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Neuburg

26.01.2019

Spektakel im kalten Wasser: Das war das 50. Donauschwimmen

Hier bedankten sich unter anderem Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, MdL Matthias Enghuber und der Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl bei der Wasserwacht.
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Hier bedankten sich unter anderem Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, MdL Matthias Enghuber und der Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl bei der Wasserwacht.
Bild: Xaver Habermeier

Knapp 2000 Mutige schwammen am Samstag durch den zwei Grad kalten Fluss. Dabei waren auch 70 Eisschwimmer. Was sonst noch geboten war.

Die Sehnsucht war den Eisschwimmern in Neuburg anzumerken. Schon eine Stunde vor dem 50. Donauschwimmen standen die besonders Mutigen, die ohne Neoprenanzug 400 Meter im Fluss schwammen, lediglich im Bademantel bekleidet am Donauufer und rieben sich mit Schnee ein. Sie konnten es kaum erwarten, sich in das zwei Grad kalte Wasser zu stürzen. Zwei lange Jahre mussten die 1917 Teilnehmer immerhin warten, um bei Europas größtem Winterschwimmen mitzumachen. Denn im vergangenen Jahr fiel es buchstäblich ins Hochwasser.

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Nun aber hatte das Warten ein Ende. Zur Jubiläumsausgabe, das versprach die Wasserwacht als Veranstalter im Vorfeld, sollte es eine kleine Überraschung geben. Um Punkt 13 Uhr wurde das Geheimnis gelüftet. Böllerschützen eröffneten das Spektakel gleich mit mehreren Startschüssen. Während sich die knapp 2000 Schwimmer an der Staustufe in Bittenbrunn auf die vier Kilometer lange Strecke machten, begaben sich auch die Eisschwimmer – manche sogar ganz nackt, andere nur mit dem Nötigsten bekleidet – unter dem lauten Beifall der rund 8000 Zuschauer an die Posttreppe. Kurze Zeit später erreichten die ersten schon das Ziel am Ruderclub. Sie rissen, sichtlich begeistert, beide Arme in die Höhe und jubelten lautstark.

Die Eischwimmer wagten sich beim Donauschwimmen ohne Neoprenanzug in den Fluss.
Video: Fabian Kluge


Donauschwimmen: Einige mussten vorzeitig herausgezogen werden

Welchen Reiz das Winterschwimmen ohne Neoprenanzug hat, erklärte wenig später Bernd Wichner. Der 51-Jährige war extra aus der Nähe von Stuttgart angereist: „Das Donauschwimmen hier ist eine tolle Sache. Unter den Teilnehmern herrscht ein super Zusammenhalt.“ Schlimm sei das kalte Wasser nicht gewesen, sagte er: „Man sollte einfach einen stabilen Kreislauf haben, sich ärztlich untersuchen lassen und sich dann langsam herantasten – zum Beispiel die Badesaison mal um ein paar Monate verlängern.“

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Einen stabilen Kreislauf hatten am Samstag nicht alle: Insgesamt 14 Frauen und Männer waren unterkühlt und mussten von den rund 320 Hilfskräften von Wasserwacht, BRK und THW wieder aufgewärmt werden. Diese mussten auch einige vorzeitig aus der Donau ziehen. Schlimmeres sei jedoch zum Glück nicht passiert, berichtete der Vorsitzende der Wasserwacht und Mitorganisator Matthias Brendel: „Niemand musste ins Krankenhaus. Wir sind sehr zufrieden, dass die Leute wieder mit einer solch großen Begeisterung dabei waren. Das 50. Donauschwimmen war rundum gelungen.“

Politiker schwammen ebenfalls in der Donau

Auch einige Politiker wagten sich unter die mutigen Schwimmer. Mit dabei waren unter anderem Neuburgs Oberbürgermeister Bernhard Gmehling, der Landtagsabgeordnete Matthias Enghuber und der Ingolstädter Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl.

Beim 50. Donauschwimmen stürzten sich knapp 2000 Unverfronene in die 2 Grad kalten Donaufluten. Und sie hatten auch noch nach über drei Flusskilometer Spaß am Winterbad.
Video: Xaver Habermeier


Am Ruderclub waren sich indes die meisten Schwimmer einig: „Dieses Jahr war es nicht so kalt.“ Ob das an der zwei Grad wärmeren Donau oder den Kästen Bier lag, die die Schwimmer auf dem Weg leerten, sei dahingestellt.

Mit Star Wars und Satire zum schönsten Gefährt

Ein Höhepunkt des Donauschwimmens sind in jedem Jahr die aufwendig gestalteten Wassergefährte. Und auch heuer ließen sich die 222 Gruppen aus 162 Orten – darunter aus Zagan (Polen), Jesenik und Sete – einiges einfallen. Die Gruppe D’Hauser beispielsweise musste mit ihrem Star-Wars-Gefährt ebenfalls zwei Jahre warten, um es den Zuschauern präsentieren zu können. Denen schien es zu gefallen. Neben einer Parodie auf Angela Merkel und Horst Seehofer wurde auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder mit seiner Bavaria One aufs Korn genommen. Den Wanderpokal des schönsten Gefährts sicherten sich am Ende dann auch die D’Hauser.

D’Hauser aus Ober- und Unterhausen präsentierten den Zuschauern ihr Star-Wars-Gefährt.
Bild: Xaver Habermeier

Nach dem eiskalten Badespaß gab es von den vielen freiwilligen Helfern eine Suppe zum Aufwärmen. Danach ging es ab ins Hallenbad. Schließlich wollten viele am Abend fit für den Donauschwimmerball sein. Auch da wird wohl noch der ein oder andere Kasten Bier geleert.

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