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Ingolstadt

03.07.2019

Sommerkonzerte: Dieses Trio berührt tief

Lisa Batiashvili verzauberte an der Geige mit „Tempo und Leichtigkeit“. Jean-Yves Thibaudet am Klavier (Hintergrund) und Gautier Capucon am Cello vervollständigten das kongeniale Trio.
Bild: Audi AG

Wie Festivalleiterin Lisa Batiashvili und ihre Kollegen während der Audi-Sommerkonzerte für besondere Momente sorgen und welche Rolle die Lokalität spielt.

Tief berührt erlebten die Gäste des Audi Sommerkonzertes „Tempo und Leichtigkeit“ einen wundervollen Abend im museum mobile. Die künstlerische Festivalleiterin, Lisa Batiashvili, Gautier Capucon und Jean-Yves Thibaudet verzauberten ihre hingerissenen Zuhörer mit Musik von Schostakowitsch, Mendelssohn Bartholdy und Ravel.

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Das kongeniale Trio, das bereits im Herbst 2018 auf einer Europatournee begeistert hatte, traf sich in Ingolstadt zu einem mitreißenden Revival. Mit Dmitri Schostakowitschs Klaviertrio Nr. 1 op. 8 c-Moll ließen die Weltklassemusiker alle Höhen und Tiefen einer jungen Liebe spürbar werden – von leiser Qual bis hin zu frohlockender Freude. Festivalleiterin Lisa Batiashvili, die mit ihrem Instrument gleichsam verwachsen scheint, entlockte ihrer Geige schier ungeahnte Töne von schmelzend bis glockenhell jubelnd.

Audi Sommerkonzerte: vielschichtig, brillant, kraftvoll

Gautier Capucon, der sein italienisches Goffriller-Cello in all seiner tiefen Klangfülle auszuloten weiß, und Jean-Yves Thibaudet an einem Klavier von gewaltiger Vielschichtigkeit, jenseits jeglicher Hörgewohnheiten, scheinen mit Batiashvili in einer gemeinsamen Sprache zu spielen und zu fühlen. Trotz all ihrer brillanten, faszinierenden solistischen Ausdrucksfähigkeit fanden sie eine gemeinsame zu Herzen gehende Interpretation der jeweiligen Kammermusik-Komposition.

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So auch bei Felix Mendelssohn Bartholdys Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66, das der Komponist eindeutig für große Virtuosen geschrieben hat, gilt es doch als überaus anspruchsvoll. Dem Hörer mag das bedeutende Stück der Romantik trotz seiner vielen kunstvollen Verflechtungen wohl vor allem durch das leichte „Elfenscherzo“ und den kraftvollen, jubelnden Schluss im Gedächtnis bleiben.

Ingolstadt: Musikliebhaber können sich auf weitere Konzerte freuen

Nach der Pause gab es dann das einzige Trio von Maurice Ravel und noch einmal konnte man sich am Gleichklang der Instrumente, an den berührenden, epischen oder höchst raffinierten Sätzen der facettenreichen Kompositionen und der faszinierenden Virtuosität der Musiker berauschen. Der Zuhörer erfreute sich an den folkloristisch schwungvollen Anmutungen aus Ravels baskischer Heimat. Gleichzeitig fühlte er auch eine gewisse geheimnisvolle Unruhe oder Anspannung.

Der unvergessliche, beseelende Abend – ein strahlender Lichtpunkt in einer oftmals eher diffusen Einheitswelt – erhielt durch den Spielort einen ganz besonderen Reiz. Unter dem Lichtauge des museum mobile spielten die Künstler zum Greifen nah. Eine Wohnzimmer ähnliche Atmosphäre erhöhte den Eindruck der emotionalen Dichte auf angenehme Weise.

Musikliebhabern oder Neugierigen seien die Sommerkonzert-Termine am Donnerstag, 4. Juli, mit den „Les 5 fantastiques“ und am Sonntag, 7. Juli, die Wege zum Nirwana mit der Audi Jugendchorakademie – jeweils im Festsaal des Stadttheaters – ans Herz gelegt. Auch für das Konzert mit Lisa Batiashvili und der Deutschen Kammerphilharmonie am morgigen Freitag, 5. Juli, gibt es noch einige Restkarten. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.sommerkonzerte.de

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