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Karlshuld

27.10.2020

Spende für Afrika: In Karlshuld wird ein Lastwagen gesucht

Gerhard Hintermeier, Patricia Kügler und Pfarrer Paul Igbo (von links) suchen einen Lastwagen, um die Stühle nach Nigeria zu bringen.
Bild: Andrea Hammerl

Der Förderverein "Tar kar Ada" aus Karlshuld hat 600 Stühle für eine Schule in Nigeria gesammelt. Wie die Stühle von Karlshuld nach Nigeria kommen, ist noch offen.

Dringend gesucht wird ein alter Lkw, um rund 600 Stühle, die der Förderverein Tar kar Ada für die Schule von Pfarrer Paul Igbo in Nigeria gesammelt hat, dorthin zu transportieren. „Der Transport über Container wäre zu teuer“, erklärt Kassier Patricia Kohlhofer, ein Lkw dagegen könnte bis zum Hafen fahren und würde die Reise nach Afrika dann mitsamt seiner Ladung via Schiff fortsetzen. „Und dann hätten wir auch noch einen Laster mehr für die Schule, der Baumaterial oder Wasser aus dem Brunnen transportieren kann“, sagt sie und fügt augenzwinkernd hinzu, auch Menschen würden dort mitunter per Laster befördert.

In Karlshuld wird ein alter Lastwagen gesucht

Wer einen alten Lastwagen ausrangieren will und diesen spenden oder günstig abgeben würde, wird gebeten, sich im Karlshulder Pfarramt unter Telefon 08454/914030 oder direkt bei Pfarrer Paul Igbo unter Telefon 0152/16621439 melden. Die Stühle sind für die Mehrzweckhalle der nach Paul Igbos Vater benannten Felix Makir Igbo Memorial Akademie in Naka in Nigeria bestimmt. Dass es trotz Corona gelungen ist, die Mehrzweckhalle wie geplant heuer im Oktober fertigzustellen, macht Mitglieder wie Vorstand des Fördervereins sehr stolz. 86.000 Euro hat die Halle gekostet, 10.000 Euro hat die Diözese Augsburg an Tar kar Ada dafür gespendet, 6000 Euro wurden vor Ort durch Eigenleistungen wie Ziegelherstellung aufgebracht. Der Rest stammt vom Verein selber, der allein 27.000 Euro im vergangenen Jahr nach Nigeria überwiesen hat. Insgesamt wurden 36.000 Euro an Spenden im Jahr 2019 eingenommen, die meisten über private Feiern wie Geburtstage oder andere Jubiläen aus Aichach, Karlshuld und Weichering.

Ansonsten hatte der Verein aufgrund der Kirchensanierung von St. Ludwig Karlshuld seine Aktivitäten eingeschränkt, berichtet Stellvertretender Vorsitzender Martin Dittenhauser, der sich sehr freut, dass dennoch die Mitgliederzahl von 75 auf 80 angestiegen ist und auch das Spendenaufkommen im vergangenen Jahr erfreulich hoch war.

Corona-Krise lässt Afrikafest in Ingolstadt ausfallen

Nach dem Fastenessen in Lichtenau und Karlshuld waren alle Aktivitäten ausgefallen, vom Afrikafest in Ingolstadt über einen geplanten Benefizlauf bis zur Reise nach Nigeria. Diese war für den 28. September geplant und wurde coronabedingt auf unbestimmte Zeit verschoben. Auch für das kommende Jahr sind derzeit keine Aktivitäten geplant.

„Wir haben 700 Euro von der Stiftung der Deutschen Bahn zum Aufbau einer Bibliothek in der Schule in Nigeria erhalten“, verkündete Dittenhauser schließlich noch eine positive Nachricht. Er hatte schon aufgeben wollen, nachdem er sich dreimal vergeblich beworben hatte, doch diesmal ist Tar Kar Ada zum Zug gekommen.

So sieht sie aus: die Mehrzweckhalle der Schule.
Bild: Andrea Hammerl (Archiv)

Schule in Nigeria hat im Oktober wieder gestartet

Wie es vor Ort an der Felix Makir Igbo Memorial Akademie in Naka aussieht, berichtete Pfarrer Paul Igbo anhand von Fotos, die ihm von der Baustelle geschickt worden waren. Seit Mitte März war die Schule coronabedingt geschlossen gewesen und ist nun seit Anfang Oktober wieder geöffnet. Allerdings fehlten noch rund 15 Prozent der Schüler, berichtete er. Die Gründe dafür kann er nur vermuten. So gingen aktuell vermehrt pubertierende Mädchen nicht zur Schule – möglicherweise, weil sie in der langen Zeit zu Hause schwanger geworden seien, vermutet Igbo. Außerdem sei jetzt Erntezeit, weshalb einige Schüler wohl auf dem Feld gebraucht würden.

Auch das sei letzten Endes Corona geschuldet, denn in normalen Zeiten müssten die Eltern in der Schule antreten, wenn ein Kind zwei bis drei Tage gefehlt hat. „Es war jetzt alles im Stillstand“, sagt er. Von schweren Erkrankungen und Todesfällen sei Nigeria weitgehend verschont geblieben, aber aktuell befürchtet er bürgerkriegsähnliche Zustände, da Jugendliche gegen die Regierung protestieren und die Polizei massiv, um nicht zu sagen brutal, dagegen vorgehe. „Die Leute haben die Korruption der Regierung satt und nun kommt auch noch Corona dazu.“

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