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Neuburg

14.04.2015

Spuren hinterlassen

Günter Grass war zur Toller-Preis-Verleihung im April 2007 zu Besuch in Neuburg. Hier bei der Führung durch die Provinzialbibliothek mit (von links) Bibliotheksleiter Gerhard Robold, und Gattin Ute Grass.

Günter Grass ist gestern gestorben. Er war zweimal in der Stadt. 2007 erhielt er den Ernst-Toller-Literaturpreis

Neuburg Er gilt als der bedeutendste deutsche Autor der Gegenwart: Günter Grass. Für sein Lebenswerk hat er 1999 den Literaturnobelpreis erhalten. Gestern starb der Schriftsteller mit 87 Jahren in Lübeck. Auch in Neuburg hat er Spuren hinterlassen.

Weniger im Gedächtnis geblieben sein wird der erste Besuch von Grass, als er für die SPD-Wählerinitiative 1969 im übervollen Kolpinghaus sprach. Vielmehr dagegen sein zweiter Abstecher nach Neuburg, als ihm 2007 der Literaturpreis der hiesigen Ernst Toller-Gesellschaft verliehen wurde, die nun um ihren bislang prominentesten Preisträger trauert. Tag der Verleihung war der 22. April und Günter Grass nutzte diese Gelegenheit, um sich mit seiner Gattin Ute auch einige Perlen Neuburgs anzusehen. Die Staatsbibliothek zum Beispiel sowie die Schlösser in Grünau und Neuburg mit der Staatsgalerie für Flämische Barockmalerei. Im Ottheinrichsaal vor den großen Rubens-Gemälden trug sich der bedeutende Schriftsteller (unter anderem „Die Blechtrommel“) im Beisein von OB Bernhard Gmehling in das Goldene Buch der Stadt ein.

Als ihn am Nachmittag die Ernst Toller-Gesellschaft bei einem Festakt im Stadttheater im Beisein namhafter Persönlichkeiten, auch aus dem Ausland, den mit 5000 Euro dotierten Preis überreichte, war Neuburgs Stadtoberhaupt allerdings nicht dabei. Ein Eklat. Für ihn sprach der damalige Dritte Bürgermeister Michael Kettner die Glückwünsche der Stadt aus.

Wer das Glück hatte, den Literatur-Nobelpreisträger an diesem Tag kennenzulernen, mit ihm ein paar Worte zu wechseln, ihn im Vorfeld der Preisverleihung von der Provinzialbibliothek zur Hofkirche und ins Schloss zu begleiten, wird erstaunt gewesen sein. Interessiert, redselig, humorvoll, keinerlei Allüren zeigend – fast wäre man geneigt zu sagen, da ist einer wie du und ich. Auch so wird Günter Grass in Neuburg in Erinnerung bleiben. (mari)

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