen Besuchern aus Neuburg-Nord nichts aus. Der Stadtpfarrer erinnerte an den Gang der beiden Jünger nach Emmaus und ihr Zusammentreffen mit dem auferstandenen Jesus.

Nach Monaten des Lockdowns, der Beschränkungen, Existenzbedrohung, Isolation, Infizierten, schwer Erkrankten und Verstorbenen falle es nicht leicht, an die Kraft und den „Sieg des Lebens“ zu glauben. Doch Ostern stärke die Seele. Nach der Gräbersegnung zuletzt hier in Gietlhausen, so Herbert Kohler, „sagt uns die Botschaft, dass niemand einfach in der Erde verschwindet“. Das Ziel bleibe das Leben und Licht Gottes. Und die Hoffnung auf ein ganz normales Ostern 2022.

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