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07.10.2009

Stadt will nächtlichen Auswuchs eindämmen

Ingolstadt Erst in der vergangenen Woche hatte das Thema das Ingolstädter Amtsgericht beschäftigt: der Kneipenlärm in der Altstadt. Ein Anwohner hatte geklagt, weil ein Lokal am Münster angeblich die Bestuhlung nicht rechtzeitig weggeräumt hatte - und er deshalb in seiner Nachtruhe gestört war. (NR berichtete)

Doch Lärm und Randale um weit nach Mitternacht sind nicht allein ein Ingolstädter Problem. "Der zunehmende Alkoholkonsum samt Begleiterscheinungen trifft alle bayerischen Kommunen gleichermaßen", betonte Rechtsrat Helmut Chase gestern bei der städtischen Pressekonferenz.

Städtetag will Wiedereinführung der Sperrzeit

Der bayerische Städtetag setzt sich bereits für eine Wiedereinführung der Sperrstunde ein, die vor vier Jahren abgeschafft worden war. Doch auch Ingolstadt selbst will die Auswüchse in der Innenstadt so weit wie möglich eindämmen. Ein Arbeitskreis mit rund zehn bis 15 Mitgliedern soll Vorschläge erarbeiten, wie die Stadt dem Lärm und dem Schmutz Herr werden kann.

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Bereits jetzt sind verstärkt Kontrolleure in den Gaststätten und Kneipen unterwegs, um Verstöße gegen die geltenden Regeln zu ahnden. Diese Kontrollgänge sollen auch fortgesetzt werden, betonte Chase. Darüber hinaus ist die Stadt auch schon konkret zur Tat geschritten. Mit den Tankstellen gibt es seit diesem Jahr eine Vereinbarung, dass Alkohol nach dem offiziellen Ladenschluss nur noch in kleinen Mengen verkauft wird. Zudem sind in Ingolstadt bereits sogenannte Flatrate-Partys verboten.

Der Arbeitskreis soll nun ein weiterer Schritt sein, die Auswüchse in der Innenstadt in Grenzen zu halten. Dazu sollen alle betroffenen Parteien an einen Tisch geholt werden: Wirte, Anwohner, Vertreter der Stadt sowie Gaststättenbesucher. "Wir wollen auf Kooperation setzen", so Chase. Schlechtes Vorbild sind ihm Städte wie Regensburg, wo "einseitig, sehr hart reagiert worden ist". Bereits zu Beginn der nächsten Freiluftsaison soll es "eine spürbare Verbesserung der Situation" geben, so Chase. Aber nicht nur dem Lärm hat die Stadt den Kampf angesagt, auch die sogenannten "Münster-Bisler" stehen verstärkt im Visier. Denn, wer erwischt wird, muss mit zum Teil saftigen Geldbußen rechnen. Bis zu 100 Euro kann das Vergehen kosten. "Es ist wesentlich billiger, eine öffentliche Toilette aufzusuchen", appellierte dann auch Helmut Chase an die Vernunft der Nachtschwärmer.

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