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15.03.2009

Sternstunde symphonischer Bläserklänge

Neuburg Blas- und Bläsermusik auf höchstem Niveau - dafür steht der Name des Musikkorps der Bayerischen Polizei in besonderer Weise. Unter der Leitung von Professor Johann Mösenbichler gab der renommierte Klangkörper - die Musiker sehen sich als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Polizei - ein musikalisch anspruchsvolles Benefizkonzert, zugunsten der Instandsetzung der Hofkirche.

Trotz entsprechender Ankündigungen und ausreichender Plakatierung fand das Konzert der über 40 Musiker vor lediglich 80 Besuchern statt. Dies ist zu bedauern.

Festlich, feierlich und imposant begann das Musikkorps, nach der Begrüßung durch Dekan Vitus Wengert, mit einer Bearbeitung über "Elsas Einzug in die Kathedrale", aus dem zweiten Akt der Oper "Lohengrin", von Richard Wagner. Bereits nach wenigen Takten wurde das hohe Niveau des Orchesters deutlich. Die von Professor Mösenbichler stets geforderte Maestoso- Rhythmisierung wurde treffend eingehalten. Ebenso gelang die präzise und detaillierte Abstimmung zwischen den einzelnen Instrumentenregistern. Abwechselnd fugiert zwischen Holz - und Blechbläsern vermischten sich glänzend intonierte Phrasen bei der im Konzertverlauf treffend dargebotenen "Toccata" von Giovanni Frescobaldi. Unterlegt durch einen weichen Klangteppich, dominierten dabei vor allem die Holzbläser, die gefühlvoll und in solider Grundstimmung zueinander fanden.

Dank der großartigen Akustik des bedeutenden Neuburger Kirchenraumes gelang auch die symphonische Dichtung mit dem Titel " Das jüngste Gericht", aus der Feder von Camillo de Nardis. Vielleicht war es den Musikern nicht bewusst, dass gerade diese facettenreiche Notation in hervorragender Weise zur Hofkirche passen sollte. Denn das Bildnis des jüngsten Gerichtes, als größtes gemaltes Werk von Peter Rubens - heute in der Alten Pinakothek in München zu sehen - war ursprünglich für das imposante Gotteshaus bestimmt.

Sternstunde symphonischer Bläserklänge

Anspruchsvolle Harmonik glänzend intoniert

Höchst anspruchsvoll in der Harmonik und modern vom Charakter, die im Konzertverlauf ebenso glänzend intonierten Werke, " Dusk- Abenddämmerung" und "Sleep". "Meine Lieder sind mir von allem das Liebste…". Diese unterstrich der Münchner Komponist Richard Strauß. Dessen Vertonung "Allerseelen", die 1901 uraufgeführt wurde, war an subtilem Bläserklang kaum zu überbieten. Dabei wurde der melancholische Charakter des Werkes durch eine differenzierte Instrumentierung und durch den Einsatz von Perkussions- Instrumenten bestens deutlich.

Am Ende des Konzertes dankte Professor Mösenbichler vor allem dem ersten Soloposaunisten seines Orchesters, Günter Blösch. Der Bergheimer Berufsmusiker absolvierte mit diesem Benefizkonzert in Neuburg seinen letzten Auftritt. Über 32 Jahre lang hatte er im Dienste des Polizeimusikkorps gestanden. "Dabei hat er sich als Notenwart und genialer Musiker zahlreiche bleibende Verdienste erworben", so Mösenbichler in seiner Laudatio.

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