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Neuburg

21.10.2020

Stadttheater: So kam „Das Abschiedsdinner“ in Neuburg an

Unter der Regie von Jürgen Wölffer wurde die Bühne zu einem herrlichen Ort der Entlarvung und „Freundschaftsoptimierung“, schreibt unsere Autorin.
Bild: Elke Böcker

Plus Das Stück "Das Abschiedsdinner" spiegelt eine kuriose Art, Freundschaften zu beenden. Wie sich ein Ehepaar auf der Bühne des Stadttheaters in Neuburg seiner Bekannten entledigt.

Kaum einen Lachmuskel, der höchst belustigten Theaterbesucher, verschonte die Komödie „Das Abschiedsdinner“ von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière. Die kuriose Geschichte um ein Ehepaar, das lästig gewordene Freundschaften mit einem Abendessen beenden will, stieß wohl bei den Zuschauern auf echtes Interesse – kann man so doch ein erhebliches Maß an kostbarer Lebenszeit gewinnen. Die Methode erwies sich allerdings im Lauf des Abends als tückisch, wenn auch urkomisch.

Michael von der Au tritt in Neuburg auf

In die Rolle des ausgedienten Freundes Anton schlüpfte passgenau Michael von der Au. Er mimte eindrucksvoll den reichlich merkwürdigen Schriftsteller und Jugendfreund von Peter. Nicht nur wegen seines keckernden Lachens wäre man ihn gerne auch sofort losgeworden, auch der stinkende Mantel –eingetauscht bei einem Obdachlosen – und seine seltsame Beziehungsgeschichte mit Bea trugen sicher zur allgemeinen Ablehnung bei.

Hier finden die Aufführungen statt: im Neuburger Stadttheater.
Bild: Stadt Neuburg, Bernhard Mahler

Das Ehepaar Katja und Peter Vorberg, kultiviert und gut verheiratet, gaben mit überzeugender Darstellung und viel Situationskomik Saskia Valencia und Ralf Komorr. Mit vereinten Kräften, wenn auch nicht immer einig, taten sie alles, um den letzten Abend mit dem überflüssigen Freund würdig und perfekt vorbereitet zu gestalten. Ein afrikanisches Gewand und eine sehr teure Flasche Rotwein sollten ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Bedauerlicherweise – für die beiden Intriganten – entdeckte „Anton“ jedoch den Plan des „Letzten Abendmahles“ und versuchte, ihn mit mitreißenden Gegenmaßnahmen zu vereiteln.

Stadttheater Neuburg: "Das Abschiedsdinner" endet überraschend

Unter der Regie von Jürgen Wölffer wurde die Bühne zu einem herrlichen Ort der Entlarvung und „Freundschaftsoptimierung“. Subtile Dialoge voller Sprachwitz und Schonungslosigkeit ließen die Freundschaft in ganz neuem Licht erscheinen. Die Stimmung führte gar zum Kleidertausch der beiden Männer und die Ehefrau Katja war plötzlich außen vor, ging – fast klassisch – schlafen. Das Ende kam dann trotzdem eher überraschend: wöchentliches Treffen.

Neben all der erfrischenden und reinigenden Kraft des Lachens bietet „Das Abschiedsdinner“ auch eine echte Alternative zum heute oftmals üblichem virtuellem „Schluss machen“. Den Theatermachern sei’s – mit Augenzwinkern – gedankt.


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